In einfachen WortenBei der Blasenspiegelung wird ein dünnes Endoskop über die Harnröhre in die Blase geschoben. So lässt sich die Blase von innen ansehen, in Echtzeit und mit eigenen Augen.Weiterlesen
Keine andere Untersuchung kann das ersetzen. Weder Ultraschall noch Computertomografie zeigen kleine Veränderungen der Schleimhaut zuverlässig.
Die meisten Männer fürchten die Untersuchung mehr, als sie sich hinterher anfühlt. Heute werden überwiegend flexible, biegsame Geräte verwendet, dazu ein Gleitgel mit Betäubung. Die Untersuchung dauert wenige Minuten.
Danach ist Brennen beim Wasserlassen für ein bis zwei Tage normal, ebenso eine leichte Rosafärbung des Urins. Fieber ist es nicht.
Wann Sie ärztlichen Rat brauchen
- Fieber über 38,5 Grad oder Schüttelfrost
- Sie können nach der Untersuchung kein Wasser mehr lassen
- Starke Schmerzen, die nicht nachlassen
- Blut im Urin über den zweiten Tag hinaus
Brennen beim Wasserlassen und eine leichte Rosafärbung des Urins für ein bis zwei Tage sind normal.
Überblick
Die Blasenspiegelung, medizinisch Zystoskopie, ist eine direkte Sichtuntersuchung der Harnröhre und Blaseninnenwand mit einem dünnen Endoskop. Sie ist eine der wichtigsten urologischen Untersuchungen und liefert Informationen, die kein anderes Verfahren bieten kann: Sie zeigt, ob in der Blase ein Tumor wächst, eine Entzündung besteht, ein Stein liegt oder die Schleimhaut Auffälligkeiten zeigt. Die meisten Blasenspiegelungen sind ambulant in der urologischen Praxis möglich, dauern wenige Minuten und sind weniger schmerzhaft als die meisten Patienten erwarten.
Die europäische Fachgesellschaft EAU schreibt in ihrer Leitlinie von 2025, die Blasenspiegelung lasse sich durch keine andere Untersuchung ersetzen. Unverzichtbar ist sie vor allem in drei Situationen:
- Blut im Urin muss abgeklärt werden
- Es besteht der Verdacht auf Blasenkrebs
- Nach einer Operation an einem Blasentumor wird nachgesorgt
Auch bei anhaltenden Blasenbeschwerden, schwachem Harnstrahl oder unklarer Inkontinenz liefert sie wichtige Hinweise.

Illustration: Servier Medical Art, lizenziert unter CC BY 4.0, Beschriftung UroWissen.
Wann wird eine Blasenspiegelung gemacht?
Die Indikationen sind vielfältig und reichen von Symptom-Abklärung bis zur Tumornachsorge:
Blut im Urin (Hämaturie): Die häufigste und wichtigste Indikation. Jede sichtbare oder nur mikroskopisch nachweisbare Blutung im Urin muss abgeklärt werden, auch wenn sie einmalig auftritt oder nicht schmerzhaft ist. Bei sichtbarem Blut im Urin steckt in etwa jedem zehnten bis fünften Fall ein Blasentumor dahinter, bei nur im Labor nachweisbarem Blut deutlich seltener. Mehr im Artikel Blut im Urin.
Verdacht auf Blasenkrebs: Bei auffälligen Befunden in der bildgebenden Diagnostik (Ultraschall, CT) oder positiver Urinzytologie ist die Zystoskopie der nächste Schritt zur Klärung. Sie macht den Tumor direkt sichtbar.
Nachsorge nach Blasenkrebs: Patienten nach TUR-B haben ein erhöhtes Rezidivrisiko und müssen regelmäßig zystoskopisch kontrolliert werden, die Häufigkeit hängt vom Risikoprofil ab (siehe unten).
Wiederkehrende Harnwegsinfekte: Bei häufigen Infekten oder atypischem Verlauf kann eine Zystoskopie eine bisher unentdeckte Ursache aufdecken, etwa Blasensteine, Divertikel, Fremdkörper oder Tumoren.
Schwacher Harnstrahl, unklare Blasenentleerungsstörungen: Bei Prostatavergrößerung, Verdacht auf Harnröhrenstriktur oder neurogener Blase liefert die Zystoskopie wichtige Hinweise, etwa zum Status der Prostata-Anatomie oder zu narbigen Verengungen.
Blasensteine, Fremdkörper: Sicht-Diagnose und in der gleichen Sitzung oft auch Therapie.
Inkontinenz-Diagnostik: Im Rahmen der Abklärung einer komplizierten Inkontinenz, meist als Ergänzung zur urodynamischen Untersuchung.
Unklarer Befund nach Bestrahlung: Bei Strahlenzystitis nach Bestrahlung im Beckenbereich können wiederkehrende Symptome zystoskopisch beurteilt werden.

Flexibel oder starr? Welches Verfahren passt
Es gibt zwei grundsätzliche Zystoskop-Typen, die unterschiedliche Stärken haben:
Flexible Zystoskopie: Das Endoskop besteht aus einem biegsamen Schlauch mit Lichtquelle und Optik. Es kann sich der Anatomie anpassen, was es bei Männern besonders verträglich macht (die männliche Harnröhre ist gebogen). Die Untersuchung erfolgt im Liegen oder Halbsitzen, oft auf einem normalen Untersuchungsstuhl. Vorteile: ambulant in der Praxis möglich, geringere Schmerzen, keine Vollnarkose nötig. Nachteile: keine Probenentnahme oder Tumorabtragung möglich, dafür braucht es das starre Gerät. Die EAU 2025 empfiehlt das flexible Verfahren ausdrücklich für Männer und Frauen, sofern verfügbar.
Starre Zystoskopie: Das Gerät hat ein gerades Metallrohr und eine bessere Optik. Es ermöglicht Probenentnahmen, Tumorabtragung, Steinzertrümmerung, DJ-Stent-Einlagen und andere Eingriffe. Die Untersuchung wird meist in Spinalanästhesie oder Vollnarkose im Operationssaal durchgeführt. Bei Frauen ist die kürzere und gerade Harnröhre weniger problematisch, hier ist die starre Zystoskopie auch in Lokalanästhesie meist gut tolerierbar. Bei Männern wird sie dagegen praktisch nur in Narkose eingesetzt.
In der ambulanten Routine-Diagnostik, Hämaturie-Abklärung, NMIBC-Nachsorge, Symptomabklärung, wird heute fast ausschließlich die flexible Zystoskopie verwendet. Die starre Variante ist Operationen vorbehalten.
Vor der Untersuchung
Eine flexible Zystoskopie braucht nur wenig Vorbereitung:
Urinkultur: Eine bestehende Harnwegsinfektion sollte vor der Untersuchung behandelt werden, ein Infekt kann zu schmerzhafter Reizung und im seltenen Fall zur Urosepsis führen. Eine vorbeugende Antibiotikagabe ist bei der reinen Blasenspiegelung in der Regel nicht nötig. Ob sie in Ihrem Fall sinnvoll ist, etwa bei liegendem Dauerkatheter, entscheidet der Arzt.
Trinken nach Wunsch: Anders als vor anderen Eingriffen müssen Sie nicht nüchtern sein. Sie können vor und nach der Untersuchung normal trinken, im Gegenteil, viel Trinken nach der Zystoskopie hilft, die Blase zu spülen.
Blasenfüllung: Eine voll gefüllte Blase ist nicht nötig und wäre sogar hinderlich. Die Blase wird während der Untersuchung mit Kochsalzlösung gefüllt. Vor dem Termin können Sie die Toilette aufsuchen.
Blutverdünnung: Bei einer reinen diagnostischen Zystoskopie können Blutverdünner in der Regel weiter eingenommen werden. Wird gleichzeitig eine Probenentnahme oder ein kleinerer Eingriff geplant, wird der Arzt die Pause individuell besprechen. Nicht selbstständig absetzen.
Begleitperson: Bei einer flexiblen Zystoskopie in Lokalanästhesie können Sie selbst Auto fahren oder mit dem Rad nach Hause kommen. Bei einer starren Zystoskopie in Narkose darf 24 Stunden danach kein Fahrzeug geführt werden, planen Sie eine Begleitperson.
Kleidung: Bequeme Kleidung, die Sie für die Untersuchung leicht ablegen können. Sie ziehen sich von der Hüfte abwärts aus und werden mit einer Decke oder einem Tuch abgedeckt.
So läuft die Untersuchung ab
Ablauf Schritt für Schritt
Die flexible Zystoskopie folgt einem klaren Ablauf:
1. Aufnahme und Aufklärung. Die Anamnese, Klärung der Indikation und Aufklärung über Risiken finden vor der Untersuchung statt. Viele Praxen erledigen den Aufklärungsbogen vorab oder am Empfang. Sie können in dieser Zeit Fragen stellen.
2. Lagerung und Desinfektion. Sie ziehen sich von der Hüfte abwärts aus und legen sich auf die Untersuchungsliege, bei Männern oft halbsitzend, bei Frauen in Steinschnittlage (Beine in gepolsterten Beinhaltern). Der Genitalbereich wird mit antiseptischer Lösung gereinigt und steril abgedeckt.
3. Lokalanästhesie. Ein Gleitgel mit Lidocain (Lokalanästhetikum) wird langsam in die Harnröhre eingebracht und mit einer Klemme für etwa 2 bis 5 Minuten dort gehalten, damit es einwirken kann. Das Gel reduziert sowohl die Reibung beim Vorschieben des Geräts als auch das Schmerzempfinden deutlich. In manchen Praxen wird zusätzlich Lachgas zur Beruhigung angeboten.
4. Einführen des Zystoskops. Das flexible Zystoskop (etwa Bleistiftdicke) wird langsam und vorsichtig über die Harnröhre in die Blase vorgeschoben. Während des Vorschiebens läuft eine sterile Kochsalzlösung durch das Gerät, die die Harnröhre dehnt und die Sicht ermöglicht. Bei Männern wird beim Passieren der Prostata-Region oft ein leichter, kurzer Druck verspürt, das ist die unangenehmste Stelle und dauert nur Sekunden.
5. Inspektion der Blase. In der Blase wird das gesamte Schleimhautrelief systematisch durchgemustert: Vorderwand, Seitenwände, Blasenboden, Hinterwand, Blasenkuppel, Harnleiteröffnungen (man sieht hier den charakteristischen Urinstrahl), Blasenhals und, bei Männern: die innere Prostata-Anatomie. Verdächtige Areale werden fotografisch oder per Video dokumentiert. Die Blase wird dabei mit etwa 200 bis 300 ml Spülflüssigkeit gefüllt.
6. Beendigung und Befundbesprechung. Das Zystoskop wird wieder zurückgezogen, die Blase darf entleert werden. Direkt im Anschluss wird der Befund erklärt, meist können Bilder oder ein kurzer Videoclip gezeigt werden. Bei klarem Befund ohne Auffälligkeiten ist die Untersuchung damit abgeschlossen.
Tut eine Blasenspiegelung weh?
Diese Frage ist die häufigste vor der Zystoskopie, und sie lässt sich beruhigend beantworten. Eine flexible Zystoskopie ist deutlich weniger schmerzhaft als die meisten Patienten befürchten.
In klinischen Studien geben Patienten ihre Beschwerden auf einer Schmerzskala von 0 (kein Schmerz) bis 10 (maximaler Schmerz) typischerweise mit Werten zwischen 1 und 2 an, das entspricht einem leichten Druck- oder Spannungsgefühl, ähnlich einem ziehenden Gefühl beim häufigen Wasserlassen. Bei Frauen sind die Werte tendenziell etwas niedriger als bei Männern (kürzere und gerade Harnröhre).
Was während der Untersuchung am ehesten unangenehm ist:
- Das Einführen des Geräts in den ersten 5 bis 10 cm
- Bei Männern: das Passieren der Prostata-Region (typischerweise etwa 15 cm Eindringtiefe)
- Das Gefühl von vollem Druck auf die Blase, wenn die Spülflüssigkeit einläuft
- Ein kurzer Reizdrang, sobald die Blase voll ist
Eine spezielle Technik: die sogenannte „bag squeeze“-Technik: kann das Schmerzempfinden bei Männern weiter reduzieren: Während des Einführens wird der Spüllösungsbehälter kurz gedrückt, sodass extra Flüssigkeit die Harnröhre gleichmäßig dehnt. Zwei randomisierte Studien haben gezeigt, dass diese einfache Maßnahme die Schmerzwerte signifikant senkt. Wenn Sie eher schmerzempfindlich sind, dürfen Sie das Verfahren ansprechen, es ist kein Zusatzaufwand.
Was hilft gegen Anspannung und Stress:
- Tiefes, gleichmäßiges Atmen während des Einführens
- Beckenboden bewusst entspannen (nicht anspannen, das verschlimmert das Gefühl)
- Sich Ablenkung suchen: manche Praxen zeigen das Bild auf einem Bildschirm, das ist oft erstaunlich beruhigend
- Bei starker Anspannung: leichte Beruhigung mit einer Tablette vorher (nach Absprache mit dem Arzt)
Bessere Sichtbarkeit bei Tumorverdacht (PDD/Hexvix)
Bei Verdacht auf Blasenkrebs oder bei der Nachsorge nach Hochrisiko-Tumoren kommt zunehmend die photodynamische Diagnostik (PDD) zum Einsatz: auch „Blaulicht-Zystoskopie“ genannt. Etwa 60 bis 90 Minuten vor der Untersuchung wird Hexaminolävulinat (HAL, Handelsname Hexvix) als Lösung in die Blase eingebracht. Tumorzellen reichern den Stoff an und beginnen unter blauem Licht rot zu fluoreszieren. So werden Tumoren entdeckt, die unter normalem Weißlicht kaum sichtbar wären, insbesondere das gefährliche Carcinoma in situ (CIS).
Studien zeigen, dass etwa 1 von 5 Tumoren ausschließlich im Blaulicht erkannt werden, ein deutlicher diagnostischer Mehrwert. Die Methode wird sowohl im OP (während der TUR-B) als auch zunehmend ambulant mit speziellen flexiblen Geräten eingesetzt. Indikationen: positive Urinzytologie ohne sichtbaren Tumor, multifokale Tumoren, hochgradige Vorbefunde, Verdacht auf Carcinoma in situ.
Für Sie als Patient bedeutet das: zusätzliche Vorbereitungszeit (Wartezeit nach Hexvix-Einlage, etwa 1 Stunde), eine zweite kurze Katheterisierung. Die Untersuchung selbst ist genauso verträglich wie die normale Zystoskopie.
Mögliche Risiken
Die Zystoskopie ist eine sehr sichere Untersuchung, aber kein Eingriff ist völlig risikofrei.
Häufig (vorübergehend, ungefährlich):
- Brennen beim Wasserlassen für 1 bis 2 Tage: die häufigste Folge
- Leicht rosafarbener Urin für wenige Tage durch kleine Schleimhautirritationen
- Häufiger Harndrang als Folge der Reizung
- Leichte Beschwerden in der Harnröhre beim ersten Wasserlassen
Diese Beschwerden klingen typischerweise innerhalb von 24 bis 48 Stunden von selbst ab. Viel trinken, ggf. ein leichtes Schmerzmittel und warme Sitzbäder helfen.
Selten:
- Harnwegsinfekt mit deutlichen Beschwerden über mehrere Tage und ggf. Fieber. Häufigkeit etwa 2 bis 5 Prozent. Behandlung mit Antibiotikum nach Urinkultur.
- Sichtbares Blut im Urin über mehrere Tage. Bei kurzfristigem Blut: viel trinken, abwarten. Bei großen Blutmengen oder Koagel: zum Arzt.
- Akuter Harnverhalt bei Männern mit ohnehin vergrößerter Prostata, die Reizung kann eine bestehende Engstelle vorübergehend verschlimmern. Sehr selten.
Sehr selten:
- Urosepsis: schwere Infektion mit Fieber, Schüttelfrost, Kreislaufproblemen. Risiko unter 0,1 Prozent. Ob bei Risikopatienten vorbeugend ein Antibiotikum sinnvoll ist, entscheidet der Arzt im Einzelfall.
- Verletzung der Harnröhre mit Bildung einer Falschstrecke. Sehr selten und mit moderner flexibler Technik praktisch nicht mehr relevant.
Nach der Untersuchung
Nach der flexiblen Zystoskopie können Sie direkt nach Hause. Folgende Empfehlungen helfen, die übliche Reizung schnell abklingen zu lassen:
Viel trinken: mindestens 2 bis 3 Liter Wasser oder ungesüßten Tee am Tag der Untersuchung und am Folgetag. Das spült die Blase und reduziert das Risiko für eine Infektion.
Erstes Wasserlassen abwarten und beobachten: Es kann brennen, das ist normal. Der Urin kann leicht rosa erscheinen. Beides verschwindet mit der Zeit.
Schmerzmittel bei Bedarf: ein einfaches Schmerzmittel (zum Beispiel Ibuprofen) reicht meist aus.
Sport und Sex: Leichter Sport ist sofort wieder möglich, intensive sportliche Aktivität sollte 1 bis 2 Tage warten. Geschlechtsverkehr ist nach Abklingen der Beschwerden (meist 24 bis 48 Stunden) wieder möglich.
Fahrtüchtigkeit: Nach flexibler Zystoskopie in Lokalanästhesie können Sie wieder Auto fahren. Nach starrer Zystoskopie in Narkose nicht für 24 Stunden.
Befundbericht: Den schriftlichen Befund erhalten Sie meist in der gleichen Sitzung mündlich, schriftlich folgt er innerhalb weniger Tage, bei Probenentnahmen nach 7 bis 14 Tagen die histologische Auswertung.
Wenn etwas Verdächtiges gefunden wird
Findet der Urologe während der Zystoskopie einen verdächtigen Bereich, wird dieser detailliert beschrieben und dokumentiert (Lage, Größe, Aussehen, Anzahl). Bei klar tumorverdächtigen Befunden wird typischerweise eine TUR-B in Spinalanästhesie oder Narkose geplant, das ist ein eigener Eingriff, in dem der verdächtige Bereich vollständig entfernt und feingeweblich untersucht wird.
Bei kleineren, eher harmlos wirkenden Auffälligkeiten kann auch eine kurze Probenentnahme im Rahmen einer starren Zystoskopie ausreichen. Bei nicht-tumorbedingten Auffälligkeiten, etwa entzündliche Veränderungen, Blasensteine, Divertikel, wird die weitere Therapie nach den jeweiligen Standards geplant.
Wichtig: Nicht jeder zystoskopisch verdächtige Bereich ist Krebs. Erst die feingewebliche Untersuchung gibt die endgültige Diagnose. Statistisch sind etwa 70 bis 80 Prozent der Auffälligkeiten bei Hämaturie-Abklärungen gutartig (Entzündungen, Polypen, harmlose Veränderungen).
Wie oft Nachsorge bei Blasenkrebs?
Wer einmal einen Blasentumor hatte, bleibt lebenslang in regelmäßiger Nachsorge. Die Häufigkeit hängt vom Risikoprofil ab:
Niedrigrisiko-NMIBC (Ta low grade, einzeln, klein): Erste Kontroll-Zystoskopie 3 Monate nach TUR-B, dann 9 Monate später, anschließend jährlich für 5 Jahre. Bei klarem Befund nach 5 Jahren kann auf seltenere Kontrollen oder eine „Nur bei Symptomen“-Strategie umgestellt werden: die EAU 2025 erlaubt bei niedrigem Risiko eine reduzierte Frequenz.
Intermediäres Risiko: Zystoskopie alle 3 Monate für 2 Jahre, dann halbjährlich für 2 Jahre, dann jährlich. Zusätzlich bei Bedarf Urinzytologie und Bildgebung des oberen Harntrakts.
Hohes Risiko (T1, high grade, CIS): Zystoskopie alle 3 Monate für 2 Jahre, dann alle 6 Monate für mindestens 5 Jahre, dann jährlich. Plus Urinzytologie alle 3 Monate, plus jährliche CT-Urographie zur Beurteilung des oberen Harntrakts.
Diese Schemata sind keine starre Vorgabe, sondern werden individuell angepasst. Bei stabilem Verlauf können Intervalle gestreckt werden, bei Auffälligkeiten engmaschiger kontrolliert werden. Eine moderne Tendenz: bei Niedrigrisiko-Patienten reicht oft eine „Hämaturie-getriggerte“ Surveillance (Zystoskopie nur bei neu auftretendem Blut im Urin).
Häufige Fragen (FAQ)
Die reine Untersuchungszeit beträgt 5 bis 10 Minuten. Mit Vorbereitung, Anästhesie-Einwirkzeit, Untersuchung und Befundbesprechung sollten Sie etwa 30 bis 45 Minuten in der Praxis einplanen. Bei einer starren Zystoskopie in Narkose ist der Klinikaufenthalt länger, etwa 2 bis 4 Stunden inklusive Aufwachzeit, manchmal mit kurzer stationärer Aufnahme.
Bei der flexiblen Zystoskopie reicht in über 95 Prozent der Fälle die Lokalanästhesie mit Lidocain-Gel aus, keine Spritze, keine Vollnarkose, keine Fahruntauglichkeit. Eine Narkose ist nötig bei der starren Zystoskopie für Probenentnahmen, Steinzertrümmerung oder Tumorabtragung. Auf Wunsch ist auch bei der flexiblen Variante eine leichte Beruhigung mit einer Tablette möglich.
Ja, die Zystoskopie ist Standard-Kassenleistung sowohl bei den gesetzlichen als auch privaten Krankenkassen, sofern eine medizinische Indikation vorliegt. Eine ärztliche Überweisung ist meist nicht erforderlich, der direkte Termin beim Urologen ist möglich. Bei der photodynamischen Diagnostik (Blaulicht-Zystoskopie mit Hexvix) ist je nach Indikation eine Kostenübernahme zu klären, bei Tumorverdacht oder Hochrisiko-NMIBC wird sie typischerweise erstattet.
Vor der flexiblen Zystoskopie müssen Sie nicht nüchtern sein, Sie können normal essen und trinken. Vor einer Narkose-Zystoskopie gelten die Standard-Regeln (6 Stunden nichts essen, 2 Stunden keine klare Flüssigkeit). Nach der Untersuchung sollten Sie viel trinken, mindestens 2 bis 3 Liter am Untersuchungstag und am Folgetag. Das hilft, die Blase zu spülen und reduziert das Infektionsrisiko.
Wenn 1 bis 2 Tage nach der Untersuchung das Brennen schlimmer wird statt besser, Fieber über 38,5°C auftritt, Schüttelfrost dazukommt, größere Mengen Blut im Urin abgehen oder Sie nicht mehr Wasser lassen können. Diese Symptome sprechen für einen Harnwegsinfekt oder eine seltene Komplikation und müssen zeitnah abgeklärt werden. Bei den üblichen Beschwerden (leichtes Brennen, leicht rosafarbener Urin, häufiger Harndrang) für 1 bis 2 Tage ist kein Arzttermin nötig, diese klingen von selbst ab.
Für den Termin zur Blasenspiegelung:
Quellen
Leitlinien
• European Association of Urology. EAU Guidelines on Non-muscle-invasive Bladder Cancer (TaT1 and CIS). Ausgabe 2025.
• Leitlinienprogramm Onkologie. S3-Leitlinie Früherkennung, Diagnose, Therapie und Nachsorge des Harnblasenkarzinoms. AWMF-Registernummer 032-038OL, 2024.
• European Association of Urology. EAU Guidelines on Urological Infections. Ausgabe 2025.
Studien
• Burger, M. et al. (2013). Photodynamic diagnosis of non-muscle-invasive bladder cancer with hexaminolevulinate cystoscopy: a meta-analysis of detection and recurrence based on raw data. European Urology, 64(5), 846-854. PMID 23602406
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November 2025