Die Nieren sind paarig angelegte, bohnenförmige Organe von etwa 10 bis 12 cm Länge, die retroperitoneal (hinter dem Bauchfell) in Höhe der unteren Brustwirbelsäule liegen. Jede Niere enthält etwa 1 Million Nephronen, die funktionellen Einheiten, bestehend aus Glomerulum (Filtereinheit) und Tubulussystem (Rückresorption und Sekretion). Die Nieren filtern täglich etwa 1.800 Liter Blut und produzieren daraus 1 bis 2 Liter Urin. Neben der Filterfunktion erfüllen sie weitere lebenswichtige Aufgaben: Regulation des Blutdrucks (Renin-Angiotensin-Aldosteron-System), Steuerung der Erythropoese (Erythropoietin/EPO), Vitamin-D-Aktivierung und Säure-Basen-Haushalt.

Nierensteine sind eine Volkskrankheit: Fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung erleben im Laufe des Lebens einen Stein, und wer einmal betroffen war, hat ein hohes Wiederholungsrisiko. Rund drei Viertel bestehen aus Calciumoxalat. Welche Behandlung infrage kommt, hängt vor allem von Größe und Lage ab.
Das Nierenzellkarzinom ist in etwa der Hälfte der Fälle ein Zufallsbefund im Ultraschall, weil kleine Tumoren keine Beschwerden machen. Das ist ein Glücksfall, denn in diesem Stadium sind sie meist organerhaltend operabel.
Die Nierenbeckenentzündung entsteht meist aus einem aufsteigenden Harnwegsinfekt und äußert sich durch Fieber, Flankenschmerz und starkes Krankheitsgefühl. Kommt eine Abflussbehinderung hinzu, wird daraus schnell ein Notfall.
Häufig und meist harmlos sind Nierenzysten. Sie brauchen nur dann Aufmerksamkeit, wenn sie ungewöhnlich aussehen oder Beschwerden verursachen.
Die Nieren arbeiten still. Sie melden sich erst, wenn etwas den Abfluss behindert oder eine Entzündung dazukommt. Deshalb sind auffällige Blutwerte oft der erste Hinweis, nicht der Schmerz.
Die Nebennieren (Glandulae suprarenales) sitzen kappenförmig auf den Nieren und sind endokrine Organe. Die Nebennierenrinde produziert Kortisol (Stresshormon), Aldosteron (Salz-Wasser-Haushalt) und Androgene. Das Nebennierenmark produziert Adrenalin und Noradrenalin. Urologisch relevante Nebennierenerkrankungen umfassen: Phäochromozytom (katecholaminproduzierender Tumor mit anfallsweisem Bluthochdruck), Conn-Adenom (Aldosteron-Überproduktion), Cushing-Syndrom (Kortisol-Überproduktion), Inzidentalom (zufällig entdeckter Nebennieren-Tumor, meist gutartig), und Nebennierenmetastasen (häufig bei Lungen-, Nieren- und Mammakarzinom). Die operative Entfernung (Adrenalektomie) erfolgt heute meist laparoskopisch oder roboterassistiert.
Die Basis bilden drei einfache Bausteine: der Urin, das Blut und der Ultraschall. Im Urin geht es um Blut, Entzündungszeichen und Eiweiß, im Blut um Kreatinin und die daraus berechnete Filtrationsleistung, im Ultraschall um Größe, Struktur und einen möglichen Aufstau. Diese Kombination beantwortet die meisten Fragen und kommt ohne Strahlung aus.
Reicht das nicht, folgt eine Computertomografie, die bei Steinen ohne Kontrastmittel und bei Tumoren mit Kontrastmittel durchgeführt wird. Für die Frage, wie viel jede Niere zur Gesamtleistung beiträgt und ob der Urin frei abfließt, gibt es die nuklearmedizinische Untersuchung. Sie ist immer dann entscheidend, wenn über eine Operation bei Abflussstörung nachgedacht wird.
Sie sollten einen Urologen aufsuchen bei: Blut im Urin (auch einmalig), Flankenschmerzen oder kolikartigen Schmerzen, wiederholt auffälligen Nierenwerten, Ultraschallbefunden wie Zysten, Steinen oder Raumforderungen, rezidivierenden Harnwegsinfekten mit Fieber, und nach Nierentransplantation zur Nachsorge.
Nierensteine betreffen 5 bis 10 Prozent der Bevölkerung im Laufe des Lebens, Tendenz steigend durch Ernährung und Klimawandel. 80 Prozent sind Calciumoxalat-Steine. Typische Symptome: plötzliche, kolikartige Flankenschmerzen mit Ausstrahlung in die Leiste (Nierenkolik). Diagnostik: Ultraschall als Erstuntersuchung, Low-Dose-CT als Goldstandard. Therapie je nach Größe und Lage: medikamentöse Expulsivtherapie (MET) bei kleinen Steinen, ESWL (Stoßwellenlithotripsie) von außen, URS mit Laserlithotripsie endoskopisch, PCNL bei großen Steinen. Metaphylaxe (Rezidivprophylaxe) ist entscheidend: Trinkmenge >2,5L/Tag, Ernährungsumstellung, ggf. medikamentös.
Die Nieren filtern täglich 1.800 Liter Blut und produzieren 1-2 Liter Urin. Jede Niere enthält etwa 1 Million Nephrone als Filtereinheiten. Nierenschädigende Faktoren: Diabetes mellitus (häufigste Ursache für Dialyse), Bluthochdruck, Übergewicht, NSAR-Langzeiteinnahme (Ibuprofen, Diclofenac), rezidivierende Harnwegsinfekte mit Nierenbeteiligung, Harnstauung durch Steine oder Prostatavergrößerung. Vorsorge: Kreatinin und GFR im Routinelabor, Blutdruckkontrolle, Urin-Stix auf Protein und Blut. Bei GFR <60 ml/min: nephrologische Mitbeurteilung.
Wenn Sie wissen möchten, wie stark Sie betroffen sind, hilft eines dieser Werkzeuge weiter. Für den vollständigen Überblick führt der Knopf darunter zur gefilterten Artikelübersicht.
Leitlinien
• EAU Guidelines on Urolithiasis. European Association of Urology, Ausgabe 2024.
• EAU Guidelines on Renal Cell Carcinoma. European Association of Urology, Ausgabe 2024.
• Leitlinienprogramm Onkologie. S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Nierenzellkarzinoms. AWMF-Registernummer 043-017OL.
⚠️ Medizinischer Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Konsultieren Sie bei Beschwerden Ihren Urologen.