
Wie oft wird in Deutschland eigentlich an der Prostata operiert? Wie viele Blasenspiegelungen gibt es im Jahr, und stimmt es, dass die Steinzertrümmerung von außen kaum noch eingesetzt wird?
Solche Fragen lassen sich beantworten, denn deutsche Krankenhäuser melden jeden stationären Fall mit Diagnosen und Prozeduren an das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus. Wir haben die Meldungen des Jahres 2025 für die Fachabteilung Urologie ausgewertet: 749.188 Fälle. Ein Fall ist ein Krankenhausaufenthalt, nicht eine Person: Wer im selben Jahr mehrmals stationär behandelt wird, erscheint mehrfach.
Drei von vier Behandelten sind Männer. Das überrascht wenig, weil die Prostata beim Mann liegt und die beiden häufigsten Diagnosen sie betreffen. Bemerkenswerter ist das Alter: Sechs von zehn Patienten sind 65 Jahre oder älter, jeder Fünfte ist über achtzig.
Für die Versorgung heißt das: Urologie ist in erheblichem Maß Altersmedizin. Viele Betroffene bringen weitere Erkrankungen mit. In den Nebendiagnosen taucht Bluthochdruck bei 41 Prozent der Fälle auf, ein Typ-2-Diabetes bei 15 Prozent, und 12 Prozent nehmen dauerhaft gerinnungshemmende Medikamente. Genau diese Begleitumstände entscheiden oft mit darüber, welche Behandlung infrage kommt.
Ganz oben stehen zwei Erkrankungen der Prostata, und zwar dicht beieinander: die gutartige Vergrößerung und der Prostatakrebs.
Danach folgt ein Befund, den man auf den ersten Blick nicht erwartet: der Harnstau durch einen Harnleiterstein mit 54.424 Fällen. Steine sind damit nach der Prostata der zweitgrößte Block. Auf Platz vier steht der Harnwegsinfekt mit 50.204 stationären Fällen, also solchen, die nicht ambulant behandelt werden konnten.
Der mit Abstand häufigste größere Eingriff ist die Abtragung eines Blasentumors über die Harnröhre, gefolgt von den Eingriffen an der gutartig vergrößerten Prostata. Die Blasenspiegelung als reine Untersuchung kommt in dieser Auswertung auf 101.522 Fälle, wobei der weitaus größere Teil aller Blasenspiegelungen ambulant erfolgt und hier nicht auftaucht.
Bei der radikalen Entfernung der Prostata zeigt sich die deutlichste Verschiebung der letzten Jahre. Von 34.156 Eingriffen wurden
Der Schlüssel „laparoskopisch“ umfasst dabei die roboterassistierten Operationen, die heute den Großteil davon ausmachen. Die offene Operation über einen Bauchschnitt ist auf gut jeden achten Eingriff zurückgegangen, der Zugang über den Damm praktisch verschwunden.
Ein zweiter Wert ist für Betroffene mindestens ebenso wichtig: Bei 67 Prozent der Eingriffe wurde nervenerhaltend operiert, also unter Schonung der Nervenbündel, die für die Erektion zuständig sind. Ob das möglich ist, hängt vom Tumorstadium ab, siehe radikale Prostatektomie.
In 51.570 urologischen Fällen wurde 2025 ein Operationsroboter eingesetzt, das sind knapp sieben Prozent aller Fälle der Fachabteilung. In 50.768 davon handelte es sich um ein mehrarmiges System, also die Bauart, die man aus Berichten über die Prostatachirurgie kennt.
Die Zahl übersteigt die der Prostataentfernungen deutlich. Das heißt: Der Roboter wird längst nicht mehr nur an der Prostata eingesetzt, sondern auch bei Nierenteilresektionen, Blasenentfernungen und rekonstruktiven Eingriffen.
Bei der gutartig vergrößerten Prostata ist die klassische Elektroresektion über die Harnröhre weiter das häufigste Verfahren. Aber sie ist nicht mehr allein.
Fast ein Drittel der Eingriffe sind inzwischen Enukleationen, also das vollständige Ausschälen des vergrößerten Innenteils, meist mit dem Holmium- oder Thulium-Laser. Dieses Verfahren war vor zehn Jahren eine Spezialität weniger Zentren. Der Holmium-Laser kam 2025 in 17.279 Fällen zum Einsatz, der Thulium-Laser in 9.435.
Die offene Operation, bei der die Prostata über einen Bauchschnitt ausgeschält wird, macht nur noch gut drei Prozent aus. Mehr dazu im Verfahrensvergleich.
Das ist das deutlichste Ergebnis der ganzen Auswertung. Bei den stationären Steinbehandlungen entfallen
Die Stoßwellenlithotripsie, jahrzehntelang das Sinnbild der Steinbehandlung, kommt stationär nur noch auf 2.494 Fälle. Die endoskopische Entfernung über die Harnröhre hat sie fast vollständig verdrängt. Ein Teil der Erklärung liegt darin, dass die Stoßwellenbehandlung häufig ambulant erfolgt und hier nicht mitgezählt wird. Der Trend ist trotzdem eindeutig, und er hat einen technischen Grund: In 24.965 Fällen kam ein flexibles Ureterorenoskop zum Einsatz, ein biegsames Instrument, mit dem sich auch Steine im Nierenbecken direkt erreichen lassen.
Eine Zahl fällt dabei besonders auf: 116.370 Einlagen und 71.395 Wechsel einer Harnleiterschiene, dazu 33.425 Entfernungen. Damit ist die Schiene die häufigste Maßnahme im stationären urologischen Alltag, häufiger als jede einzelne Operation.
Bei Nierentumoren wird heute deutlich öfter ein Teil der Niere entfernt als die ganze: 12.323 Teilresektionen stehen 7.770 radikalen Entfernungen gegenüber. Das entspricht dem, was die Leitlinien empfehlen, denn jeder erhaltene Nierenanteil zählt für die spätere Nierenfunktion.
Auch beim Zugangsweg unterscheiden sich die beiden Eingriffe: Die Teilresektion erfolgt zu 74 Prozent minimalinvasiv, die radikale Entfernung zu 53 Prozent. Mehr dazu unter Nierenentfernung.
109.370 Eingriffe an Blasentumoren über die Harnröhre stehen 6.822 radikalen Blasenentfernungen gegenüber. Dieses Verhältnis von etwa siebzehn zu eins bildet die Erkrankung gut ab: Die meisten Blasentumoren sind bei Entdeckung oberflächlich und werden über die Harnröhre behandelt, oft mehrfach über Jahre.
Zwei Details aus den Daten:
Die Fluoreszenzdiagnostik ist weit verbreitet. Von 99.372 Abtragungen und Ausschneidungen erfolgten 29.347 fluoreszenzgestützt, also fast jede dritte. Dabei färbt eine vorher in die Blase eingebrachte Substanz Tumorzellen an, sodass flache Herde und Krebsvorstufen unter Blaulicht sichtbar werden, die im Weißlicht leicht übersehen werden.
Bei der Blasenentfernung ist die Ersatzblase die Ausnahme. Von 6.822 radikalen Zystektomien wurde in 1.131 Fällen eine Neoblase aus Dünndarm gebildet, also bei etwa jedem sechsten Eingriff. Die große Mehrheit erhält eine Ableitung über die Bauchdecke, siehe Ileum-Conduit. Minimalinvasiv wurde bei knapp einem Drittel operiert.
Eine einzelne Jahreszahl sagt wenig. Interessant wird es im Verlauf. Wir haben deshalb die Meldungen der Jahre 2021 bis 2025 nebeneinandergelegt. Die Gesamtzahl der urologischen Klinikfälle blieb dabei erstaunlich stabil, sie schwankt zwischen 749.000 und 795.000. Innerhalb dieser Summe hat sich allerdings erheblich etwas verschoben.
Die deutlichste Entwicklung betrifft die roboterassistierte Chirurgie. Von 28.949 Eingriffen im Jahr 2021 auf 51.570 im Jahr 2025, das ist ein Zuwachs von 78 Prozent in vier Jahren.
Ausführliche Auswertung zur Roboterchirurgie, mit der Verteilung auf die einzelnen Eingriffe und der Zahl der Kliniken.
Der Zuwachs verläuft dabei gleichmäßig, ohne Sprünge. Bemerkenswert ist der Vergleich mit der radikalen Prostatektomie, die im selben Zeitraum nur um 24 Prozent zulegte: Der Roboter wird also nicht nur häufiger für dieselbe Operation eingesetzt, sondern zunehmend auch für andere Eingriffe.
Beim Zugangsweg zur radikalen Prostatektomie verschiebt sich das Bild kontinuierlich. Der Anteil minimalinvasiver Eingriffe, worunter auch die roboterassistierten fallen, ist von 68,4 auf 86,3 Prozent gestiegen.
Noch stärker fällt die Entwicklung bei der gutartigen Prostatavergrößerung aus. Die Enukleation, also das vollständige Ausschälen des vergrößerten Innenteils, hat sich von 13.013 auf 31.319 Eingriffe mehr als verdoppelt. Ihr Anteil an allen Eingriffen wegen gutartiger Vergrößerung stieg von 17,3 auf 31,9 Prozent.
Die Gegenbewegung dazu ist die Stoßwellenlithotripsie: Sie ist stationär von 6.186 auf 2.494 Behandlungen zurückgegangen, ein Minus von 60 Prozent.
Nicht alles bewegt sich. Die radikale Zystektomie liegt seit fünf Jahren praktisch unverändert bei gut 7.300 Eingriffen im Jahr. Die radikale Nephrektomie ebenso bei rund 11.300.
Innerhalb der Nierenchirurgie verschiebt sich allerdings etwas: Die organerhaltende Teilresektion legte von 9.812 auf 12.323 zu, während die vollständige Entfernung stagniert. Das entspricht dem, was die Leitlinien empfehlen.
Eine Zahl geht dagegen zurück, und das ist erklärungsbedürftig: Der Anteil der Ersatzblasen an allen Blasenentfernungen ist von 19,0 auf 15,5 Prozent gefallen. Ob das am steigenden Alter der Operierten liegt, an strengeren Auswahlkriterien oder an der Zentralisierung, lässt sich aus diesen Daten nicht beantworten.
Der Effekt ist gut sichtbar: Die endoskopische Steinbehandlung fällt von 80.499 auf 45.448, die Zahl der Harnleiterschienen von 267.669 auf 223.462, jeweils in einem einzigen Jahr. Bei der Abtragung von Blasentumoren zeigt sich derselbe Knick ein Jahr später, passend zur Erweiterung des Katalogs.
Für die Bewertung heißt das zweierlei. Erstens sind diese vier Reihen ab 2024 nicht mehr mit den Vorjahren vergleichbar. Zweitens ist der Bruch selbst ein Befund: Die Ambulantisierung urologischer Eingriffe lässt sich in den Abrechnungsdaten unmittelbar ablesen. Was politisch beschlossen wurde, ist innerhalb eines Jahres in der Versorgungsrealität angekommen.
Dass 326 Kliniken in Deutschland die Prostata bei Krebs entfernen, klingt nach breiter Verfügbarkeit. Die Zahl verdeckt allerdings, wie unterschiedlich sich die Eingriffe auf diese Häuser verteilen.
Die obersten zehn Prozent der Kliniken führen 42 Prozent aller radikalen Prostatektomien durch. Die untere Hälfte, also 163 Häuser, teilt sich zusammen 14 Prozent. In dieser unteren Hälfte liegt der typische Wert bei 26 Eingriffen im Jahr, in der Spitzengruppe bei 379.
Die gestrichelte Linie zeigt, wie es bei völlig gleichmäßiger Verteilung aussähe. Je weiter sich eine Kurve davon entfernt, desto stärker konzentriert sich der Eingriff auf wenige Häuser.
| Eingriff | Kliniken | Anteil der obersten 10 % |
|---|---|---|
| Stoßwellenlithotripsie | 90 | 53 % |
| Radikale Prostatektomie | 326 | 42 % |
| Prostata-Ausschälung | 197 | 38 % |
| Roboterassistierte Eingriffe | 227 | 32 % |
| Radikale Zystektomie | 301 | 28 % |
| Blasentumor-Abtragung | 440 | 23 % |
Das Muster ist erwartbar und trotzdem aufschlussreich: Je routinemäßiger ein Eingriff, desto gleichmäßiger verteilt er sich. Die Abtragung eines Blasentumors machen 440 Häuser, und die Spitzengruppe kommt nur auf 23 Prozent. Bei der Stoßwellenlithotripsie dagegen entfallen 53 Prozent aller stationären Behandlungen auf neun Kliniken.
Bei der radikalen Zystektomie sind die Zahlen am eindrücklichsten. 301 Häuser führen sie durch, aber 83 davon weniger als zehn Mal im Jahr, also seltener als einmal im Monat. Bei einem Eingriff, für den der Zusammenhang zwischen Erfahrung und Ergebnis so gut belegt ist wie bei kaum einem anderen in der Urologie, ist das eine Zahl, die man kennen sollte.
Zu den wichtigsten Eingriffen haben wir eigene Auswertungen erstellt, jeweils mit der Entwicklung seit 2021, der Verteilung auf die Verfahren und der Zahl der Kliniken, die den Eingriff durchführen.
Die Nebendiagnosen sagen oft mehr über die Versorgungslage aus als die Hauptdiagnose. Sie zeigen, mit welchen Voraussetzungen jemand zur urologischen Behandlung kommt.
Vier von zehn Fällen bringen einen Bluthochdruck mit. Bei 15,4 Prozent ist eine Hilfsbedürftigkeit dokumentiert, bei 3,2 Prozent eine Demenz. Jeder achte Fall nimmt dauerhaft gerinnungshemmende Medikamente, was vor jedem Eingriff geklärt und häufig pausiert werden muss.
Bei 5,2 Prozent waren multiresistente Erreger dokumentiert. Das ist ein hoher Wert und erklärt, warum bei wiederholten Krankenhausaufenthalten und liegenden Kathetern so genau auf die Antibiotikawahl geachtet wird.
Besonders aufschlussreich sind die kleinen Zahlen. Wie belastbar sie sind, hängt allerdings vom Eingriff ab: Notfälle wie die Hodentorsion werden praktisch immer stationär versorgt, ihre Zahl kommt der tatsächlichen Häufigkeit also nahe. Planbare Eingriffe wie die Beschneidung oder die Vasektomie erfolgen dagegen überwiegend ambulant, dort bildet die Zahl nur einen kleinen Ausschnitt ab.
Die letzte Zahl ist die kleinste der ganzen Auswertung. Beide Eingriffe erfolgen überwiegend ambulant, über die Gesamtzahl sagen sie deshalb nichts. Aussagekräftig ist allein das Verhältnis innerhalb derselben Datenquelle: Auf 776 stationäre Sterilisationen kommen 26 stationäre Wiederherstellungen des Samenleiters.
Die mittlere Verweildauer über alle urologischen Fälle beträgt 4,7 Tage. Dahinter stehen sehr unterschiedliche Behandlungen: Eine diagnostische Harnleiterspiegelung dauert im Mittel 2,5 Tage, eine transurethrale Prostataresektion 4,2 Tage, ein großer Eingriff an den Beckenorganen 6,7 Tage. Der längste Aufenthalt entfällt auf komplexe Nieren- und Blaseneingriffe mit 7,1 Tagen.
Urologie findet überwiegend in mittelgroßen und großen Häusern statt. Auf Kliniken mit 1.000 und mehr Betten entfallen 12,9 Prozent der Fälle, auf öffentliche Träger insgesamt der größte Anteil. Wo die urologischen Abteilungen in Ihrer Nähe liegen und wie viele Fälle sie behandeln, zeigt unser Klinikfinder mit 459 Einträgen.
Die bisherigen Zahlen stammen aus der Fachabteilung Urologie. Man kann die Frage auch andersherum stellen: Wie groß ist der urologische Anteil an der Krebsversorgung insgesamt? Dafür haben wir alle Fachabteilungen ausgewertet, also die kompletten 17,2 Millionen Krankenhausfälle des Jahres 2025.
Bei 1.387.608 Fällen war ein solider Tumor die Hauptdiagnose. Blut- und Lymphdrüsenkrebs sind dabei nicht mitgezählt, weil sie eine eigene Systematik haben. Von diesen 1,39 Millionen Fällen betrafen 244.915 die Harnwege oder die männlichen Geschlechtsorgane, also 17,7 Prozent.
| Organgruppe | Fälle | Anteil |
|---|---|---|
| Verdauungsorgane | 326.624 | 23,5 % |
| Urologie und männliche Genitalorgane | 244.915 | 17,7 % |
| Atemwege und Lunge | 213.437 | 15,4 % |
| Brust | 140.721 | 10,1 % |
| Haut | 135.565 | 9,8 % |
| Weibliche Genitalorgane | 73.764 | 5,3 % |
| Kopf, Hals und Mundraum | 52.378 | 3,8 % |
Solide Tumoren als Hauptdiagnose, alle Fachabteilungen, Datenjahr 2025. Gezählt werden Krankenhausaufenthalte, nicht Personen.
Damit steht die Urologie auf dem zweiten Platz, hinter den Verdauungsorganen und vor Lunge und Brust. Innerhalb der urologischen Tumoren entfallen 100.133 Fälle auf die Prostata und 93.860 auf die Blase, zusammen also vier von fünf. Es folgen Niere mit 25.919 und Hoden mit 10.425 Fällen.
Die Zahl erklärt, warum ein vergleichsweise kleines Fach so viel onkologische Arbeit trägt, und warum die Versorgung so stark von der Altersentwicklung abhängt: Prostata- und Blasenkarzinom sind Erkrankungen der zweiten Lebenshälfte.
Seit 2024 gibt es die Hybrid-Vergütung. Bestimmte Eingriffe werden seither gleich vergütet, egal ob der Patient über Nacht bleibt oder nicht. Das Ziel ist, Aufenthalte zu vermeiden, die medizinisch nicht nötig sind. In der Urologie hat das in kurzer Zeit viel verändert.
2024 wurden bundesweit 294.838 Fälle über die Hybrid-Vergütung abgerechnet, 2025 waren es bereits 547.397. Der urologische Anteil liegt bei etwa einem Fünftel, 52.899 Fälle im Jahr 2024 und 108.885 im Jahr 2025. Zwei der zehn häufigsten Hybrid-Fallgruppen bundesweit sind urologisch.
| Eingriff | 2024 | 2025 | 2026 (Hochrechnung) |
|---|---|---|---|
| Blasentumor-Resektion | 237 | 9.438 | 30.600 |
| Hydrozele | 285 | 8.787 | 10.308 |
| Blasenspiegelung | 10.806 | 16.159 | 33.322 |
| Harnleiterschiene | 12.114 | 13.970 | 24.478 |
| Harnleiterstein mit Schienung | 14.882 | 16.921 | 23.798 |
| Ureterorenoskopie | 9.070 | 11.126 | 17.102 |
| Perkutane Nierensteinentfernung | 8.883 | 10.057 | 16.654 |
Die Werte für 2026 sind auf das Gesamtjahr hochgerechnet. Grundlage sind die bis zum Redaktionsschluss vorliegenden Monate. Endgültige Zahlen liegen erst nach Abschluss des Jahres vor.
Eingriffe im Hybrid-Bereich, Fälle je Jahr. Der Wert für 2026 ist aus Januar bis Mai hochgerechnet und bei saisonabhängigen Eingriffen wie Harnsteinen eher zu niedrig.
Am deutlichsten ist die Verschiebung bei der Blasentumor-Resektion. 2024 wurden 237 dieser Eingriffe hybrid abgerechnet, für 2026 zeichnen sich über 30.000 ab. Bei der Hydrozele war es ein ähnlicher Sprung.
Stellt man beide Wege im selben Zeitraum gegenüber, zeigt sich, wie weit die Verlagerung schon reicht: Von allen Harnleitersteinen, die transurethral behandelt werden, laufen inzwischen etwa vier von fünf ohne stationäre Aufnahme. Bei der Hydrozele sind es fast neun von zehn, bei der Blasentumor-Resektion vier von zehn.
Was das für diese Auswertung bedeutet: Alle übrigen Zahlen auf dieser Seite stammen aus den stationären DRG-Daten. Wo Eingriffe in den Hybrid-Bereich abgewandert sind, geben sie die tatsächliche Menge nicht mehr vollständig wieder. Besonders bei Harnsteinen und der Hydrozele ist der stationäre Teil nur noch ein Ausschnitt.
Für Patienten heißt das: Eingriffe, für die man früher zwei oder drei Tage im Krankenhaus blieb, finden heute oft am selben Tag statt. Die Operation selbst ist dieselbe.
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Grundlage ist die unterjährige Datenlieferung nach §21 Krankenhausentgeltgesetz für den Zeitraum Januar bis Dezember 2025, abgerufen über den DatenBrowser des Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK). Ausgewertet wurde ausschließlich die Fachabteilung Urologie (Schlüssel 2200) mit 749.188 Fällen. Das ist die zweite wichtige Einschränkung: Was in anderen Abteilungen behandelt wird, etwa Hodentorsionen und Fehlbildungen in der Kinderchirurgie oder Nierentransplantationen in eigenen Zentren, fehlt hier. Zur Einordnung der Größenordnung: Für die radikale Prostatektomie weist unsere Auswertung 34.156 Eingriffe aus, die AOK nennt für 2024 bundesweit rund 34.700. Die Werte decken sich also gut. Prozeduren wurden über den Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) zusammengefasst; da pro Fall mehrere Prozeduren kodiert sein können, ist die Summe der Prozeduren höher als die Fallzahl. Es handelt sich um vorläufige Daten, die sich durch Nachmeldungen noch ändern können. Ambulante Behandlungen sind nicht enthalten. Das ist die wichtigste Einschränkung dieser Auswertung: Bei Eingriffen, die überwiegend ambulant erfolgen, etwa Beschneidung, Sterilisation, Stoßwellenlithotripsie oder Blasenspiegelung, bildet die genannte Zahl nur einen Ausschnitt ab und sagt nichts über die Häufigkeit in Deutschland insgesamt. Belastbar sind vor allem Eingriffe, die praktisch immer stationär erfolgen, sowie Verhältnisse innerhalb derselben Datenquelle. Für den Zeitvergleich wurden die Datenlieferungen der Jahre 2021 bis 2025 herangezogen; das Jahr 2021 liegt nach dem Fallpauschalenkatalog 2022 gruppiert vor. Stand des Abrufs: August 2026.