Datenauswertung

Radikale Prostatektomie in Zahlen

34.156 Eingriffe im Jahr 2025. Wie sich der Zugangsweg in fünf Jahren verschoben hat.
Redaktion: UroWissen
Redaktionell erstellt. Eine fachärztliche Einzelprüfung dieses Beitrags steht noch aus. Zum Medical Board
Erstellt nach Leitlinien von EAU und DGU
34.156
radikale Prostatektomien in urologischen Fachabteilungen, 2025. In 86,3 Prozent der Fälle minimalinvasiv.

Die vollständige Entfernung der Prostata samt Samenblasen ist der häufigste große Krebseingriff der Urologie. 2025 wurde er in urologischen Fachabteilungen 34.156 Mal durchgeführt, gegenüber 27.454 im Jahr 2021.

Der Zugangsweg hat sich verschoben

Die eigentliche Veränderung der letzten Jahre betrifft nicht die Häufigkeit, sondern das Wie.

05.03810.07615.11420.15220212022202320242025roboterassistiertoffenlaparoskopisch
Radikale Prostatektomien nach Zugangsweg. Der roboterassistierte Zugang wird über die Endziffer des Prozedurenschlüssels erfasst.

Die offene Operation ist von 8.612 auf 4.663 Eingriffe zurückgegangen, der roboterassistierte Zugang von 13.063 auf 20.152 gestiegen. Zusammen mit der klassischen Laparoskopie liegt der minimalinvasive Anteil heute bei 86,3 Prozent, gegenüber 68,4 Prozent im Jahr 2021.

Bemerkenswert ist dabei, dass die offene Operation nicht verschwindet. Rund 4.663 Eingriffe im Jahr erfolgen weiterhin offen, und es gibt Situationen, in denen das die richtige Wahl ist: sehr große Prostatadrüsen, ausgedehnte Voroperationen im Becken oder Narkoserisiken, die die für den Roboter nötige steile Kopftieflage erschweren.

Nervenerhalt

Bei rund zwei Dritteln der Eingriffe wird zumindest einseitig versucht, die für die Erektion zuständigen Nervenbündel zu schonen. Ob das möglich ist, hängt von der Tumorausdehnung ab und nicht vom Zugangsweg. Ein onkologisch sicherer Nervenerhalt ist nicht bei jedem Befund vertretbar, und diese Abwägung gehört ins Aufklärungsgespräch. Mehr dazu im Artikel Radikale Prostatektomie.

Wo der Eingriff durchgeführt wird

Nach den Qualitätsberichten 2024 führen 326 der 459 urologischen Fachabteilungen radikale Prostatektomien durch. Die Verteilung ist sehr ungleich: Der Median liegt bei 60 Eingriffen im Jahr, das Haus mit den meisten kommt auf 1.533. Die obersten zehn Prozent der Kliniken führen zusammen 42 Prozent aller Eingriffe durch.

326 Kliniken in Deutschlandentfernen die Prostata bei Krebs. Im Klinikfinder sehen Sie, wie oft und wo, auch im Umkreis Ihres Wohnorts.Kliniken finden →
Zur Einordnung: Bei der radikalen Prostatektomie ist der Zusammenhang zwischen Erfahrung und Ergebnis gut untersucht, besonders für die funktionellen Ergebnisse Kontinenz und Erektionsfähigkeit. Entscheidend ist dabei die Erfahrung des einzelnen Operateurs, nicht allein die Fallzahl des Hauses. Die Frage „Wie viele dieser Eingriffe führen Sie persönlich pro Jahr durch“ ist deshalb aussagekräftiger als jede Statistik.

Woher die Zahlen stammen

Die Jahreszahlen stammen aus der Datenlieferung der Krankenhäuser nach §21 Krankenhausentgeltgesetz, abgerufen über den DatenBrowser des InEK, ausgewertet für die Fachabteilung Urologie über den Prozedurenschlüssel OPS 5-604. Das Jahr 2021 liegt nach dem Fallpauschalenkatalog 2022 gruppiert vor. Die Zahl der Kliniken stammt aus den strukturierten Qualitätsberichten für das Berichtsjahr 2024. Erfasst sind ausschließlich stationäre Behandlungen in urologischen Fachabteilungen. Die vollständige Auswertung steht unter Urologie in Zahlen.

Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
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