Nervenerhalt, auch nervenschonende Operation genannt, bezeichnet die Technik, bei der radikalen Prostatektomie die Nervenbündel zu schonen, die seitlich an der Prostata entlanglaufen und die Erektion steuern. Beide Bündel, eines oder keines können erhalten werden.
Warum es schwierig ist: Die Nerven liegen nur wenige Millimeter von der Prostatakapsel entfernt in einer Gewebeschicht, die sich nicht sicher vom Tumor abgrenzen lässt. Schont der Operateur die Nerven, arbeitet er nahe am Tumor. Bei Tumoren, die an die Kapsel heranreichen oder sie durchbrechen, wird auf dieser Seite bewusst breiter operiert. Die Sicherheit der Krebsentfernung geht vor.
Wann es möglich ist: Bei Tumoren mit niedrigem und mittlerem Risiko, die in der MRT und in den Biopsien auf das Organinnere beschränkt sind. Laut Abrechnungsdaten werden in Deutschland etwa zwei Drittel aller radikalen Prostatektomien nervenerhaltend durchgeführt. Ausschlaggebend ist die Einschätzung vor der Operation, manchmal entscheidet der Operateur erst während des Eingriffs.
Was es bringt: Die Erektionsfähigkeit erholt sich nach beidseitigem Nervenerhalt bei einem deutlich größeren Anteil der Männer, meist innerhalb von 12 bis 24 Monaten, unterstützt durch PDE5-Hemmer. Auch die Kontinenz kehrt schneller zurück. Garantien gibt es nicht, die Ergebnisse hängen von Alter, Ausgangsfunktion und Erfahrung des Operateurs ab.