Der Beckenboden ist eine komplexe Muskel-Bindegewebsplatte, die die Beckenorgane (Blase, Uterus, Rektum) stützt und an der Kontinenz beteiligt ist. Schwangerschaft, vaginale Geburten, Übergewicht, chronischer Husten und Alterungsprozesse (Östrogenmangel postmenopausal) können den Beckenboden schwächen. Therapieoptionen: konservativ (Beckenbodentraining, Biofeedback, Pessare, Elektrostimulation), medikamentös (Anticholinergika, Mirabegron, lokale Östrogene), minimal-invasiv (Botulinumtoxin, sakrale Neuromodulation) und operativ (TVT/TOT-Bänder bei Belastungsinkontinenz, Kolposuspension, Mesh-gestützte Prolapsrekonstruktion).
Regelmäßiges Beckenbodentraining (auch präventiv!), ausreichende Trinkmenge, D-Mannose, Cranberry, Immunstimulation (Uro-Vaxom, StroVac). Postmenopausal: lokale Östrogentherapie. Auch Frauen gehören zum Urologen – Urogynäkologie ist ein wichtiges Subspezialgebiet!
Frauen sind aufgrund der kurzen Harnröhre (3-4 cm) deutlich häufiger von Harnwegsinfekten betroffen als Männer. 50% aller Frauen erleben mindestens eine Zystitis, 20-30% entwickeln Rezidive. Postmenopausale Frauen: Östrogenmangel führt zu Veränderungen der Vaginalflora und erhöht das HWI-Risiko. Prophylaxeoptionen: ausreichende Trinkmenge (>2L/Tag), D-Mannose, Cranberry-Präparate, vaginale Östrogenisierung, Immunstimulation (Uro-Vaxom, StroVac), antibiotische Langzeitprophylaxe als letzte Option.
25% aller Frauen sind von Harninkontinenz betroffen, nach Schwangerschaft und Geburt deutlich häufiger. Belastungsinkontinenz (Urinverlust bei Husten, Niesen, Lachen) ist die häufigste Form. Therapie: Beckenbodentraining als First-Line (Evidenzgrad 1A, 50-70% Besserung), Pessartherapie, Duloxetin, suburethrale Bänder (TVT/TOT) mit 80-90% Langzeiterfolg. Senkungsbeschwerden (Deszensus): Beckenbodentraining, Pessartherapie, operative Korrektur bei fortgeschrittenem Deszensus.
⚠️ Medizinischer Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Konsultieren Sie bei Beschwerden Ihren Urologen.