Daraus entstehen Beschwerden, die oft nicht damit in Verbindung gebracht werden: Brennen, Trockenheit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, häufiger Harndrang und wiederkehrende Blasenentzündungen.
Anders als die Hitzewallungen bessern sich diese Beschwerden nicht von allein. Ohne Behandlung nehmen sie eher zu.
Wirksam ist örtliches Östrogen als Creme oder Zäpfchen. Es wirkt nur vor Ort, geht kaum in den Körper über und ist auch bei vielen Frauen anwendbar, für die Hormontabletten nicht infrage kommen.
Nach den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel dauerhaft. Betroffen davon sind nicht nur Scheide und Gebärmutter, sondern auch Harnröhre, Blasenhals und Beckenboden, weil diese Gewebe dieselben Hormonrezeptoren tragen und aus derselben Anlage stammen.
Früher sprach man von vaginaler Atrophie und meinte damit nur die Scheide. Der heutige Begriff urogenitales Menopausensyndrom fasst beides zusammen, weil die Beschwerden fast immer gemeinsam auftreten.

Die Schleimhaut von Scheide und Harnröhre wird dünner, trockener und weniger elastisch. Die Durchblutung nimmt ab. Der pH-Wert steigt, und die schützenden Milchsäurebakterien gehen zurück.
Aus diesen drei Veränderungen erklären sich sämtliche Beschwerden: Trockenheit, Brennen und Juckreiz, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, häufiger Harndrang, Brennen beim Wasserlassen ohne Infektion, und vor allem wiederkehrende Blasenentzündungen, weil der natürliche Schutzwall fehlt.
Die Zahlen sind eindeutig: Etwa die Hälfte der Frauen nach der Menopause ist betroffen, aber weniger als jede zehnte erhält eine Behandlung. Dafür gibt es drei Gründe, und alle drei sind auflösbar.
Erstens wird das Thema selten angesprochen, weder von Ärzten noch von Betroffenen. Zweitens halten viele die Beschwerden für eine unvermeidliche Alterserscheinung. Drittens besteht eine große Zurückhaltung gegenüber Hormonen, die aus der Diskussion um die systemische Hormontherapie stammt und auf die lokale Anwendung nicht zutrifft.
Sie ist die wirksamste Behandlung und wird als Creme, Zäpfchen oder Vaginalring angewendet, meist zunächst täglich für zwei Wochen, danach zwei- bis dreimal wöchentlich als Erhaltung.
Die verwendeten Mengen sind sehr gering. Die Aufnahme in den Blutkreislauf ist minimal, die Hormonspiegel bleiben im Bereich nach der Menopause. Deshalb gelten die Einschränkungen der systemischen Hormontherapie hier nicht: Es ist keine zusätzliche Gestagengabe zum Schutz der Gebärmutterschleimhaut nötig, und ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs, Thrombosen oder Herzinfarkt ist nicht belegt.
Die Wirkung setzt nach zwei bis vier Wochen ein und ist nach acht bis zwölf Wochen vollständig. Sie muss dauerhaft fortgeführt werden, weil die Beschwerden nach dem Absetzen zurückkehren.
Die Zahlen zeigen, dass das Thema selten angesprochen wird, und zwar von beiden Seiten. Wer wartet, bis danach gefragt wird, wartet oft vergeblich.
Hilfreich ist es, konkret zu benennen, was stört, statt allgemein von Wechseljahresbeschwerden zu sprechen. Also: Es brennt beim Wasserlassen, obwohl kein Infekt gefunden wird. Der Geschlechtsverkehr ist schmerzhaft geworden. Ich habe seit den Wechseljahren mehrmals im Jahr eine Blasenentzündung.
Alle drei Formulierungen führen unmittelbar zur richtigen Diagnose. Zuständig sind sowohl Urologie als auch Gynäkologie, und beide behandeln es.
Das Syndrom kommt selten allein. Häufig bestehen gleichzeitig eine Belastungsinkontinenz, Drangbeschwerden oder eine Senkung, weil alle denselben hormonellen und bindegewebigen Hintergrund haben.
Das ist eine gute Nachricht: Die lokale Östrogentherapie verbessert häufig mehrere dieser Beschwerden gleichzeitig und wirkt als Grundlage, auf der Beckenbodentraining und andere Maßnahmen besser greifen.
Befeuchtende Gele auf Hyaluronsäurebasis werden regelmäßig angewendet und verbessern die Schleimhautfeuchtigkeit, ohne hormonell zu wirken. Gleitmittel helfen situativ beim Geschlechtsverkehr, behandeln aber die Ursache nicht.
Regelmäßige sexuelle Aktivität erhält die Durchblutung und Dehnbarkeit der Scheide messbar. Das ist keine Nebenbemerkung, sondern eine wirksame Maßnahme.
Für Laserverfahren ist die Datenlage unzureichend, kontrollierte Untersuchungen zeigten keinen Vorteil gegenüber einer Scheinbehandlung. Sie werden derzeit nicht empfohlen.
Nach heutigem Kenntnisstand nicht. Die aufgenommene Menge ist so gering, dass die Blutspiegel im Bereich nach der Menopause bleiben. Die Warnungen, die vielen aus dem Beipackzettel bekannt sind, stammen weitgehend aus Untersuchungen zur systemischen Hormontherapie mit deutlich höheren Dosen.
Dauerhaft. Die Ursache ist der fehlende Östrogenspiegel, und der kehrt nicht zurück. Nach dem Absetzen bilden sich die Beschwerden innerhalb weniger Monate zurück. Die Erhaltungsdosis von zwei- bis dreimal wöchentlich ist niedrig und gut verträglich.
Ja, und das ist einer der am besten belegten Effekte. Lokale Östrogene stellen die schützende Scheidenflora wieder her und senken die Häufigkeit wiederkehrender Harnwegsinfekte deutlich. Bei Frauen nach der Menopause mit wiederholten Infekten gehören sie zu den wirksamsten Vorbeugemaßnahmen überhaupt.
Leitlinien
• European Association of Urology. EAU Guidelines on Management of Non-neurogenic Female LUTS and Urinary Incontinence in Adults. Ausgabe 2025.
• Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. S2k-Leitlinie Harninkontinenz der Frau. AWMF-Registernummer 015-091.