Gespritzt wird bei einer Blasenspiegelung an etwa zwanzig Stellen. Das dauert wenige Minuten und geht ambulant.
Die Wirkung setzt nach ein bis zwei Wochen ein und hält sechs bis neun Monate. Danach wird die Behandlung wiederholt.
Eine mögliche Folge ist, dass die Blase sich vorübergehend nicht mehr vollständig entleert. Dann muss man sich selbst katheterisieren. Darüber sollten Sie vorher gesprochen haben.
Botulinumtoxin wird bei überaktiver Blase in die Blasenwand gespritzt und hemmt dort die Übertragung des Nervensignals auf den Muskel. Der Muskel entspannt sich, die Blase fasst wieder mehr, und der plötzliche Drang lässt nach.
Eingesetzt wird es, wenn Medikamente nicht ausreichend wirken oder nicht vertragen werden. Es ist damit die zweite Behandlungsstufe und in dieser Rolle gut untersucht.
Die Behandlung erfolgt über eine Blasenspiegelung, meist ambulant und in örtlicher Betäubung, bei Bedarf in einer Kurznarkose. Über den Arbeitskanal des Instruments wird eine feine Nadel eingeführt, und der Wirkstoff wird an zwanzig bis dreißig Stellen verteilt in die Blasenwand gespritzt.
Das dauert etwa fünfzehn Minuten. Danach bleiben Sie kurz zur Beobachtung, insbesondere um zu prüfen, ob das Wasserlassen funktioniert.
Die Wirkung setzt nicht sofort ein, sondern über etwa eine bis zwei Wochen. Sie hält sechs bis neun Monate an, danach wird die Behandlung bei Bedarf wiederholt. Ein Nachlassen der Wirkung bei wiederholter Anwendung ist die Ausnahme.
Daneben sind Harnwegsinfekte häufiger, weshalb vor dem Eingriff der Urin untersucht und ein bestehender Infekt behandelt wird. Blut im Urin für ein bis zwei Tage ist normal.

Bei der idiopathischen überaktiven Blase, also ohne neurologische Ursache, wird eine niedrigere Dosis verwendet. Das Risiko für Restharn ist entsprechend geringer.
Bei der neurogenen Blasenfunktionsstörung, etwa bei Multipler Sklerose oder nach Rückenmarksverletzung, wird eine höhere Dosis eingesetzt. Hier geht es nicht nur um Beschwerden, sondern um den Schutz der Nieren, weil der hohe Druck in der Blase sie schädigt. Viele Betroffene katheterisieren sich ohnehin bereits selbst, wodurch der wichtigste Nachteil entfällt.
In Untersuchungen zeigte sich der Nutzen am deutlichsten bei Betroffenen mit häufigen Inkontinenzepisoden. Wer mehrfach täglich unfreiwillig Urin verliert, erlebt die stärkste Veränderung.
Weniger überzeugend fällt das Ergebnis aus, wenn Drang ohne Inkontinenz im Vordergrund steht oder wenn zusätzlich eine Abflussbehinderung besteht. Dann sollte zuerst diese behandelt werden.
Ein besonderer Fall sind ältere Menschen mit bestehendem Restharn. Hier ist das Risiko für eine Entleerungsstörung erhöht, weshalb die Dosis niedriger gewählt und engmaschiger kontrolliert wird.
Legen Sie den Termin so, dass Sie in den folgenden zwei Wochen erreichbar sind und eine Kontrolle wahrnehmen können. Klären Sie vorher, an wen Sie sich außerhalb der Sprechzeiten wenden, falls die Entleerung nicht funktioniert.
Lassen Sie sich unabhängig davon, ob es voraussichtlich nötig wird, den Selbstkatheterismus zeigen. Wer die Technik einmal gesehen hat, gerät im Bedarfsfall nicht in Panik, und die Hemmschwelle sinkt erheblich.
Zwei bis vier Wochen nach dem Eingriff wird der Restharn kontrolliert, auch wenn Sie beschwerdefrei sind. Ein Restharn ohne Symptome kommt vor und muss erkannt werden.
Führen Sie in den ersten Wochen ein Blasentagebuch. Es zeigt objektiv, ob und wie stark die Wirkung eingetreten ist, und liefert die Grundlage für die Entscheidung über eine Wiederholung.
Melden Sie sich, wenn Sie das Gefühl haben, die Blase nicht mehr leeren zu können, bei Fieber oder bei erneut zunehmenden Beschwerden.
Die sakrale Neuromodulation ist die Alternative auf derselben Behandlungsstufe. In direkten Vergleichen sind beide ähnlich wirksam.
Für Botulinumtoxin sprechen der geringere Aufwand, kein Implantat und die einfache Umkehrbarkeit. Dagegen sprechen die Notwendigkeit der Wiederholung alle sechs bis neun Monate und das Risiko des Selbstkatheterismus.
Für die Neuromodulation sprechen die dauerhafte Wirkung ohne Wiederholung und die Möglichkeit, sie vorher zu testen. Dagegen sprechen ein implantiertes Gerät, ein zweizeitiges Vorgehen und Nachfolgeeingriffe bei Batteriewechsel.
Es ist derselbe Wirkstoff, aber ein anderes Präparat mit eigener Zulassung für die Blase und einer anderen Dosierung. Es wirkt ausschließlich örtlich am Injektionsort, eine Wirkung im übrigen Körper ist bei den verwendeten Mengen nicht zu erwarten.
Ja, bei bestehender Zulassung für die jeweilige Indikation und nach erfolgloser oder nicht vertragener medikamentöser Behandlung. Dokumentieren Sie deshalb, welche Präparate Sie in welcher Dosierung und über welchen Zeitraum eingenommen haben.
Grundsätzlich beliebig oft, üblicherweise mit einem Mindestabstand von drei Monaten. Langzeitdaten über viele Jahre und zahlreiche Behandlungen zeigen eine anhaltende Wirksamkeit ohne Gewöhnung.
Leitlinien
• S2k-Leitlinie Harninkontinenz. DGU, AWMF, 2024.
Studien
• Nitti, V. W. et al. OnabotulinumtoxinA for overactive bladder. Journal of Urology, 2013. PMID 23246476
Reviews
• Cheng, T. et al. Efficacy and safety of onabotulinumtoxinA in patients with neurogenic detrusor overactivity: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. PLoS One, 2016;11(7):e0159307.