Lexikon

Restharn

Restharn ist die Urinmenge, die nach dem Wasserlassen in der Blase zurückbleibt. Bei gesunder Blasenentleerung sind das unter 50 Milliliter. Werte über 100 bis 150 Milliliter gelten als behandlungsbedürftig, über 300 Milliliter als chronischer Harnverhalt. Gemessen wird per Ultraschall direkt nach der Miktion, schmerzlos und in einer Minute.

Warum er entsteht: Entweder versperrt etwas den Abfluss, beim Mann meist die vergrößerte Prostata, seltener eine Harnröhrenenge oder Blasenhalsenge, bei der Frau eine Senkung, die die Harnröhre abknickt. Oder der Blasenmuskel ist zu schwach, etwa bei Diabetes, nach Bandscheibenvorfällen, bei Nervenerkrankungen, durch Medikamente wie Anticholinergika oder Opioide oder nach jahrelanger Überdehnung. Oft kommt beides zusammen.

Warum er schadet: Stehender Urin ist ein Nährboden für Bakterien und begünstigt Harnwegsinfekte und Blasensteine. Die ständig volle Blase macht häufigen Drang und nächtliches Wasserlassen, kann überlaufen und bei hohem Druck den Urin in die Nieren zurückstauen, was die Nierenfunktion dauerhaft schädigt. Ein größerer Restharn ist deshalb ein wichtigeres Operationsargument als der subjektive Leidensdruck.

Was zu tun ist: Die Ursache behandeln: Alpha-Blocker oder Prostataoperation, Schlitzung einer Harnröhrenenge, Behandlung der Senkung, Absetzen verursachender Medikamente. Bei schwachem Blasenmuskel hilft der intermittierende Selbstkatheterismus, bei sehr hohem Restharn zunächst ein Dauerkatheter, damit sich die überdehnte Blase erholt. Einzelmessungen schwanken stark; vor Entscheidungen sollte mehrfach gemessen werden.

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Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
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