Lexikon

Alpha-Blocker

Alpha-Blocker sind Medikamente, die die Muskelspannung in Prostata, Blasenhals und Harnröhre senken und so den Harnabfluss erleichtern. Sie sind die am häufigsten verordneten Mittel bei gutartiger Prostatavergrößerung. Gängige Wirkstoffe sind Tamsulosin, Silodosin, Alfuzosin und Doxazosin.

Wie sie wirken: Die glatte Muskulatur der Prostata wird über Alpha-1-Rezeptoren gesteuert. Werden diese blockiert, entspannt sich das Gewebe, der Harnröhrenquerschnitt wird weiter und der Strahl kräftiger. Die Prostata selbst wird nicht kleiner, weshalb die Wirkung sofort einsetzt, aber auch sofort nachlässt, wenn das Medikament abgesetzt wird. Spürbar ist die Besserung meist innerhalb von Tagen, voll ausgeprägt nach zwei bis vier Wochen.

Nebenwirkungen: Typisch sind Schwindel beim Aufstehen durch Blutdruckabfall, Müdigkeit, verstopfte Nase und bei Tamsulosin und Silodosin ein trockener Orgasmus ohne Samenerguss, der bei bis zu einem Viertel der Männer auftritt und nach Absetzen verschwindet. Wichtig vor einer Augenoperation am grauen Star: Der Augenarzt muss wissen, dass ein Alpha-Blocker eingenommen wird, weil die Iris schlaff werden kann.

Weitere Einsatzgebiete: Alpha-Blocker erleichtern den Abgang von Harnleitersteinen bis etwa 10 mm und sind Teil der medikamentösen Expulsivtherapie. Nach einem akuten Harnverhalt erhöhen sie die Chance, dass der Katheter dauerhaft entfernt werden kann. Bei chronischem Beckenschmerz lindern sie die Entleerungsstörung.

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Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
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