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Antibiogramm

Antibiogramm ist der Laborbericht, der zeigt, gegen welche Antibiotika ein nachgewiesener Erreger empfindlich und gegen welche er resistent ist. Es wird nach der Urinkultur erstellt, indem die angezüchteten Bakterien verschiedenen Antibiotika ausgesetzt werden, und liegt meist zwei bis drei Tage nach der Probenabgabe vor. Es ist die Grundlage, um ein Antibiotikum gezielt statt auf Verdacht zu wählen.

Lesen: Jedes getestete Antibiotikum wird mit S für sensibel, I für sensibel bei erhöhter Dosierung und R für resistent bewertet. Der Arzt wählt aus den sensiblen Mitteln das, das in der Blase oder Niere ausreichend hohe Spiegel erreicht, am wenigsten Nebenwirkungen hat und ein möglichst schmales Spektrum abdeckt, um die Darmflora zu schonen. Ein Mittel, das im Labor wirkt, aber den Urin kaum erreicht, ist trotz S ungeeignet.

Warum es wichtig ist: Escherichia coli, der häufigste Erreger von Harnwegsinfekten, ist in Deutschland zu etwa 20 bis 30 Prozent gegen Cotrimoxazol und zu 10 bis 20 Prozent gegen Fluorchinolone resistent, in manchen Regionen und bei Vorbehandelten deutlich mehr. Ein kalkuliert begonnenes Antibiotikum erweist sich deshalb bei jedem fünften bis zehnten Patienten als unwirksam. Das Antibiogramm erlaubt, rechtzeitig umzustellen, und verhindert unnötige Breitbandantibiotika. Bei wiederkehrenden Infekten zeigt der Vergleich mehrerer Antibiogramme, ob es derselbe Keim ist.

Grenzen: Das Antibiogramm zeigt nur, was gegen den angezüchteten Keim wirkt, nicht, ob dieser Keim die Beschwerden verursacht. Bakterien im Urin ohne Symptome, etwa bei älteren Menschen oder Katheterträgern, brauchen kein Antibiotikum, auch wenn ein Antibiogramm vorliegt. Multiresistente Erreger, bei denen nur noch wenige Reserveantibiotika wirken, finden sich bei etwa fünf Prozent der urologischen Klinikpatienten und erfordern besondere Hygiene und oft eine Behandlung über die Vene.

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Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
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