Urinkultur ist die Anzucht von Bakterien aus einer Urinprobe im Labor. Sie zeigt, welcher Erreger einen Harnwegsinfekt verursacht, in welcher Menge er vorliegt und gegen welche Antibiotika er empfindlich ist.
Ablauf: Der Urin wird auf Nährböden verteilt und bei 37 Grad bebrütet. Nach 18 bis 24 Stunden sind die Kolonien sichtbar, die Bestimmung des Erregers und das Antibiogramm dauern einen weiteren Tag. Das Ergebnis liegt also meist nach zwei bis drei Tagen vor. Bis dahin wird bei Beschwerden kalkuliert behandelt und bei Bedarf nach dem Befund umgestellt.
Keimzahl: Angegeben wird die Zahl koloniebildender Einheiten pro Milliliter. Klassisch gilt ab 100.000 ein sicherer Infekt, bei passenden Beschwerden reichen aber auch 1.000 bis 10.000. Mehrere verschiedene Keime in niedriger Zahl sprechen für eine Verunreinigung bei der Abnahme. Deshalb ist die saubere Gewinnung als Mittelstrahlurin entscheidend.
Wann sie nötig ist: Bei der unkomplizierten Blasenentzündung der Frau verzichtet man meist darauf. Nötig ist sie bei Männern, Kindern, Schwangeren, Fieber, wiederkehrenden Infekten, Katheterträgern, vor urologischen Eingriffen und wenn eine Therapie nicht anschlägt.