Pyelonephritis ist die Entzündung des Nierenbeckens und des Nierengewebes, meist weil Bakterien aus der Blase über den Harnleiter aufsteigen. Im Gegensatz zur Blasenentzündung ist sie eine ernste Erkrankung, die immer mit Antibiotika behandelt wird.
Woran man sie erkennt: Fieber über 38 Grad, Schüttelfrost, Schmerzen in der Flanke, Klopfschmerz über der Niere, oft Übelkeit und allgemeines Krankheitsgefühl. Beschwerden beim Wasserlassen können vorausgehen, fehlen aber bei etwa einem Drittel der Betroffenen.
Behandlung: Bei leichten Verläufen reicht ein Antibiotikum in Tablettenform über sieben bis zehn Tage, vorher wird eine Urinkultur angelegt. Stationär behandelt wird bei hohem Fieber, Erbrechen, Schwangerschaft, Diabetes oder wenn der Harnabfluss gestört ist. Ein gestauter Harntrakt muss zusätzlich entlastet werden, zum Beispiel mit einer Harnleiterschiene, sonst wirkt das Antibiotikum nicht.
Folgen: Richtig behandelt heilt die Pyelonephritis meist ohne Schaden aus. Wiederholte Entzündungen, vor allem im Kindesalter, können Narben hinterlassen und langfristig die Nierenfunktion schwächen. Eine Ultraschallkontrolle nach der Infektion ist deshalb sinnvoll.