Lexikon

Doppel-J-Katheter

Doppel-J-Katheter, auch DJ-Stent oder Harnleiterschiene, ist ein 24 bis 30 Zentimeter langer, weicher Kunststoffschlauch von zwei bis drei Millimetern Durchmesser, der den Harnleiter von innen schient. Seine beiden Enden rollen sich im Nierenbecken und in der Blase wie ein J ein und halten ihn in Position.

Wie er gelegt wird: Meist über die Harnröhre mit dem Zystoskop unter Röntgenkontrolle in Narkose oder örtlicher Betäubung, der Eingriff dauert zehn bis zwanzig Minuten. Ist der Weg von unten versperrt, wird stattdessen eine Nierenfistel durch die Flanke gelegt. Der Urin fließt sowohl durch den Schlauch als auch an ihm vorbei, weil der Harnleiter sich um die Schiene weitet.

Alltag mit der Schiene: Arbeiten, Sport und Reisen sind grundsätzlich möglich, starke Erschütterungen verstärken aber Blutungen und Drang. Schweres Heben ist erlaubt, kann jedoch Flankenschmerzen auslösen. Geschlechtsverkehr ist möglich. Viel trinken, auf Fieber achten. Die Schiene ist im Röntgen und Ultraschall sichtbar, der Körper spürt sie vor allem in der Blase.

Grenzen: Bei Tumoren, die den Harnleiter von außen zusammendrücken, reicht eine einfache Schiene manchmal nicht; dann werden zwei parallel oder eine metallverstärkte Schiene eingelegt. Menschen, die dauerhaft eine Schiene brauchen, etwa bei nicht operablen Engstellen, bekommen sie alle drei bis sechs Monate gewechselt. Ein Nachteil ist die Infektneigung: Die Oberfläche wird mit der Zeit von Bakterien besiedelt.

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Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
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