Lexikon

Detrusor

Detrusor ist der Blasenmuskel, ein Geflecht aus glatten Muskelfasern in der Blasenwand. In der Füllungsphase bleibt er entspannt und dehnt sich, bei der Entleerung zieht er sich zusammen und presst den Urin durch die Harnröhre. Störungen des Detrusors sind die Ursache vieler Blasenbeschwerden.

Wenn er zu aktiv ist: Zieht sich der Detrusor schon bei geringer Füllung ungewollt zusammen, spricht man von Detrusorüberaktivität. Die Folge sind plötzlicher Harndrang, häufiges Wasserlassen und Dranginkontinenz, das Bild der überaktiven Blase. Ursachen können neurologische Erkrankungen, ein Abflusshindernis wie die Prostatavergrößerung, Entzündungen oder schlicht das Alter sein; oft bleibt die Ursache unklar. Behandelt wird mit Blasentraining, Anticholinergika, Mirabegron, Botulinumtoxin oder Neuromodulation.

Wenn er zu schwach ist: Ein unteraktiver Detrusor zieht sich zu schwach oder zu kurz zusammen, die Blase wird nicht leer. Folgen sind Restharn, schwacher Strahl, Infekte, Überlaufinkontinenz und im Extremfall Nierenstau. Ursachen sind Diabetes, Bandscheibenvorfälle, Nervenschäden nach Operationen, Medikamente und eine über Jahre überdehnte Blase bei unbehandeltem Abflusshindernis. Medikamente helfen kaum, der Selbstkatheterismus ist die wichtigste Behandlung.

Wie er untersucht wird: Nur die Blasendruckmessung (Urodynamik) kann die Kraft und das Verhalten des Detrusors direkt messen. Sie unterscheidet, ob ein schwacher Strahl vom Muskel oder vom Abflusshindernis kommt, und ob Inkontinenz durch Detrusorüberaktivität oder Schließmuskelschwäche entsteht. Eine verdickte Blasenwand im Ultraschall, die sogenannte Balkenblase, zeigt, dass der Detrusor lange gegen Widerstand gearbeitet hat.

📖 Weiterführende Artikel

📖 Teil des UroWissen-Lexikons mit 134 Fachbegriffen. Alle Begriffe →
Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
Zum Schließen tippen · seitlich wischen für Details