Dranginkontinenz bedeutet, dass ein plötzlicher, starker Harndrang nicht lange genug unterdrückt werden kann und Urin abgeht, bevor die Toilette erreicht ist. Ursache ist eine überaktive Blasenmuskulatur, die sich ungewollt zusammenzieht.
Abgrenzung: Bei der Belastungsinkontinenz geht Urin bei Druck verloren, ohne Harndrang. Bei der Dranginkontinenz steht der Drang im Vordergrund, oft auch nachts. Viele Betroffene haben eine Mischform. Die genaue Zuordnung gelingt mit einem Miktionsprotokoll und bei Bedarf einer Blasendruckmessung.
Ursachen: Oft findet sich keine fassbare Ursache, dann spricht man von einer überaktiven Blase. Ausgeschlossen werden müssen Harnwegsinfekt, Blasensteine, Blasentumor, beim Mann die vergrößerte Prostata und neurologische Erkrankungen wie Parkinson, Multiple Sklerose oder Schlaganfall.
Stufentherapie: Zuerst Blasentraining, angepasstes Trinkverhalten, Beckenbodentraining und weniger Koffein. Danach Medikamente, die die Blasenmuskulatur beruhigen, entweder Anticholinergika oder Mirabegron. Reicht das nicht, kommen Botulinumtoxin-Injektionen in die Blasenwand oder die sakrale Neuromodulation infrage.