Beckenbodentraining ist das gezielte Anspannen und Entspannen der Muskelschicht, die den Beckenboden schließt. Es ist bei Belastungsinkontinenz die Behandlung der ersten Wahl, wirkt nach Prostataoperationen und bei Senkungsbeschwerden und hat keine Nebenwirkungen.
Wie es wirkt: Der Beckenboden trägt die Organe und verschließt Harnröhre und After. Wird er kräftiger und reagiert er schneller, hält er dem Druck beim Husten, Niesen oder Heben besser stand. Bei einem großen Teil der Frauen mit Belastungsinkontinenz bessern sich die Beschwerden deutlich, ein Teil wird beschwerdefrei.
Die richtige Bewegung: Angespannt wird so, als wolle man den Urinstrahl anhalten und gleichzeitig Winde zurückhalten. Bauch, Gesäß und Oberschenkel bleiben locker, die Atmung läuft weiter. Wer die Bewegung nicht sicher findet, sollte sie anleiten lassen, denn falsches Training bringt nichts.
Dosierung: Sinnvoll sind mehrere kurze Einheiten über den Tag verteilt statt einer langen. Wirkung zeigt sich frühestens nach sechs bis acht Wochen, der volle Effekt nach etwa drei Monaten. Danach ist Erhaltungstraining nötig, sonst bildet sich der Zugewinn zurück.
Typische Fehler: Mit dem Urinstrahl üben, weil das die Blasenentleerung stört. Die Luft anhalten. Zu selten oder zu kurz trainieren. Nach den ersten Erfolgen aufhören. Und der häufigste Fehler überhaupt: zu früh aufgeben, weil in den ersten Wochen nichts spürbar ist.
Nach der Prostataoperation: Das Training sollte schon vor dem Eingriff beginnen und nach der Katheterentfernung fortgesetzt werden. Die Erholung der Kontinenz zieht sich über Monate hin, die Hauptphase liegt im ersten halben Jahr.