Belastungsinkontinenz, früher Stressinkontinenz genannt, ist der unwillkürliche Urinverlust bei körperlicher Belastung wie Husten, Niesen, Lachen, Heben oder Sport. Die Blase selbst ist ruhig, der Verschlussmechanismus hält dem Druck nicht stand.
Ursachen: Bei Frauen ist meist der Beckenboden geschwächt, etwa nach Geburten, durch Übergewicht oder nach den Wechseljahren. Bei Männern entsteht sie fast nur nach Operationen an der Prostata, vor allem nach der radikalen Prostatektomie, wenn der Schließmuskel vorübergehend oder dauerhaft geschwächt ist.
Schweregrade: Grad 1 beim Husten und Niesen, Grad 2 beim Gehen, Aufstehen oder Treppensteigen, Grad 3 schon im Liegen. Die Einteilung hilft bei der Wahl der Therapie und bei der Beurteilung des Verlaufs.
Behandlung: An erster Stelle steht Beckenbodentraining, am besten angeleitet durch Physiotherapie, über mindestens drei Monate. Bei Frauen kommen Pessare, lokale Östrogene und als Operation das spannungsfreie Band infrage. Bei Männern nach Prostata-OP werden Bandoperationen oder der künstliche Schließmuskel eingesetzt, wenn sich die Kontinenz nach einem Jahr nicht ausreichend erholt hat.