Adenom ist ein gutartiger Tumor aus Drüsengewebe. In der Urologie ist fast immer das Prostataadenom gemeint, die gutartige Vergrößerung der Prostata, die den inneren Teil der Drüse betrifft und die Harnröhre einengt. Seltener sind Adenome der Nebenniere oder der Niere.
Was genau wächst: Beim Prostataadenom vermehren sich Drüsen- und Bindegewebszellen in der Übergangszone, die direkt um die Harnröhre liegt. Die äußere Zone, in der Prostatakrebs entsteht, bleibt davon getrennt. Ein Adenom ist deshalb keine Krebsvorstufe und erhöht das Krebsrisiko nicht. Beide Erkrankungen können aber gleichzeitig bestehen, was die Abklärung manchmal erschwert.
Warum es Beschwerden macht: Das Adenom drückt von außen auf die Harnröhre und hebt den Blasenboden an. Folgen sind schwacher Strahl, Startverzögerung, Nachträufeln, häufiges und nächtliches Wasserlassen und das Gefühl unvollständiger Entleerung. Die Größe sagt dabei wenig über die Beschwerden: Ein kleiner Mittellappen, der wie ein Ventil in den Blasenhals ragt, kann mehr Probleme machen als eine große, gleichmäßige Vergrößerung.
Behandlung: Leichte Beschwerden werden beobachtet oder mit Alpha-Blockern und 5-Alpha-Reduktase-Hemmern behandelt. Bei Restharn, Harnverhalt, Infekten, Steinen oder Nierenstau wird das Adenom operativ entfernt, entweder durch Abhobelung (TUR-P), Laser-Ausschälung (HoLEP, ThuLEP) oder bei sehr großen Drüsen durch offene oder robotische Adenomektomie. Die Kapsel und die äußere Zone bleiben dabei erhalten, der Mann behält seine Prostata.