TUR-P steht für transurethrale Resektion der Prostata, die Abhobelung des vergrößerten Prostatagewebes durch die Harnröhre mit einer elektrischen Schlinge. Sie ist seit Jahrzehnten die Standardoperation bei gutartiger Prostatavergrößerung und wird in Deutschland noch immer bei etwa 55.000 Männern im Jahr durchgeführt, wenn auch mit sinkender Tendenz zugunsten der Laserverfahren.
Ablauf: In Rückenmarks- oder Vollnarkose wird ein Resektoskop über die Harnröhre eingeführt. Mit einer stromführenden Drahtschlinge trägt der Operateur das Adenom in kleinen Spänen ab, bis die Kapsel freiliegt, und verschorft blutende Gefäße. Die Späne werden ausgespült und auf Krebs untersucht. Die Operation dauert 45 bis 90 Minuten, ein Spülkatheter bleibt zwei bis drei Tage, der Aufenthalt beträgt drei bis fünf Tage. Moderne Geräte arbeiten bipolar in Kochsalzlösung, was das früher gefürchtete TUR-Syndrom praktisch beseitigt hat.
Ergebnisse: Der Harnstrahl verbessert sich bei über 90 Prozent deutlich, der IPSS sinkt im Mittel um 15 Punkte. Die Wirkung hält meist über zehn Jahre, etwa jeder zehnte Mann braucht in dieser Zeit einen Zweiteingriff, weil Gewebe nachwächst oder eine Narbe entsteht. Die TUR-P eignet sich vor allem für Prostatagrößen bis etwa 80 ml; bei größeren Drüsen sind Enukleation oder offene Operation vorzuziehen.
Nebenwirkungen: Trockener Orgasmus ohne Samenerguss bei 65 bis 75 Prozent, vorübergehender Harndrang und Brennen über Wochen, Blut im Urin bis zu sechs Wochen. Dauerhafte Belastungsinkontinenz bei unter zwei Prozent, Erektionsstörung ist nicht häufiger als ohne Operation. Harnröhrenenge oder Blasenhalsenge bei drei bis fünf Prozent. Sechs Wochen kein schweres Heben, kein Radfahren, kein Sex.