Die Hoden (Testes) liegen im Hodensack und haben zwei Hauptfunktionen: die Produktion von Spermien (Spermatogenese) in den Samenkanälchen und die Synthese des männlichen Geschlechtshormons Testosteron in den Leydig-Zwischenzellen. Die optimale Spermatogenese erfordert eine Temperatur von etwa 35°C, daher die Lage außerhalb des Körpers. Die Nebenhoden (Epididymis) dienen der Reifung und Speicherung der Spermien. Der Penis besteht aus zwei Schwellkörpern (Corpora cavernosa) und dem Harnröhrenschwellkörper (Corpus spongiosum).

Hodenkrebs ist der häufigste solide Tumor bei Männern zwischen fünfzehn und vierzig Jahren und zugleich einer der am besten behandelbaren: Die Heilungsrate liegt über 95 Prozent. Bemerkt wird er fast immer als schmerzlose Verhärtung, weshalb die Selbstuntersuchung hier mehr bringt als jede Vorsorgeuntersuchung.
Die Varikozele betrifft etwa jeden siebten Mann, fast immer links, und macht meist keine Beschwerden. Bedeutung bekommt sie erst bei unerfülltem Kinderwunsch mit auffälligem Spermiogramm.
Bei den akuten Beschwerden zählt die Geschwindigkeit: Die Hodentorsion setzt innerhalb von Sekunden ein und ist ein Notfall mit einem Zeitfenster von etwa sechs Stunden, während die Nebenhodenentzündung sich über Stunden bis Tage entwickelt und mit Antibiotika behandelt wird.
Harmlos, aber häufig Anlass zur Sorge sind Wasserbruch und Nebenhodenzyste. Beide sind gut abgrenzbar und brauchen nur bei Beschwerden eine Behandlung.
Beim Hoden entscheidet fast immer die Geschwindigkeit: Was innerhalb von Minuten kommt, ist ein Notfall. Was seit Wochen besteht, hat in aller Regel eine harmlose Ursache.
Die regelmäßige Selbstuntersuchung ab der Pubertät ist die wichtigste Früherkennungsmaßnahme. Am besten unter der warmen Dusche, wenn der Hodensack entspannt ist: Jeden Hoden einzeln zwischen Daumen und Zeigefinger vorsichtig abtasten und auf Veränderungen achten. Jede schmerzlose Schwellung, Verhärtung oder tastbare Veränderung sollte innerhalb weniger Tage urologisch abgeklärt werden. Hodenkrebs ist bei frühzeitiger Diagnose fast immer heilbar.
Etwa 15 Prozent aller Paare sind ungewollt kinderlos, in etwa 50 Prozent der Fälle liegt (auch) ein männlicher Faktor vor. Das Spermiogramm nach WHO-Kriterien ist die Basisuntersuchung. Häufige Ursachen männlicher Subfertilität sind Varikozelen, Infektionen, hormonelle Störungen (Hypogonadismus), genetische Faktoren (Klinefelter-Syndrom, Y-Mikrodeletionen) und Lifestyle-Faktoren (Rauchen, Übergewicht, Hitzeexposition). Therapieoptionen reichen von Varikozelenoperation über hormonelle Stimulation bis zu assistierter Reproduktion (IVF/ICSI).
Hodenkrebs ist der häufigste Krebs junger Männer (18-35 Jahre) mit etwa 3.900 Neuerkrankungen im Jahr 2023 in Deutschland. Die gute Nachricht: Heilungsraten über 95 Prozent, auch bei Metastasierung über 80 Prozent. Das wichtigste Früherkennungsinstrument ist die regelmäßige Selbstuntersuchung, eine schmerzlose Verhärtung oder Schwellung des Hodens muss sofort urologisch abgeklärt werden. Diagnostik: Ultraschall, Tumormarker (AFP, β-hCG, LDH). Therapie: inguinale Orchidektomie (niemals transskrotale Biopsie!), bei Metastasen BEP-Chemotherapie mit hohen Heilungsraten.
Erektile Dysfunktion betrifft 20 Prozent der Männer über 40, mit steigender Häufigkeit im Alter. Häufige Ursachen: vaskulär (Arteriosklerose, gleiche Risikofaktoren wie Herzinfarkt), Diabetes, Medikamente (Betablocker, Antidepressiva), psychogen, nach Prostatektomie (Nervschädigung). ED kann ein Frühwarnsignal für kardiovaskuläre Erkrankungen sein, urologische Abklärung plus kardiovaskuläres Screening empfohlen. Therapiestufenplan: PDE5-Hemmer (Sildenafil, Tadalafil), SKIT (Schwellkörperinjektion), Vakuumpumpe, Penisprothesenimplantation als letzte Option mit >90 Prozent Patientenzufriedenheit.
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Leitlinien
• EAU Guidelines on Testicular Cancer. European Association of Urology, Ausgabe 2024.
• European Association of Urology. EAU Guidelines on Sexual and Reproductive Health. Ausgabe 2024.
• Leitlinienprogramm Onkologie. S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Keimzelltumoren des Hodens. AWMF-Registernummer 043-049OL.
⚠️ Medizinischer Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Konsultieren Sie bei Beschwerden Ihren Urologen.