Einmal im Monat unter der warmen Dusche, wenn die Haut entspannt ist. Jeden Hoden einzeln zwischen Daumen und Fingern rollen.
Gesucht wird eine schmerzlose Verhärtung oder eine Größenzunahme. Schmerzen fehlen bei Hodenkrebs meist, gerade deshalb wird zu lange gewartet.
Der Nebenhoden am hinteren Rand fühlt sich normalerweise wulstig an. Das ist kein Knoten. Im Zweifel lassen Sie es ansehen, ein Ultraschall dauert fünf Minuten.
Der typische Befund bei Hodenkrebs ist eine schmerzlose Verhärtung im Hoden selbst, die sich wie eine kleine harte Stelle in einem sonst gleichmäßigen Organ anfühlt. Genau die Schmerzlosigkeit ist der Grund, warum viele Männer abwarten.
Lassen Sie zeitnah untersuchen bei: einer neuen Verhärtung oder einem Knoten, einer deutlichen Größenzunahme eines Hodens, einem neuen Schweregefühl, einer Vergrößerung oder Spannung der Brustdrüsen und bei anhaltenden dumpfen Beschwerden in Hoden oder Leiste.
Sofort, nicht abwarten, bei plötzlichem heftigem Hodenschmerz. Das ist keine Frage der Selbstuntersuchung, sondern der Verdacht auf eine Hodentorsion, bei der ein Zeitfenster von etwa sechs Stunden gilt.
Bei Hodenkrebs gibt es keine Vorsorgeuntersuchung, die von den Kassen angeboten wird, und keinen Bluttest zur Früherkennung. Umso wichtiger ist es, den eigenen Körper zu kennen und Veränderungen früh zu bemerken. Für ein bevölkerungsweites Untersuchungsprogramm fehlt der Nachweis, dass es die Sterblichkeit senkt. Die EAU empfiehlt, junge Männer über die Selbstuntersuchung zu informieren, und rät besonders dazu bei erhöhtem Risiko, etwa nach Hodenhochstand oder bei Hodenkrebs in der eigenen oder familiären Vorgeschichte.
Sie richtet sich an Männer zwischen etwa fünfzehn und vierzig Jahren, weil in dieser Altersgruppe der Altersgipfel liegt. Hodenkrebs ist der häufigste bösartige Tumor junger Männer, und er ist mit über fünfundneunzig Prozent Heilungsrate einer der am besten behandelbaren, wenn er früh erkannt wird.
Ein gesunder Hoden ist glatt, gleichmäßig fest und etwa pflaumengroß. Am hinteren oberen Rand liegt der Nebenhoden, ein länglicher, weicherer Strang, der sich deutlich anders anfühlt. Von dort zieht der Samenstrang nach oben, ein fester, strangförmiger Anteil.
Beide Strukturen sind normal und werden regelmäßig für Auffälligkeiten gehalten. Es ist ausdrücklich sinnvoll, sie bewusst zu ertasten und einzuordnen, damit Sie später Veränderungen erkennen.
Ebenfalls normal: Ein Hoden ist meist etwas größer als der andere, und meist hängt einer tiefer. Das ist bei den allermeisten Männern so.

Die meisten getasteten Veränderungen sind gutartig, und die drei häufigsten fühlen sich charakteristisch an.
Eine Nebenhodenzyste ist prall-elastisch, gut abgrenzbar und sitzt am oberen Pol, deutlich abgesetzt vom Hoden.
Eine Wasseransammlung umgibt den Hoden, fühlt sich prall an und lässt den Hoden selbst schlecht tasten.
Eine Varikozele fühlt sich an wie ein Sack voller Würmer, ist im Stehen deutlicher und verschwindet im Liegen weitgehend.
All das ist beruhigend, ersetzt aber die Untersuchung nicht. Ein Ultraschall dauert zehn Minuten und klärt die Frage eindeutig. Er ist die zehn Minuten Wartezeit allemal wert.
Wer als Kind einen Hodenhochstand hatte, wer bereits einen Hodentumor hatte, und wer in der Familie Betroffene hat. In diesen Gruppen ist das Risiko deutlich erhöht, und die Selbstuntersuchung ist entsprechend wichtiger.
Ab etwa fünfzehn Jahren, also mit der Pubertät. Der Altersgipfel liegt zwischen fünfzehn und vierzig, danach nimmt das Risiko ab, ohne zu verschwinden. Nach einer Hodenoperation wegen eines Tumors gilt die Empfehlung für den verbliebenen Hoden lebenslang.
Vereinbaren Sie einen Termin, ohne wochenlang weiter zu tasten. Wiederholtes Betasten macht die Beurteilung nicht sicherer, sondern nur die Anspannung größer. Der Ultraschall klärt es in wenigen Minuten, und in den allermeisten Fällen mit einem beruhigenden Ergebnis.
Leitlinien
• Leitlinienprogramm Onkologie. S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Keimzelltumoren des Hodens. AWMF-Registernummer 043-049OL.
• European Association of Urology. EAU Guidelines on Sexual and Reproductive Health. Ausgabe 2025.