Empfohlen wird sie für Mädchen und Jungen ab neun Jahren, bis zum siebzehnten Geburtstag zahlt die Kasse. Am besten wirkt sie vor dem ersten Geschlechtsverkehr.
Auch danach kann sie sinnvoll sein, wenn noch nicht alle Typen durchgemacht wurden. Sprechen Sie das an, viele Kassen zahlen bis 26.
Dass auch Jungen geimpft werden, hat zwei Gründe: Sie erkranken selbst, und sie geben die Viren weiter.
Humane Papillomviren sind die häufigste sexuell übertragbare Infektion überhaupt. Der größte Teil der sexuell aktiven Menschen infiziert sich im Laufe des Lebens, meist ohne es zu bemerken, und das Immunsystem beseitigt die Infektion in der Mehrzahl der Fälle innerhalb von ein bis zwei Jahren.
Bleibt sie bestehen, können bestimmte Hochrisikotypen über Jahre Zellveränderungen und daraus Krebs entstehen lassen. Betroffen sind Gebärmutterhals, Scheide, Schamlippen, After, Penis und der Rachenraum.
Die Impfung schützt vor genau diesen Typen. Sie ist damit eine der wenigen Impfungen, die unmittelbar Krebs verhindert, und die Daten aus Ländern mit hoher Impfquote zeigen inzwischen genau das.

Die Empfehlung für Jungen kam in Deutschland später als die für Mädchen, und dieser zeitliche Versatz hält sich als Missverständnis. Sie gilt seit 2018 gleichermaßen.
Zwei Gründe sprechen dafür. Erstens der direkte Nutzen: Männer erkranken selbst an HPV-bedingten Tumoren, insbesondere im Rachenraum, am After und am Penis. Die Zahl der HPV-bedingten Rachentumoren steigt seit Jahren deutlich an, und Männer sind davon häufiger betroffen als Frauen.
Zweitens der Schutz der Partnerinnen und Partner: Solange nur die Hälfte geimpft ist, zirkulieren die Viren weiter. Eine hohe Impfquote in beiden Gruppen unterbricht die Übertragungskette.
Zusätzlich schützt die Impfung vor Feigwarzen, die zwar gutartig, aber belastend und hartnäckig sind.
Der frühe Zeitpunkt hat einen einfachen Grund: Die Impfung wirkt vorbeugend, nicht heilend. Am besten schützt sie, bevor überhaupt Kontakt zu den Viren bestand, also vor dem ersten Geschlechtsverkehr.
Sie gehört zu den am besten untersuchten Impfstoffen überhaupt, mit inzwischen weit über hundert Millionen verabreichten Dosen weltweit und einer engmaschigen Sicherheitsüberwachung.
Häufig sind lokale Reaktionen an der Einstichstelle, Kopfschmerz und Abgeschlagenheit für ein bis zwei Tage. Kreislaufreaktionen mit kurzer Ohnmacht kommen vor, betreffen aber Jugendliche bei jeder Impfung und sind der Grund für die empfohlene kurze Nachbeobachtung.
Die in Medien diskutierten schweren Folgeerkrankungen wurden in großen Untersuchungen wiederholt geprüft und ließen sich nicht bestätigen. Die Weltgesundheitsorganisation und die europäischen Zulassungsbehörden bewerten das Sicherheitsprofil als günstig.
Sie schützt vor den wichtigsten, aber nicht vor allen krebserregenden Typen. Deshalb bleibt die Früherkennung am Gebärmutterhals für geimpfte Frauen unverändert wichtig.
Ebenso schützt sie nicht vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen. Kondome senken das HPV-Übertragungsrisiko, aber nicht vollständig, weil auch nicht bedeckte Hautbereiche beteiligt sein können.
Ja. Bis zum 18. Geburtstag besteht eine ausdrückliche Nachholempfehlung, und die Kosten werden übernommen. Ab 15 Jahren sind drei Dosen nötig statt zwei. Sprechen Sie den Kinder- oder Hausarzt aktiv darauf an, weil die Impfung in dieser Altersgruppe häufig übersehen wird.
Möglicherweise, weil Sie sehr wahrscheinlich nicht allen im Impfstoff enthaltenen Typen begegnet sind. Eine allgemeine Empfehlung gibt es für dieses Alter nicht, und der Nutzen ist geringer als bei Jugendlichen. Besprechen Sie es individuell und klären Sie vorher die Kostenübernahme mit Ihrer Kasse.
Nein. Ein Zusammenhang wurde wiederholt und in großen Datensätzen untersucht und ließ sich nicht nachweisen. Umgekehrt können HPV-bedingte Behandlungen am Gebärmutterhals das Risiko für eine Frühgeburt erhöhen, was für die Impfung spricht.
Leitlinien
• Deutsche STI-Gesellschaft. S2k-Leitlinie HPV-assoziierte Läsionen der äußeren Genitoanalregion und des Anus. AWMF-Registernummer 082-008.
• Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut. Empfehlungen der STIKO, Epidemiologisches Bulletin.