Sie sind lästig, aber nicht gefährlich. Die Typen, die Warzen machen, sind andere als die, die Krebs verursachen können.
Behandelt wird mit Cremes, Vereisung, Laser oder Abtragung. Alle Verfahren wirken, alle haben Rückfälle, weil das Virus in der Haut bleibt.
Die Impfung schützt vor den häufigsten Typen. Sie wird für Mädchen und Jungen ab neun Jahren empfohlen und wirkt am besten vor dem ersten Geschlechtsverkehr.
Kondylome, umgangssprachlich Feigwarzen, sind gutartige Hautwucherungen im Genital- und Analbereich, ausgelöst durch humane Papillomviren. Sie gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen überhaupt.
Verantwortlich sind fast immer die Virustypen 6 und 11, die als Niedrigrisikotypen gelten und keinen Krebs verursachen. Die Typen, die für Krebsvorstufen relevant sind, verursachen umgekehrt in der Regel keine sichtbaren Warzen.
Typisch sind weiche, hautfarbene bis rötliche Knötchen, die einzeln oder in Gruppen auftreten und mit der Zeit blumenkohlartig aussehen können. Sie sind meist schmerzlos, können aber jucken, brennen oder bei Reibung bluten.
Zwischen Ansteckung und Auftreten liegen Wochen bis Monate, gelegentlich länger. Deshalb lässt sich aus dem Zeitpunkt kaum ableiten, von wem die Ansteckung stammt, was in Partnerschaften regelmäßig für unnötigen Streit sorgt.
Übertragen wird das Virus durch direkten Haut- und Schleimhautkontakt, nicht über Gegenstände, Toilettensitze oder Schwimmbadwasser. Diese Klarstellung ist wichtig, weil sie in Beratungen regelmäßig gebraucht wird.
Für eine Ansteckung genügen kleinste, unsichtbare Verletzungen der Haut, wie sie beim Geschlechtsverkehr entstehen. Deshalb schützen Kondome nur teilweise: Sie decken nicht alle Bereiche ab, die Kontakt haben.
Ein Großteil der sexuell aktiven Menschen infiziert sich im Laufe des Lebens mit HPV, meist ohne es zu bemerken. Das Immunsystem beseitigt die Infektion in der Mehrzahl der Fälle innerhalb von ein bis zwei Jahren von selbst. Sichtbare Warzen entwickelt nur ein kleiner Teil.
In der Schwangerschaft wachsen Kondylome häufig schneller, weil die Immunlage verändert ist. Behandelt wird mit Verfahren, die für die Schwangerschaft geeignet sind, also nicht mit allen sonst üblichen Cremes. Eine Übertragung auf das Kind unter der Geburt ist möglich, aber sehr selten, und allein deswegen wird kein Kaiserschnitt durchgeführt.
Bei geschwächtem Immunsystem, etwa unter immunsuppressiver Therapie oder bei HIV, treten Kondylome häufiger und ausgedehnter auf, sprechen schlechter auf die Behandlung an und kommen öfter wieder. Hier sind engmaschigere Kontrollen sinnvoll, und bei auffälligen Befunden wird großzügiger eine Gewebeprobe entnommen.
Es gibt keine Behandlung, die das Virus beseitigt. Alle Verfahren entfernen die sichtbaren Warzen, das Immunsystem erledigt den Rest, meist über Monate.
Zur Selbstanwendung zu Hause stehen Lösungen und Cremes zur Verfügung, die über mehrere Wochen aufgetragen werden. Sie eignen sich bei wenigen, gut erreichbaren Warzen und verlangen Geduld.
In der Praxis kommen Vereisung, Betupfen mit einer Säure, Elektrokauter oder Laser zum Einsatz. Sie wirken schneller, teils in einer Sitzung, sind aber unangenehmer.
Welches Verfahren gewählt wird, hängt von Zahl, Größe und Lage ab. Häufig werden Verfahren kombiniert.

Der Partner oder die Partnerin sollte untersucht werden, muss aber nur bei sichtbaren Warzen behandelt werden. Eine vorbeugende Behandlung ohne Befund ist nicht sinnvoll.
Kondome senken das Übertragungsrisiko, schützen aber nicht vollständig, weil auch Hautbereiche außerhalb betroffen sein können. Während der Behandlung und bis zum Abheilen ist ihr Gebrauch trotzdem sinnvoll.
Die HPV-Impfung schützt zuverlässig vor den Typen, die Feigwarzen verursachen, und zusätzlich vor den krebserregenden Typen. Sie wird für Mädchen und Jungen im Alter von neun bis vierzehn Jahren empfohlen und ist auch später noch sinnvoll. Nach durchgemachter Infektion schützt sie zumindest vor den übrigen Typen.
Egal welches Verfahren gewählt wird, es ist selten mit einem Termin getan, und das ist normal.
Bei der Selbstbehandlung zu Hause wird die Substanz nach einem festen Schema aufgetragen, meist über mehrere Wochen mit Behandlungspausen. Wichtig ist, nur die Warzen zu treffen und die umgebende Haut zu schonen, etwa durch eine dünne Schicht Zinksalbe ringsum. Eine Rötung und leichte Wundheit gehören dazu, starke Schmerzen oder offene Stellen nicht.
Bei Vereisung oder Säure sind mehrere Sitzungen im Abstand von ein bis zwei Wochen üblich. Nach jeder Behandlung entstehen kleine Wunden, die in wenigen Tagen abheilen.
Bei Elektrokauter oder Laser erfolgt der Eingriff in örtlicher Betäubung, bei ausgedehntem Befall auch in Narkose. Danach ist die Stelle für ein bis zwei Wochen wund und braucht Pflege.
Während der gesamten Behandlungszeit sollte auf Geschlechtsverkehr verzichtet oder ein Kondom verwendet werden, sowohl wegen der Ansteckung als auch, weil die behandelte Haut empfindlich ist.
Vereinbaren Sie von vornherein Kontrolltermine über etwa drei Monate. Weil Rückfälle häufig sind, ist es besser, sie früh zu erkennen und klein zu behandeln, als auf einen größeren Befund zu warten.
Bei Befall im Analbereich sollte auch der Analkanal untersucht werden, weil dort ebenfalls Warzen sitzen können. Bei Frauen gehört eine gynäkologische Untersuchung dazu, weil gleichzeitig Veränderungen am Gebärmutterhals bestehen können.
Bei sehr ausgedehnten Befunden, bei Wiederauftreten trotz mehrfacher Behandlung und bei geschwächtem Immunsystem sollte eine Gewebeprobe entnommen werden, um andere Ursachen auszuschließen.
Nicht von den Typen, die Feigwarzen verursachen. Diese gelten als Niedrigrisikotypen. Möglich ist allerdings eine gleichzeitige Infektion mit einem Hochrisikotyp, ohne dass man das sieht. Deshalb ist die empfohlene Krebsvorsorge unabhängig davon wahrzunehmen.
Möglicherweise für einige Zeit, weil das Virus in der Haut verbleiben kann, auch wenn nichts mehr sichtbar ist. Das Ansteckungsrisiko sinkt nach dem Abheilen aber deutlich. Eine dauerhafte Ansteckungsfreiheit lässt sich nicht mit einem Test belegen.
Leitlinien
• Deutsche STI-Gesellschaft. S2k-Leitlinie HPV-assoziierte Läsionen der äußeren Genitoanalregion und des Anus. AWMF-Registernummer 082-008.
• Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut. Empfehlungen der STIKO, Epidemiologisches Bulletin.