Wichtigste Risikofaktoren sind das Humane Papillomvirus, eine Phimose, chronische Entzündungen und Rauchen. Die HPV-Impfung schützt mit.
Je früher behandelt wird, desto mehr lässt sich erhalten. Bei kleinen, oberflächlichen Befunden reichen oft Salbe, Laser oder eine Beschneidung.
Deshalb zählt jede Woche: Jede Hautveränderung am Penis, die nach vier Wochen nicht abgeheilt ist, gehört angesehen. Scham kostet hier Gewebe.
Das Peniskarzinom ist in Mitteleuropa selten, mit etwa einem Fall pro 100.000 Männern jährlich. Es entsteht fast immer an Eichel oder Vorhaut und geht in der Mehrzahl der Fälle aus Vorstufen hervor, die über Monate bis Jahre bestehen.
Genau darin liegt die Chance: Fast jedes Peniskarzinom kündigt sich an. Eine Veränderung an der Eichel, die nach vier bis sechs Wochen Behandlung nicht abgeheilt ist, gehört bioptisch geklärt, unabhängig davon, wie harmlos sie aussieht.

Die wichtigsten sind eine chronische Vorhautverengung mit wiederkehrenden Entzündungen, eine Infektion mit humanen Papillomviren, der Lichen sclerosus, Rauchen und mangelnde Möglichkeit zur Reinigung.
Etwa ein Drittel bis die Hälfte der Fälle ist mit HPV verbunden, überwiegend mit den Hochrisikotypen. Daraus ergibt sich ein vorbeugender Effekt der HPV-Impfung, die auch für Jungen empfohlen wird.
Eine Beschneidung im Kindesalter senkt das Risiko deutlich, im Erwachsenenalter deutlich weniger. Daraus lässt sich keine Empfehlung zur routinemäßigen Beschneidung ableiten, wohl aber die Konsequenz, eine behandlungsbedürftige Vorhautverengung nicht über Jahre bestehen zu lassen.
Ein Peniskarzinom entsteht meist über Zwischenstufen, die eigene Namen tragen und behandelbar sind, bevor daraus ein invasiver Tumor wird.
Der Lichen sclerosus zeigt sich als weißliche, vernarbende Veränderung an Eichel und Vorhaut, oft mit Verengung. Er ist häufig, meist gutartig, geht aber mit einem erhöhten Risiko einher und gehört behandelt und kontrolliert.
Flächige Rötungen mit samtiger Oberfläche an der Eichel können ein Carcinoma in situ sein, also eine Krebsvorstufe, die noch nicht in die Tiefe gewachsen ist. Sie sind gut geeignet behandelbar, sehen aber aus wie eine harmlose Entzündung.
HPV-bedingte Veränderungen, von Kondylomen bis zu flachen Läsionen.
Alle drei sind der Grund, warum jede persistierende Veränderung an Eichel oder Vorhaut fachärztlich beurteilt gehört, statt sie weiter zu cremen.
Die Diagnose stellt die Gewebeprobe. Ergänzt wird sie durch die Untersuchung der Leistenlymphknoten, die für die Prognose entscheidend sind, und je nach Befund durch Ultraschall, Kernspintomografie und Schnittbildgebung.
Der Zustand der Leistenlymphknoten ist der wichtigste einzelne Faktor für die Aussichten. Weil tastbar unauffällige Lymphknoten dennoch befallen sein können, wird bei entsprechendem Risiko eine gezielte Entfernung der Wächterlymphknoten oder eine Ausräumung der Leiste durchgeführt, selbst wenn nichts zu tasten ist.
Die Behandlung hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend gewandelt. Früher wurde großzügig amputiert, heute steht der Erhalt im Vordergrund, ohne die onkologische Sicherheit zu gefährden.
Bei Vorstufen und oberflächlichen Tumoren kommen Cremes zur örtlichen Anwendung, Laserbehandlung oder die Abtragung der Eichelschleimhaut mit anschließender Deckung infrage. Bei Befall der Vorhaut genügt oft die Beschneidung.
Bei tiefer wachsenden Tumoren wird die Eichel teilweise oder vollständig entfernt und rekonstruiert. Eine vollständige Penisamputation ist heute die Ausnahme und bleibt sehr fortgeschrittenen Befunden vorbehalten.
Bei Lymphknotenbefall folgen Ausräumung, Chemotherapie und gegebenenfalls Bestrahlung.
Nach organerhaltenden Eingriffen bleiben Wasserlassen im Stehen und Geschlechtsverkehr in aller Regel möglich. Die Empfindung an der rekonstruierten Eichel ist verändert, aber vorhanden.
Die seelische Belastung ist bei diesem Krankheitsbild erheblich und wird selten angesprochen. Betroffene beschreiben Scham, Rückzug und Angst vor Partnerschaft. Psychoonkologische Begleitung gehört deshalb zur Behandlung und sollte aktiv angeboten werden.
Die Nachsorge erfolgt engmaschig in den ersten zwei Jahren, weil Rückfälle überwiegend in dieser Zeit auftreten und bei früher Erkennung gut behandelbar sind. Sie umfasst die Untersuchung des Penis und der Leisten.
Nein, und das ist die wichtigste Botschaft. Bei früher Entdeckung sind organerhaltende Verfahren der Standard, von der Creme über den Laser bis zur teilweisen Entfernung der Eichel mit Rekonstruktion. Je früher die Diagnose, desto größer der Spielraum, was die Vier-Wochen-Regel so bedeutsam macht.
Der Krebs selbst nicht. Die beteiligten HP-Viren sind übertragbar, weshalb bei HPV-bedingten Tumoren die Partnerin über die Wahrnehmung der gynäkologischen Krebsvorsorge informiert sein sollte. Eine Impfung der Partnerin oder des Partners kann sinnvoll sein.
Leitlinien
• European Association of Urology. EAU Guidelines on Penile Cancer. Ausgabe 2025.
• Leitlinienprogramm Onkologie (DKG, DKH, AWMF). S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Peniskarzinoms. AWMF-Register-Nr. 043-042OL.