Miktionsprotokoll, auch Blasentagebuch, ist die schriftliche Aufzeichnung aller Toilettengänge und Trinkmengen über zwei bis drei Tage und Nächte: Uhrzeit, Urinmenge in Millilitern mit einem Messbecher, Getränkemenge, Drangstärke und Urinverlust. Es ist die einfachste und zugleich aussagekräftigste Untersuchung bei Blasenbeschwerden und wird viel zu selten konsequent geführt.
Was es zeigt: Die Zahl der Miktionen am Tag und in der Nacht, die größte und die durchschnittliche Portion, also die funktionelle Blasenkapazität, die Gesamtmenge in 24 Stunden und den Anteil der Nacht daran. Daraus lassen sich Polyurie, nächtliche Polyurie, kleine Blasenkapazität und Trinkgewohnheiten unterscheiden, die alle dieselbe Beschwerde „zu oft“ verursachen, aber völlig verschieden behandelt werden. Bei Inkontinenz zeigt es, in welchen Situationen Urin verloren geht.
Richtig führen: An normalen Tagen, nicht im Urlaub, mindestens 48 Stunden, besser 72, ohne das Verhalten zu ändern. Jede Portion messen, nicht schätzen. Getränke mit Art und Menge notieren, auch Suppe und Obst zählen grob. Nachts die Uhrzeit jedes Aufstehens. Vorlagen können gewogen werden, ein Gramm entspricht einem Milliliter. Viele Praxen geben Vordrucke mit, es gibt auch Apps.
Typische Befunde: Gesamtmenge über drei Liter: Polyurie, Trinkmenge oder Diabetes prüfen. Nachtanteil über ein Drittel: nächtliche Polyurie, Herz, Beine, Schlafapnoe und Abendtrinken prüfen. Portionen unter 150 Milliliter bei normaler Gesamtmenge: kleine Blasenkapazität durch überaktive Blase, Prostata oder Gewohnheit. Große Portionen tagsüber, kleine nachts mit Drang: Prostata oder Blasenhals. Das Protokoll ist oft die Grundlage, um eine unnötige Prostataoperation zu vermeiden.