Katheterisierung ist das Einführen eines Schlauchs in die Harnblase, um Urin abzuleiten, die Blase zu spülen, Medikamente einzubringen oder die Blasenfunktion zu messen. Man unterscheidet den einmaligen Katheterismus, den Dauerkatheter durch die Harnröhre und den suprapubischen Katheter durch die Bauchdecke.
Gründe: Akuter oder chronischer Harnverhalt, Überwachung der Urinmenge bei Schwerkranken und während großer Operationen, Blasenentlastung nach Eingriffen an Harnröhre, Prostata oder Blase, neurogene Blasenstörungen, nicht beherrschbare Inkontinenz mit Hautschäden und die Gewinnung sauberer Urinproben bei Kindern und bettlägerigen Menschen. Bequemlichkeit des Pflegepersonals ist kein Grund.
Größen und Material: Die Dicke wird in Charrière angegeben, ein Charrière entspricht einem Drittel Millimeter Außendurchmesser. Übliche Dauerkatheter haben 14 bis 18 Charrière, Einmalkatheter 10 bis 14. Dauerkatheter aus Silikon können bis zu sechs Wochen liegen, aus Latex mit Beschichtung ein bis zwei Wochen. Ein Ballon an der Spitze, mit fünf bis zehn Millilitern Wasser gefüllt, hält den Dauerkatheter in der Blase.
Risiken: Jeder Tag mit Dauerkatheter erhöht das Infektrisiko um etwa drei bis sieben Prozent, nach vier Wochen ist praktisch jeder Katheter bakteriell besiedelt. Weitere Probleme sind Harnröhrenverletzungen beim Legen, vor allem beim Mann mit vergrößerter Prostata, Blasenkrämpfe, Verkrustung, Blasensteine und langfristig Harnröhrenengen. Deshalb gilt: so kurz wie möglich, Indikation täglich prüfen, bei längerem Bedarf suprapubischer Katheter oder Selbstkatheterismus.