Lymphadenektomie ist die operative Entfernung von Lymphknoten, meist im Rahmen einer Krebsoperation. Sie dient dazu, festzustellen, ob sich der Tumor bereits über die Lymphbahnen ausgebreitet hat, und befallene Knoten zu entfernen.
Bei welchen Tumoren: Beim Prostatakrebs mit mittlerem oder hohem Risiko werden die Lymphknoten im Becken mit entfernt, beim Blasenkrebs gehört die Beckenlymphadenektomie fest zur Zystektomie. Beim Hodenkrebs werden bei bestimmten Befunden die Lymphknoten hinter dem Bauchfell entfernt. Beim Nierenkrebs wird sie nur bei auffälligen Knoten durchgeführt.
Nutzen: Der diagnostische Nutzen ist unbestritten: Das Ergebnis bestimmt Stadium, Nachsorge und die Frage nach einer Zusatztherapie. Ob die Entfernung selbst das Überleben verlängert, ist für viele Situationen nicht belegt. Beim Blasenkrebs zeigten zwei große Studien, dass eine ausgedehntere Entfernung keinen Vorteil gegenüber der Standardausdehnung bringt, aber mehr Komplikationen.
Nebenwirkungen: Lymphozelen, also Ansammlungen von Lymphflüssigkeit im Becken, treten bei einem Teil der Patienten auf und brauchen manchmal eine Drainage. Seltener sind Lymphödeme der Beine, Nervenreizungen und Thrombosen. Die Operationszeit verlängert sich um etwa 30 bis 60 Minuten.