PDE5-Hemmer sind die Medikamente der ersten Wahl bei Erektionsstörungen: Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil und Avanafil. Sie blockieren das Enzym Phosphodiesterase 5 im Schwellkörper und verstärken so die natürliche Erektionsreaktion. Ohne sexuelle Erregung bewirken sie nichts; sie erzeugen keine Erektion, sie ermöglichen sie.
Unterschiede: Sildenafil und Vardenafil wirken nach 30 bis 60 Minuten für etwa vier bis fünf Stunden, eine fettreiche Mahlzeit verzögert die Aufnahme. Avanafil wirkt nach 15 bis 30 Minuten. Tadalafil wirkt nach etwa einer Stunde bis zu 36 Stunden und kann auch in niedriger Dosis täglich eingenommen werden, was Spontaneität erlaubt und zugleich Beschwerden einer Prostatavergrößerung bessert. Die Wirksamkeit liegt bei etwa 70 Prozent der Männer, nach Nervenschädigung wie nach Prostatektomie niedriger.
Nebenwirkungen und Vorsicht: Kopfschmerzen, Gesichtsrötung, verstopfte Nase, Sodbrennen, Rückenschmerzen bei Tadalafil und bei Sildenafil vorübergehende Farbsehstörungen. Absolut verboten ist die Kombination mit Nitraten wie Nitrospray oder Molsidomin wegen lebensbedrohlichen Blutdruckabfalls. Vorsicht bei schwerer Herzschwäche, kürzlichem Herzinfarkt oder Schlaganfall und bei Alpha-Blockern, die zeitversetzt eingenommen werden sollten. Eine Erektion über vier Stunden ist ein Notfall.
Praktisches: Vier bis acht Versuche mit ausreichender Dosis und sexueller Stimulation sind nötig, bevor ein Mittel als unwirksam gilt; viele vermeintliche Therapieversager haben zu niedrig dosiert oder ohne Erregung gewartet. Die Präparate sind verschreibungspflichtig und werden von den gesetzlichen Kassen nicht erstattet, Generika kosten wenige Euro. Produkte aus dem Internet ohne Rezept sind häufig gefälscht oder unterdosiert. Nach nervenschonender Prostatektomie werden PDE5-Hemmer zur Rehabilitation der Schwellkörper eingesetzt.