Datenauswertung

Blasenentfernung in Zahlen

7.313 Eingriffe im Jahr 2025. Die Zahl ist stabil, der Anteil der Ersatzblasen sinkt.
Redaktion: UroWissen
Redaktionell erstellt. Eine fachärztliche Einzelprüfung dieses Beitrags steht noch aus. Zum Medical Board
Erstellt nach Leitlinien von EAU und DGU
7.313
radikale Blasenentfernungen in urologischen Fachabteilungen, 2025. Eine der wenigen Zahlen, die seit fünf Jahren praktisch unverändert ist.

Die vollständige Entfernung der Harnblase ist der eingreifendste Standardeingriff der Urologie. Anders als bei fast allen anderen Verfahren hat sich seine Häufigkeit über fünf Jahre kaum verändert: 7.462 Eingriffe im Jahr 2021, 7.313 im Jahr 2025.

Eine Einschränkung vorweg: Wird bei einer Frau zusätzlich Gebärmutter und vordere Scheidenwand entfernt, kodieren viele Kliniken das als vordere Exenteration unter einem eigenen Schlüssel. Diese Fälle, zuletzt 876 im Jahr, sind in der Zahl oben nicht enthalten. Die tatsächliche Zahl der Blasenentfernungen liegt also etwas höher.

Der Anteil der Ersatzblasen sinkt

Nach der Entfernung der Blase braucht der Urin einen neuen Weg nach außen. Die aufwendigste Variante ist die Ersatzblase aus Dünndarm, bei der die Entleerung über die eigene Harnröhre möglich bleibt.

0 %5 %11 %16 %21 %20212022202320242025Anteil Ersatzblase
Anteil der Ersatzblasen an allen Blasenentfernungen, in Prozent.

Ihre Zahl ist von 1.417 auf 1.131 zurückgegangen, ihr Anteil an allen Blasenentfernungen von 19,0 auf 15,5 Prozent. Da die Gesamtzahl konstant blieb, bedeutet das: Es werden mehr Harnableitungen über ein Stoma angelegt.

Warum, lässt sich aus diesen Daten nicht beantworten. Denkbar sind ein steigendes Durchschnittsalter der Operierten, strengere Auswahlkriterien oder eine veränderte Beratungspraxis. Der Vergleich beider Verfahren steht im Ratgeber Ileum-Conduit oder Neoblase.

Wo der Eingriff durchgeführt wird

Nach den Qualitätsberichten 2024 führen 301 der 459 urologischen Fachabteilungen Blasenentfernungen durch. Der Median liegt allerdings bei nur 15 Eingriffen im Jahr, also gut einem pro Monat. Für einen Eingriff dieser Größenordnung ist das wenig.

Noch deutlicher wird es bei der Ersatzblase: Sie wird nur in 91 Häusern gebildet, im Median sechs Mal im Jahr.

91 Kliniken in Deutschlandbilden eine Ersatzblase aus Dünndarm. Im Klinikfinder sehen Sie, wie oft und wo, auch im Umkreis Ihres Wohnorts.Kliniken finden →
Warum das hier besonders zählt: Bei der radikalen Zystektomie ist der Zusammenhang zwischen Fallzahl und Ergebnis so gut belegt wie bei kaum einem anderen urologischen Eingriff, sowohl für Komplikationen als auch für das Überleben. Wenn eine Ersatzblase infrage kommt, lohnt der Blick darauf, wie oft das Haus sie tatsächlich bildet.

Woher die Zahlen stammen

Die Jahreszahlen stammen aus der Datenlieferung der Krankenhäuser nach §21 Krankenhausentgeltgesetz, abgerufen über den DatenBrowser des InEK, ausgewertet für die Fachabteilung Urologie über den Prozedurenschlüssel OPS 5-576. Das Jahr 2021 liegt nach dem Fallpauschalenkatalog 2022 gruppiert vor. Die Zahl der Kliniken stammt aus den strukturierten Qualitätsberichten für das Berichtsjahr 2024. Erfasst sind ausschließlich stationäre Behandlungen in urologischen Fachabteilungen. Die vollständige Auswertung steht unter Urologie in Zahlen.

Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
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