In 51.570 Behandlungsfällen wurde 2025 in einer urologischen Fachabteilung ein Operationsroboter eingesetzt. Damit betrifft es knapp sieben Prozent aller urologischen Klinikfälle in Deutschland. In 50.768 Fällen handelte es sich um ein mehrarmiges System, also die Bauart, die man aus Berichten über die Prostatachirurgie kennt.
Kaum eine Zahl in der Urologie hat sich in den letzten Jahren so verändert wie diese.
Der Anstieg verläuft gleichmäßig, ohne Sprünge, und er ist deutlich steiler als die Zunahme der radikalen Prostatektomie im selben Zeitraum. Das ist der eigentliche Befund: Der Roboter wird nicht nur häufiger für dieselbe Operation eingesetzt, sondern zunehmend für andere.
Rechnerisch lässt sich das gut zeigen. 2025 gab es 34.156 radikale Prostatektomien, davon erfolgten 86,3 Prozent minimalinvasiv. Selbst wenn alle diese Eingriffe roboterassistiert erfolgt wären, blieben rund 22.000 Robotereinsätze übrig, die auf andere Operationen entfallen: Nierenteilresektionen, Blasenentfernungen, rekonstruktive Eingriffe an Harnleiter und Nierenbecken.
Die Prostataentfernung bleibt der häufigste roboterassistierte Eingriff in der Urologie. Daneben haben sich vor allem drei Bereiche etabliert:
Die Nierenteilresektion, bei der nur der Tumor mit einem Sicherheitssaum entfernt und der Rest der Niere erhalten wird. Sie ist von 9.812 Eingriffen im Jahr 2021 auf 12.323 im Jahr 2025 gestiegen und erfolgt zu 74 Prozent minimalinvasiv, während die vollständige Nierenentfernung im selben Zeitraum stagniert. Mehr dazu unter Nierenzellkarzinom.
Die radikale Zystektomie, also die Entfernung der Harnblase. Hier erfolgt inzwischen knapp ein Drittel der Eingriffe minimalinvasiv. Zwei randomisierte Studien, RAZOR und iROC, zeigten gegenüber der offenen Operation gleichwertige onkologische Ergebnisse bei geringerem Blutverlust und rascherer Erholung.
Rekonstruktive Eingriffe an Harnleiter und Nierenbecken, etwa die Nierenbeckenplastik bei einer Abflussstörung. Diese Operationen erfordern feines Nähen an schwer zugänglicher Stelle, wofür sich die Roboterinstrumente besonders eignen.
Nach den Qualitätsberichten der Krankenhäuser für 2024 setzen 227 der 459 urologischen Fachabteilungen in Deutschland einen Operationsroboter ein, also knapp die Hälfte. Die Verteilung ist dabei sehr ungleich: Das Haus mit den meisten Eingriffen kommt auf 1.657 im Jahr, der Median liegt bei 159.
227 Kliniken in Deutschlandoperieren mit einem Operationsroboter. Im Klinikfinder sehen Sie, wie oft und wo, auch im Umkreis Ihres Wohnorts.Kliniken finden →Eine hohe Zahl an Robotereingriffen bedeutet Erfahrung mit dem System. Sie sagt aber nichts darüber, ob der Roboter für die eigene Situation das richtige Werkzeug ist.
Bei der Prostataentfernung gilt der roboterassistierte Zugang heute als Standard an größeren Zentren, ohne dass ein Überlebensvorteil gegenüber der offenen Operation belegt wäre. Belegt sind geringerer Blutverlust, kürzerer Krankenhausaufenthalt und schnellere Erholung. Für das funktionelle Ergebnis, also Kontinenz und Erektionsfähigkeit, ist die Erfahrung des Operateurs wichtiger als das verwendete Gerät.
Alle Zahlen im Überblick: Urologie in Zahlen · Kliniken nach Eingriff: Klinikfinder
Die Jahreszahlen stammen aus der Datenlieferung der Krankenhäuser nach §21 Krankenhausentgeltgesetz, abgerufen über den DatenBrowser des InEK, ausgewertet für die Fachabteilung Urologie über den Prozedurenschlüssel OPS 5-987 (Anwendung eines Operationsroboters). Das Jahr 2021 liegt nach dem Fallpauschalenkatalog 2022 gruppiert vor. Die Zahl der Kliniken stammt aus den strukturierten Qualitätsberichten für das Berichtsjahr 2024. Erfasst sind ausschließlich stationäre Behandlungen in urologischen Fachabteilungen. Die vollständige Auswertung steht unter Urologie in Zahlen.