Der Darm dient dabei nur als Leitung, er speichert nichts. Deshalb läuft der Urin ununterbrochen und wird in einem Beutel gesammelt, der auf die Haut geklebt wird.
In Deutschland bekommen etwa 85 von hundert Menschen nach einer Blasenentfernung diese Lösung. Sie ist technisch einfacher als eine Ersatzblase und auch dann möglich, wenn die Nieren schwächer sind oder die Kräfte fehlen.
Die Stelle für die Öffnung wird vor der Operation angezeichnet, im Sitzen, Stehen und Liegen. Bestehen Sie darauf. Eine ungünstige Stelle macht die Versorgung dauerhaft schwierig.
Etwas Schleim im Urin ist normal, er stammt aus dem Darmstück. Auch eine leichte Blutung direkt am Stoma nach dem Wechsel ist harmlos.
Dieser Artikel beschreibt die Operation. Wie der Alltag danach aussieht, also Beutelwechsel, Hautpflege und Sport, steht im Ratgeber zum Leben mit dem Urostoma.
Der Ileum-Conduit, oft auch Ileumconduit, Ilealconduit oder nach seinem Erstbeschreiber Bricker-Conduit genannt, ist die weltweit am häufigsten durchgeführte Form der Harnableitung nach einer Blasenentfernung. Ein kurzes Stück Dünndarm wird aus der Verdauungspassage herausgelöst und als Leitung zwischen den Harnleitern und der Bauchhaut eingesetzt. Der Urin fließt darüber kontinuierlich nach außen in einen Beutel.
Das Wort Conduit bedeutet Leitung, und genau das beschreibt die Funktion. Anders als eine Neoblase ist der Ileum-Conduit kein Reservoir und speichert keinen Urin. Er transportiert ihn nur. Deshalb wird er zu den inkontinenten Harnableitungen gezählt, was nicht Inkontinenz im Sinne eines Kontrollverlusts meint, sondern schlicht, dass es keinen Verschlussmechanismus gibt.
Diese drei Wörter werden häufig durcheinandergebracht, auch in Arztbriefen.
Urostoma ist die künstliche Öffnung in der Bauchhaut, über die Urin nach außen gelangt. Es ist ein Oberbegriff und sagt nichts darüber, wie diese Öffnung angelegt wurde.
Ileum-Conduit ist das Verfahren, mit dem ein Urostoma am häufigsten erzeugt wird. Es beschreibt die Technik: ein zwischengeschaltetes Dünndarmsegment.
Neoblase ist die Alternative dazu. Hier wird aus einem längeren Darmstück ein kugelförmiges Reservoir gebildet und an die Harnröhre angeschlossen. Es gibt kein Stoma und keinen Beutel, das Wasserlassen erfolgt über den natürlichen Weg.
Kurz gesagt: Ein Ileum-Conduit erzeugt ein Urostoma. Eine Neoblase nicht. Wer also liest, er bekomme ein Urostoma, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Ileum-Conduit vor sich, aber die Formulierung allein legt das noch nicht fest. Nachfragen lohnt sich, weil die Alltagsfolgen völlig verschieden sind.
Der Chirurg entnimmt ein Segment aus dem letzten Abschnitt des Dünndarms, dem terminalen Ileum, und belässt dabei einen Sicherheitsabstand zur Einmündung in den Dickdarm. Das Segment behält seine eigene Blutversorgung. Die beiden Harnleiter werden an das eine Ende angeschlossen, entweder einzeln oder zu einer gemeinsamen Platte vereinigt. Das andere Ende wird durch die Bauchdecke geführt und leicht vorgestülpt in die Haut eingenäht, sodass ein etwa daumenkuppengroßer, rosiger Stomaknopf entsteht. Der übrige Darm wird wieder miteinander verbunden, die Verdauung läuft danach normal weiter.
Während der Heilung liegen in beiden Harnleitern dünne Schienen, die nach etwa zehn bis vierzehn Tagen entfernt werden. Sie halten die Nahtstellen offen, bis die Schwellung abgeklungen ist.
Die mit Abstand häufigste Situation ist die radikale Zystektomie bei muskelinvasivem Blasenkrebs. Wird die Blase entfernt, braucht der Urin einen neuen Weg, und dieser Weg muss in derselben Operation geschaffen werden.
Auch ohne Tumor kann ein Conduit nötig werden, wenn die Blase zwar noch da ist, aber ihre Aufgabe nicht mehr erfüllt oder zur Gefahr wird:
Bei fortgeschrittenen Tumoren kann ein Conduit auch rein entlastend angelegt werden, allein um die Nieren zu schützen.
Beide Verfahren sind onkologisch gleichwertig, es geht also nicht um Heilungschancen, sondern um Eignung und Lebensumstände. Für den Ileum-Conduit sprechen:
Und ein Punkt, der selten offen ausgesprochen wird: Manche Menschen wollen schlicht die einfachere Lösung. Ein Conduit funktioniert vom ersten Tag an gleich, ohne Trainingsphase, ohne monatelange Unsicherheit über die Kontinenz. Das ist eine legitime Präferenz und kein Verzicht.
In der Beratung vor einer Zystektomie kommen fast immer dieselben vier Fragen, und sie werden selten von selbst angesprochen.
Sieht man das? Der Beutel liegt flach am Bauch unter der Kleidung und zeichnet sich bei normal sitzenden Hemden, Pullovern oder Kleidern nicht ab. Für Schwimmen und Sport gibt es kleinere Beutel und Bandagen. Wer es nicht weiß, sieht es nicht.
Riecht das? Moderne Versorgungssysteme sind geruchsdicht. Geruch entsteht nur in zwei Situationen: beim Wechsel selbst und wenn die Platte undicht geworden ist. Anhaltender Geruch ist deshalb immer ein Hinweis auf ein Versorgungsproblem und nicht auf einen unvermeidbaren Zustand.
Kann ich weiter arbeiten? In den meisten Berufen ja, nach einer Erholungszeit von etwa acht bis zwölf Wochen. Einschränkungen betreffen körperlich schwere Tätigkeiten mit häufigem Heben. Eine stufenweise Wiedereingliederung ist der übliche Weg zurück.
Was wird aus der Sexualität? Der Beutel steht dem nicht im Weg, es gibt kleinere Versorgungen und Überzüge für diese Situationen. Relevanter sind die Folgen der Zystektomie selbst: Bei Männern werden Nervenbahnen für die Erektion häufig mitentfernt, bei Frauen kann die Scheide verändert sein. Diese Themen gehören ins Vorgespräch, weil es für beides Behandlungsmöglichkeiten gibt und weil die Erwartung sonst schmerzhaft von der Wirklichkeit abweicht.
Der wichtigste vorbereitende Schritt kostet zwanzig Minuten und entscheidet über Jahre. Eine Stomatherapeutin oder ein Stomatherapeut markiert vor der Operation die künftige Stelle des Stomas, und zwar im Sitzen, Stehen und Liegen, mit angezogener Kleidung.
Der Grund: Ein Stoma, das in einer Hautfalte, direkt am Rippenbogen, am Beckenknochen oder unter dem Gürtel liegt, lässt sich nicht dicht versorgen. Undichtigkeiten führen zu Hautentzündungen, und wunde Haut ist die häufigste Ursache für dauerhafte Probleme mit der Versorgung. Eine gut gewählte Stelle, mit ebener Hautfläche im Umkreis von einigen Zentimetern und guter Sicht für den Betroffenen selbst, verhindert diesen Kreislauf von vornherein.

Der Krankenhausaufenthalt nach einer Zystektomie mit Conduit dauert üblicherweise zehn bis vierzehn Tage. In den ersten Tagen steht die Erholung des Darms im Vordergrund, der nach jeder Bauchoperation vorübergehend seine Bewegung einstellt. Frühes Aufstehen, Kaugummi und schrittweiser Kostaufbau gehören heute zum Standard.
Das Stoma ist anfangs geschwollen und wirkt größer, als es später sein wird. Über die ersten sechs bis acht Wochen schrumpft es deutlich, weshalb die Ausschnittgröße der Versorgungsplatte in dieser Zeit regelmäßig angepasst werden muss. Ein kleiner Blutaustritt beim Reinigen ist normal, die Schleimhaut ist gut durchblutet und empfindlich.
Schleimflocken im Urin sind ebenfalls normal und bleiben dauerhaft: Der Darm behält seine Fähigkeit, Schleim zu produzieren, auch wenn er nun Urin leitet. Alles zur täglichen Versorgung, zum Plattenwechsel und zur Hautpflege steht ausführlich in unserem Ratgeber zum Leben mit Urostoma.
Die radikale Zystektomie mit Harnableitung gehört zu den eingriffsintensivsten Operationen der Urologie, und die Komplikationsraten sind entsprechend nicht niedrig. In großen Serien erlebt etwa die Hälfte der Operierten irgendeine Komplikation innerhalb der ersten drei Monate, wobei der überwiegende Teil davon leicht ist und keine erneute Operation erfordert.
Am häufigsten sind eine verzögerte Darmtätigkeit, Wundheilungsstörungen und Harnwegsinfekte. Ernster, aber seltener sind eine Undichtigkeit an der Verbindung zwischen Harnleiter und Darmsegment mit Urinaustritt in den Bauchraum, eine Undichtigkeit der Darmnaht sowie eine Sepsis. Diese Komplikationen zeigen sich meist in den ersten zwei Wochen und werden im Krankenhaus erkannt.
Weil das Conduit nicht speichert, fließt der Urin kontinuierlich. Das ist der wichtigste Unterschied zum Leben mit einer Blase und bestimmt den Umgang mit der Versorgung.
Tagsüber wird ein Beutel getragen, der etwa 400 bis 500 Milliliter fasst und mehrmals täglich über einen Auslass am unteren Ende entleert wird. Wie oft, hängt von der Trinkmenge ab, üblich sind vier bis sechs Mal. Der Beutel sollte nicht ganz voll werden, weil das Gewicht sonst an der Platte zieht.
Der Nachtbeutel wird abends an den Tagbeutel angeschlossen und fasst ein bis zwei Liter. So kann die Nacht durchgeschlafen werden. Er wird tiefer als der Körper aufgehängt, damit der Urin nicht zurückfließt, und morgens entleert und gespült.
Wie der Urin aussieht: Er enthält Schleim, oft in Flocken oder Fäden. Das ist normal und kommt von der Darmschleimhaut, die weiter Schleim bildet. Ausreichend zu trinken hält den Urin dünnflüssig. Trüber Urin mit starkem Geruch, Fieber oder Flankenschmerzen sprechen dagegen für einen Infekt und sollten abgeklärt werden.
Der Plattenwechsel erfolgt meist alle drei bis vier Tage, am besten morgens vor dem Trinken, weil dann weniger Urin fließt. Ausführlich beschrieben ist er im Ratgeber Leben mit Urostoma.
Ein Conduit ist eine dauerhafte Konstruktion, und über Jahre treten typische Veränderungen auf. Die wichtigsten:
Hautprobleme rund um das Stoma sind mit Abstand am häufigsten. Ursache ist fast immer eine undichte Versorgung, seltener eine Allergie auf das Material. Sie sind gut behandelbar, wenn früh gehandelt wird, und werden hartnäckig, wenn man sie aussitzt.
Die parastomale Hernie, ein Bruch neben dem Stoma, ist die häufigste chirurgische Spätkomplikation. In der Bildgebung findet sie sich bei einem erheblichen Teil der Betroffenen, Beschwerden macht sie deutlich seltener. Behandelt wird sie nur, wenn sie stört, einklemmt oder die Versorgung unmöglich macht.
Verengung des Stomas oder der Harnleiteranschlüsse. Eine Enge an der Verbindung zwischen Harnleiter und Conduit staut den Urin zurück in die Niere und kann sie schädigen, ohne Schmerzen zu machen. Genau deshalb wird in der Nachsorge regelmäßig ein Ultraschall der Nieren durchgeführt, auch bei völliger Beschwerdefreiheit.
Wiederkehrende Harnwegsinfekte und Steinbildung. Ein Conduit ist immer mit Bakterien besiedelt, das ist normal und wird nicht behandelt. Behandelt wird nur, wenn Fieber, Flankenschmerz oder Krankheitsgefühl hinzukommen.
Darmschleimhaut nimmt Stoffe auf, dafür ist sie gebaut. Wenn Urin auf sie trifft, tauscht sie Salze aus, und daraus können sich Verschiebungen im Säure-Basen-Haushalt ergeben. Beim Ileum-Conduit ist dieses Risiko allerdings gering, weil der Urin nur kurz Kontakt hat und sofort weiterfließt. Die gefürchtete Übersäuerung des Blutes ist typisch für Reservoirs wie die Neoblase, nicht für den Conduit.
Zwei Punkte gehören trotzdem in die Langzeitkontrolle. Erstens die Nierenfunktion: Sie kann über Jahre langsam nachlassen, vor allem wenn Verengungen oder wiederholte Infekte auftreten. Zweitens Vitamin B12: Es wird genau in dem Darmabschnitt aufgenommen, aus dem das Conduit-Segment stammt. Ein Mangel entwickelt sich erst nach Jahren, weil der Körper Vorräte hat, und lässt sich einfach durch Blutkontrolle erkennen und durch Spritzen ausgleichen.
Diese Frage wird häufig gestellt, und die Antwort ist entlastender, als viele erwarten: Die Harnableitung selbst verkürzt das Leben nicht. Sie ist eine Rekonstruktion, keine Erkrankung.
Was die Lebenserwartung bestimmt, ist der Grund für die Operation. Bei muskelinvasivem Blasenkrebs hängt sie am Tumorstadium und am Lymphknotenbefund. Ist der Tumor auf die Blase begrenzt und sind die Lymphknoten frei, liegt das Fünf-Jahres-Überleben nach der Operation in großen Serien deutlich über der Hälfte. Mit Lymphknotenbefall oder Ausbreitung über die Blasenwand hinaus sinken die Zahlen erheblich. Wurde der Conduit dagegen aus einem nicht bösartigen Grund angelegt, etwa wegen einer neurogenen Blase, ist die Lebenserwartung durch die Harnableitung praktisch nicht beeinflusst.
Was Sie selbst beeinflussen können, ist der Schutz der Nieren: Nachsorgetermine wahrnehmen, ausreichend trinken, Infekte mit Fieber nicht verschleppen. Nierenversagen nach Jahren ist die einzige Folge der Harnableitung selbst, die die Lebenserwartung relevant beeinflussen kann, und sie ist weitgehend vermeidbar.
Die naheliegende Annahme lautet, eine Neoblase müsse die bessere Lebensqualität bringen, weil sie ohne Beutel auskommt. Die vorliegenden Untersuchungen stützen das nicht eindeutig. In systematischen Auswertungen unterscheiden sich die globalen Lebensqualitätswerte zwischen Conduit und Neoblase kaum.
Der Grund liegt in den unterschiedlichen Belastungen. Die Neoblase erspart das sichtbare Stoma, bringt aber in der ersten Zeit nächtliche Inkontinenz, eine lange Trainingsphase und bei einem Teil der Betroffenen die Notwendigkeit, sich selbst zu katheterisieren. Der Conduit verlangt die Versorgung eines Stomas, funktioniert dafür ab Tag eins verlässlich und ohne Überraschungen.
Praktisch heißt das: Es gibt keine objektiv bessere Wahl, sondern nur eine, die besser zu Ihnen passt. Wer viel unterwegs ist und Planbarkeit schätzt, kommt mit dem Conduit oft gut zurecht. Wem die Vorstellung eines Beutels stark zusetzt und wer bereit ist, Monate zu trainieren, für den ist die Neoblase die passendere Option, sofern die medizinischen Voraussetzungen stimmen.
Die Nachsorge hat zwei Stränge, die nicht verwechselt werden dürfen. Der eine betrifft den Tumor und richtet sich nach dessen Stadium. Der andere betrifft die Harnableitung selbst und läuft lebenslang, unabhängig davon, wie lange die Tumornachsorge dauert.
Zur Ableitungsnachsorge gehören der Ultraschall der Nieren zur Erkennung eines Harnstaus, die Bestimmung von Nierenwerten und Elektrolyten, in größeren Abständen die Kontrolle von Vitamin B12 sowie die Inspektion von Stoma und umgebender Haut. Ein Termin bei der Stomaberatung ein- bis zweimal jährlich lohnt sich auch dann, wenn alles gut läuft, weil sich Versorgungsmaterialien weiterentwickeln und die Bauchform sich über die Jahre verändert.
Das Conduit wird in derselben Narkose wie die Blasenentfernung angelegt, meist als zweiter Teil einer vier- bis sechsstündigen Operation. Erstens wird nach der Zystektomie ein 12 bis 15 Zentimeter langes Stück Dünndarm etwa 20 Zentimeter vor dem Übergang zum Dickdarm ausgewählt und mit seiner Blutversorgung ausgeschaltet; der übrige Darm wird wieder verbunden und arbeitet normal weiter. Zweitens werden die beiden Harnleiter in das obere Ende des Darmstücks eingenäht, geschützt durch dünne Schienen, die nach zehn bis 14 Tagen gezogen werden. Drittens wird das untere Ende durch die Bauchdecke an der vorher markierten Stelle ausgeleitet und als leicht vorstehendes Stoma eingenäht. Viertens folgt die Prüfung auf Dichtigkeit und der erste Beutel. Das Conduit ist kein Speicher: Der Urin fließt kontinuierlich durch, der Darm schiebt ihn mit seiner eigenen Bewegung nach außen.
Nach einer Blasenentfernung wegen Blasenkrebs kommt das Conduit dann infrage, wenn eine Ersatzblase nicht möglich oder nicht gewollt ist:
Auch ohne Krebs kann ein Conduit nötig werden, wenn die Blase durch Bestrahlungsfolgen, eine Nervenstörung oder Fisteln nicht mehr arbeitet. In Deutschland erhalten rund 85 Prozent der Menschen nach einer Blasenentfernung ein Conduit.
Weil der Darm Bestandteile des Urins aufnimmt, kann sich das Blut leicht übersäuern (hyperchlorämische metabolische Azidose), mit Müdigkeit, Appetitlosigkeit und auf Dauer Knochenabbau. Beim Conduit ist das seltener als bei der Neoblase, weil der Urin nur kurz Kontakt zum Darm hat, tritt aber bei eingeschränkter Nierenfunktion oder Abflussstörung auf. Kontrolliert werden Natrium, Kalium, Chlorid, Bikarbonat und Kreatinin, anfangs vierteljährlich, später jährlich; bei Bedarf wird Natriumbikarbonat gegeben. Nach Jahren kann das Fehlen des Darmstücks zu Vitamin-B12-Mangel und bei Gallensäureverlust zu Durchfall und Nierensteinen führen, beides behandelbar.
Diese Fragen helfen, das Gespräch zu strukturieren. Über die Druckfunktion können Sie die Liste mitnehmen.
Das Urostoma ist die Öffnung in der Bauchhaut, über die der Urin austritt. Der Ileum-Conduit ist die Technik, mit der diese Öffnung angelegt wird, nämlich über ein zwischengeschaltetes Dünndarmstück. Ein Ileum-Conduit erzeugt also ein Urostoma. Umgekehrt gilt das nicht zwingend, denn es gibt auch andere, seltenere Wege, ein Urostoma anzulegen.
Die Harnableitung selbst begrenzt die Lebenszeit nicht. Entscheidend ist der Grund für die Operation, bei Blasenkrebs also das Tumorstadium. Bei nicht bösartiger Ursache ist die Lebenserwartung praktisch normal. Wichtig für den Langzeitverlauf ist der Schutz der Nierenfunktion durch regelmäßige Nachsorge, ausreichendes Trinken und die zügige Behandlung fieberhafter Infekte.
Weniger, als die meisten annehmen. Berufstätigkeit, Sport einschließlich Schwimmen, Reisen und Sexualität sind möglich. Einschränkungen betreffen vor allem sehr schweres Heben in den ersten Monaten und dauerhaft, weil es die Entstehung eines Bruchs neben dem Stoma begünstigt. Eine spezielle Diät ist nicht nötig, nur eine verlässlich ausreichende Trinkmenge.
Technisch ist eine Umwandlung möglich, sie ist aber ein großer Zweiteingriff und wird selten durchgeführt. Voraussetzung sind eine erhaltene Harnröhre ohne Tumorbefall, eine ausreichende Nierenfunktion und ein guter Allgemeinzustand. Die Entscheidung für oder gegen ein Verfahren sollte deshalb vor der ersten Operation sorgfältig getroffen werden.
Keiner im Alltag: Urostoma bezeichnet den künstlichen Ausgang in der Bauchdecke, Ileum-Conduit die Technik dahinter, nämlich das Dünndarmstück als Verbindung. Fast jedes Urostoma ist ein Ileum-Conduit.
Sie hängt vom Tumorstadium ab, nicht von der Harnableitung. Bei Blasenkrebs ohne Lymphknotenbefall leben nach fünf Jahren 60 bis 70 Prozent. Das Conduit selbst verkürzt das Leben nicht; mit ihm leben Menschen Jahrzehnte.
Der Urin fließt kontinuierlich in den Beutel, eine Kontrolle wie bei der eigenen Blase gibt es nicht. Mit dichter Versorgung ist man nach außen trocken und geruchsfrei; das ist keine Inkontinenz im üblichen Sinn, sondern eine andere Art der Ableitung.
Weiterlesen: Leben ohne Blase: der Alltag danach
Weiterlesen: Urostoma, Ileostoma, Kolostoma: die Unterschiede
Leitlinien
• Leitlinienprogramm Onkologie. S3-Leitlinie Früherkennung, Diagnose, Therapie und Nachsorge des Harnblasenkarzinoms. AWMF-Registernummer 032-038OL, 2024.
• European Association of Urology. EAU Guidelines on Muscle-invasive and Metastatic Bladder Cancer. Ausgabe 2025.
• Holzbeierlein, J. M. et al. Treatment of Non-Metastatic Muscle-Invasive Bladder Cancer: AUA/ASCO/SUO Guideline. American Urological Association, 2024.
Studien
• Bricker, E. M. Bladder substitution after pelvic evisceration. Surgical Clinics of North America, 1950;30(5):1511-1521. PMID 14782163
• Madersbacher, S. et al. Long-term outcome of ileal conduit diversion. Journal of Urology, 2003;169(3):985-990. PMID 12576827
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• Shimko, M. S. et al. Long-term complications of conduit urinary diversion. Journal of Urology, 2011;185(2):562-567. PMID 21168867
Reviews
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• Yang, L. S. et al. A systematic review and meta-analysis of quality of life outcomes after radical cystectomy for bladder cancer. Surgical Oncology, 2016;25(3):281-297. doi:10.1016/j.suronc.2016.05.027