Lexikon

Kreatinin

Kreatinin ist ein Abbauprodukt des Muskelstoffwechsels, das gleichmäßig ins Blut abgegeben und über die Nieren ausgeschieden wird. Steigt es im Blut an, scheiden die Nieren weniger aus. Es ist der am häufigsten bestimmte Nierenwert, aber ein träger: Erst wenn etwa die Hälfte der Nierenleistung verloren ist, steigt das Kreatinin deutlich.

Normwerte und Einflüsse: Bei Männern etwa 0,7 bis 1,2 mg/dl, bei Frauen 0,5 bis 0,9 mg/dl, abhängig von der Muskelmasse. Sportler und muskulöse Menschen haben höhere Werte ohne Nierenschaden, sehr schlanke und alte Menschen niedrige Werte trotz Nierenschwäche. Eine fleischreiche Mahlzeit, Kreatinpräparate, Austrocknung und bestimmte Medikamente erhöhen den Wert vorübergehend. Deshalb wird aus dem Kreatinin die GFR berechnet, die Alter und Geschlecht berücksichtigt.

Urologische Bedeutung: Ein Anstieg weist auf beidseitigen Harnstau, eine Einzelniere mit Stau, einen chronischen Harnverhalt mit Rückstau oder eine Nierenerkrankung hin. Nach Entlastung eines Staus fällt das Kreatinin innerhalb von Tagen wieder ab, wenn das Gewebe sich erholt. Vor Kontrastmittel-CT, vor Chemotherapie und nach Nierenoperationen wird es kontrolliert. Unter Testosterontherapie und bei Bodybuildern muss der Wert mit männlichen Referenzen gelesen werden.

Was ein hoher Wert nicht bedeutet: Ein einmalig erhöhtes Kreatinin ist kein Beweis für eine Nierenkrankheit. Austrocknung nach Durchfall, Hitze oder Sport, Schmerzmittel wie Ibuprofen oder ein voller Magen nach Fleischkonsum erklären viele Einzelbefunde. Der Wert sollte nach ein bis zwei Wochen unter normalen Bedingungen wiederholt und durch Eiweiß im Urin und Ultraschall der Nieren ergänzt werden.

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Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
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