Lexikon

Nierenbeckenkarzinom

Nierenbeckenkarzinom ist ein bösartiger Tumor der Schleimhaut des Nierenbeckens. Es gehört zu den Urothelkarzinomen des oberen Harntrakts und ist mit dem Blasenkrebs verwandt, aber deutlich seltener: Auf etwa 20 Blasentumoren kommt ein Tumor im Nierenbecken oder Harnleiter.

Symptome: Häufigstes Zeichen ist schmerzloses Blut im Urin. Flankenschmerzen entstehen, wenn der Tumor den Abfluss behindert oder Blutgerinnsel den Harnleiter verlegen. Viele Tumoren werden bei der Abklärung einer Hämaturie oder zufällig in der Bildgebung entdeckt. Rauchen ist der wichtigste Risikofaktor, außerdem bestimmte Schmerzmittel in hohen Dauerdosen und das Lynch-Syndrom.

Diagnose: CT-Urographie ist die entscheidende Untersuchung. Eine Harnleiterspiegelung mit Probenentnahme sichert die Diagnose und erlaubt die Beurteilung der Aggressivität. Die Blase wird immer mit gespiegelt, weil gleichzeitig Tumoren dort vorkommen können.

Behandlung: Standard ist die Nephroureterektomie, also die Entfernung von Niere, Harnleiter und Blasenmanschette. Bei kleinen, wenig aggressiven Tumoren oder bei Einzelniere kann organerhaltend mit dem Laser behandelt werden. Bei fortgeschrittenen Tumoren kommt eine Chemotherapie vor oder nach der Operation hinzu. Die Nachsorge umfasst regelmäßige Blasenspiegelungen.

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Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
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