Lexikon

Hämaturie

Hämaturie bedeutet Blut im Urin. Ist es mit bloßem Auge sichtbar, spricht man von Makrohämaturie, ist es nur im Teststreifen oder Mikroskop nachweisbar, von Mikrohämaturie. Sichtbares Blut im Urin ist immer ein Grund für eine urologische Abklärung, auch wenn es schmerzlos ist und von selbst wieder verschwindet.

Ursachen: Harnwegsinfekte, Steine, gutartige Prostatavergrößerung, Tumoren von Blase, Niere, Nierenbecken oder Prostata, Nierenerkrankungen, Verletzungen, Bestrahlungsfolgen, Blasenspiegelungen und Katheter. Blutverdünner verursachen keine Hämaturie, sie decken eine vorhandene Ursache nur früher auf; die Abklärung ist deshalb unter Blutverdünnung genauso nötig. Bei Frauen muss Menstruationsblut ausgeschlossen sein, beim Sport kann vorübergehend Blut auftreten.

Warnzeichen: Schmerzloses, sichtbares Blut im Urin bei Menschen über 50, bei Rauchern und bei beruflichem Kontakt mit Farbstoffen oder Lösungsmitteln ist bis zum Beweis des Gegenteils tumorverdächtig; bei etwa jedem fünften findet sich ein Blasentumor. Blut mit Koliken spricht für Steine, mit Brennen und Drang für einen Infekt, mit Flankenschmerz und Fieber für eine Nierenbeckenentzündung. Blutgerinnsel, die die Harnröhre verlegen, führen zum Harnverhalt und sind ein Notfall.

Abklärung: Urinuntersuchung mit Kultur und Sediment, Nierenwerte, Ultraschall von Nieren und Blase, beim Mann Prostatauntersuchung und PSA, Blasenspiegelung bei jeder Makrohämaturie und bei Mikrohämaturie ab 40 oder mit Risikofaktoren, CT-Urographie zur Beurteilung der Nieren und Harnleiter. Verformte rote Blutkörperchen und Eiweiß im Urin weisen auf die Nierenkörperchen und führen zum Nephrologen. Findet sich nichts, wird nach sechs Monaten kontrolliert.

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Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
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