CT-Urographie ist eine Computertomographie der Harnwege mit Kontrastmittel, das über die Nieren ausgeschieden wird und Nierenbecken, Harnleiter und Blase von innen darstellt. Sie ist die genaueste Untersuchung bei Blut im Urin unklarer Ursache und bei Verdacht auf Tumoren des oberen Harntrakts.
Ablauf: Eine Aufnahme ohne Kontrastmittel zeigt Steine und Verkalkungen. Nach der Kontrastmittelgabe über die Vene folgen Aufnahmen in der Nierenphase, die Tumoren im Nierengewebe zeigt, und nach etwa zehn Minuten in der Ausscheidungsphase, in der das Kontrastmittel die Harnwege füllt. Die Untersuchung dauert 15 bis 20 Minuten, man liegt ruhig auf dem Rücken und hält kurz die Luft an. Nüchternheit ist meist nicht nötig, viel trinken danach beschleunigt die Ausscheidung.
Voraussetzungen: Die Nierenfunktion muss ausreichen, bei einer GFR unter etwa 30 wird abgewogen oder auf ein MRT ausgewichen. Eine frühere Kontrastmittelallergie erfordert eine Vorbehandlung. Metformin wird bei eingeschränkter Nierenfunktion am Untersuchungstag pausiert. Eine Schilddrüsenüberfunktion muss bekannt sein, weil das jodhaltige Kontrastmittel sie verstärken kann. Schwangere werden nicht untersucht.
Einordnung: Die Strahlenbelastung liegt bei 10 bis 15 Millisievert, etwa dem Drei- bis Fünffachen der natürlichen Jahresdosis, weshalb die Untersuchung gezielt eingesetzt wird: bei sichtbarem Blut im Urin, bei nicht sichtbarem Blut mit Risikofaktoren, bei Verdacht auf Nierenbeckenkarzinom, bei unklarem Harnstau und zur Operationsplanung. Das Steinleiden wird mit einer Niedrigdosis-CT ohne Kontrastmittel abgeklärt, die nur ein bis drei Millisievert braucht.