Lexikon

Adrenalektomie

Adrenalektomie ist die operative Entfernung einer Nebenniere, der kleinen Hormondrüse, die jeder Niere oben aufsitzt. Der Eingriff wird von Urologen, Viszeralchirurgen oder endokrinen Chirurgen durchgeführt, heute fast immer laparoskopisch oder roboterassistiert.

Gründe: Hormonproduzierende Tumoren wie das Aldosteron bildende Conn-Adenom, das Cortisol bildende Cushing-Adenom und das Adrenalin bildende Phäochromozytom. Tumoren über vier Zentimeter oder mit verdächtigem Aussehen in der Bildgebung wegen Krebsverdachts. Das seltene Nebennierenrindenkarzinom. Einzelne Metastasen anderer Krebse, etwa von Lunge oder Niere. Zufällig entdeckte kleine Knoten ohne Hormonaktivität, sogenannte Inzidentalome, werden dagegen nur beobachtet.

Ablauf: Vor der Operation wird jeder Nebennierentumor auf Hormonaktivität untersucht, weil ein Phäochromozytom ohne medikamentöse Vorbereitung während der Operation lebensbedrohliche Blutdruckkrisen auslösen kann. Der Eingriff erfolgt über drei bis vier kleine Schnitte von vorn oder vom Rücken, dauert ein bis zwei Stunden, der Aufenthalt drei bis fünf Tage. Bei Krebsverdacht wird offen operiert, um den Tumor nicht zu verletzen.

Danach: Die verbleibende Nebenniere übernimmt die Hormonproduktion vollständig. Nach Entfernung eines Cortisol bildenden Tumors ist die andere Nebenniere jedoch für Monate unterdrückt und Cortison muss vorübergehend ersetzt werden. Nach beidseitiger Entfernung ist ein lebenslanger Hormonersatz nötig. Bluthochdruck und Kaliummangel beim Conn-Syndrom bessern sich bei den meisten Patienten deutlich, heilen aber nicht immer ganz aus, wenn die Gefäße schon lange belastet waren.

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Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
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