Lexikon

Cystatin C

Cystatin C ist ein kleines Eiweiß, das alle kernhaltigen Zellen gleichmäßig bilden und das die Nieren vollständig filtern. Sein Blutspiegel spiegelt die Nierenfunktion genauer und früher als das Kreatinin wider, weil er nicht von Muskelmasse, Ernährung, Geschlecht oder Alter abhängt.

Wann es bestimmt wird: Wenn das Kreatinin täuschen kann: bei sehr muskulösen oder sehr schlanken Menschen, bei älteren Patienten, bei Amputationen, bei Leberzirrhose, bei Kindern, bei vegetarischer oder sehr fleischreicher Ernährung und unter Testosterontherapie. Außerdem im Graubereich einer leichten Nierenschwäche mit GFR zwischen 45 und 60, wo die Entscheidung über weitere Abklärung ansteht. Die Leitlinien empfehlen hier die Bestätigung mit Cystatin C.

Auswertung: Normwerte liegen bei etwa 0,5 bis 1,0 mg/l, abhängig vom Labor. Aus Cystatin C allein oder kombiniert mit Kreatinin wird eine GFR berechnet; die kombinierte Formel gilt als genaueste im Alltag verfügbare Schätzung. Ein erhöhter Wert zeigt eine verminderte Filtration an, schon bevor das Kreatinin steigt, was den Beginn einer Nierenschwäche um Monate bis Jahre früher erkennen lässt.

Grenzen und Kosten: Schilddrüsenüberfunktion, hochdosiertes Kortison, Rauchen und starke Entzündungen erhöhen Cystatin C unabhängig von der Niere. Die Bestimmung ist teurer als Kreatinin und nicht in jedem Labor Routine; die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen sie bei begründeter Fragestellung. In der Urologie wird es vor allem vor Chemotherapie, bei Einzelniere und zur Entscheidung über nierenerhaltende Operationen genutzt.

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Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
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