Lexikon

GFR

GFR steht für glomeruläre Filtrationsrate, das Maß für die Leistung der Nieren. Sie gibt an, wie viele Milliliter Blut die Nierenkörperchen pro Minute filtern. Gesunde junge Erwachsene liegen bei 90 bis 120 ml/min, mit dem Alter sinkt der Wert um etwa ein ml/min pro Jahr. Die GFR ist aussagekräftiger als das Kreatinin allein.

Wie sie bestimmt wird: Im Alltag wird sie aus Kreatinin, Alter und Geschlecht berechnet, meist mit der CKD-EPI-Formel, und als eGFR auf dem Laborbefund angegeben. Die Berechnung ist bei sehr muskulösen, sehr schlanken, sehr alten und amputierten Menschen ungenau; dann hilft die zusätzliche Messung von Cystatin C. Eine direkte Messung mit Markersubstanzen ist aufwendig und Spezialfällen vorbehalten.

Stadien der Nierenschwäche: Über 90 normal (Stadium 1, nur krank bei zusätzlichem Eiweiß im Urin oder Strukturschaden), 60 bis 89 leicht eingeschränkt (Stadium 2), 45 bis 59 und 30 bis 44 mittelgradig (3a und 3b), 15 bis 29 schwer (Stadium 4), unter 15 Nierenversagen (Stadium 5) mit Dialyse oder Transplantation. Die Einteilung gilt erst, wenn der Wert über drei Monate eingeschränkt bleibt.

Bedeutung in der Urologie: Vor jeder Kontrastmittelgabe, vor Operationen an der Niere, vor der Entscheidung für eine Neoblase (GFR über 35 bis 40 nötig), bei der Dosierung von Medikamenten und Chemotherapie, vor allem Cisplatin, und in der Nachsorge nach Nierenentfernung. Eine einzelne Niere liefert eine GFR von etwa 60 bis 70, was ausreicht. Eiweiß im Urin ist ein eigenständiger Marker für Nierenschaden und wird zusätzlich bestimmt.

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Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
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