Lexikon

Bosniak-Klassifikation

Bosniak-Klassifikation ist das Bewertungssystem für Nierenzysten in der Bildgebung. Sie teilt Zysten nach ihrem Aussehen im CT oder MRT in fünf Kategorien ein, von der sicher gutartigen einfachen Zyste bis zur zystischen Raumforderung, die sehr wahrscheinlich bösartig ist. Benannt ist sie nach dem amerikanischen Radiologen Morton Bosniak, die aktuelle Version stammt von 2019.

Die Kategorien: Bosniak I: einfache Zyste mit dünner Wand und wasserklarem Inhalt, gutartig, keine Kontrolle nötig. Bosniak II: wenige dünne Septen oder feine Verkalkungen, gutartig, keine Kontrolle. Bosniak IIF: etwas mehr Septen, leicht verdickte Wand, Krebsrisiko etwa fünf Prozent, Kontrolle über fünf Jahre. Bosniak III: verdickte, unregelmäßige Wand oder Septen, die Kontrastmittel aufnehmen, Krebsrisiko etwa 50 Prozent, in der Regel Operation oder engmaschige Überwachung. Bosniak IV: solide Anteile, die Kontrastmittel aufnehmen, Krebsrisiko etwa 90 Prozent, Operation.

Wie häufig: Einfache Nierenzysten sind sehr verbreitet: Ab 50 hat jeder Vierte mindestens eine, ab 70 jeder Zweite. Die allermeisten sind Bosniak I oder II und Zufallsbefunde ohne Krankheitswert. Nur ein kleiner Teil der Zysten fällt in die Kategorien IIF bis IV, und nur diese brauchen Aufmerksamkeit.

Praktisches: Die Einteilung setzt eine Untersuchung mit Kontrastmittel voraus, der Ultraschall allein reicht für Zysten mit Septen oder Verkalkungen nicht. Der Kontrastmittel-Ultraschall kann bei vielen Zysten die Frage ohne CT klären. Zystische Nierenkrebse wachsen langsam und streuen selten, weshalb bei Bosniak III bei älteren oder kranken Patienten auch eine Überwachung vertretbar ist. Die Kategorie gehört in jeden Befundbericht.

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Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
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