Lexikon

Proteinurie

Proteinurie ist die Ausscheidung von Eiweiß im Urin über die normale Menge hinaus. Gesunde Nieren halten Eiweiß im Blut zurück; mehr als 150 Milligramm am Tag oder ein Albumin-Kreatinin-Quotient über 30 mg/g gelten als auffällig. Eiweiß im Urin ist ein eigenständiges Zeichen für Nierenschaden, auch bei normaler GFR.

Ursachen: Harmlos und vorübergehend nach Sport, bei Fieber, Kälte, Stress oder längerem Stehen. Dauerhaft bei Diabetes und Bluthochdruck, den beiden häufigsten Ursachen, bei Nierenentzündungen, bei Herzschwäche, bei Harnwegsinfekten und bei Blut im Urin, das Eiweiß mit sich führt. Sehr hohe Mengen über 3,5 Gramm am Tag sprechen für eine Erkrankung der Nierenkörperchen und gehören zum Nephrologen.

Nachweis: Der Teststreifen erfasst vor allem Albumin und erst ab etwa 300 mg/l, kleine Mengen entgehen ihm. Genauer ist der Albumin-Kreatinin-Quotient im Spontanurin, am besten im Morgenurin, der die Tagesschwankungen ausgleicht. Bestätigt ist eine Proteinurie, wenn sie in zwei von drei Proben über drei Monate nachweisbar bleibt. Der 24-Stunden-Sammelurin wird nur noch in Spezialfällen verwendet.

Bedeutung für Urologen: Bei Blut im Urin unterscheidet die Proteinurie zwischen urologischer Ursache (Blase, Harnleiter, Prostata, wenig Eiweiß) und nephrologischer Ursache (Nierenkörperchen, viel Eiweiß, verformte rote Blutkörperchen). Nach Nierenteilresektion oder Nierenentfernung wird sie jährlich kontrolliert, weil sie früh anzeigt, ob die Restniere überlastet ist. Blutdrucksenker aus der Gruppe der ACE-Hemmer oder Sartane senken die Eiweißausscheidung und schützen die Niere.

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Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
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