Lexikon

URS

URS ist die Abkürzung für Ureterorenoskopie, die Spiegelung von Harnleiter und Nierenbecken. Ein dünnes, starres oder flexibles Endoskop wird über Harnröhre und Blase in den Harnleiter vorgeschoben. Sie ist heute das häufigste Verfahren zur Behandlung von Harnleiter- und Nierensteinen.

Einsatz: Steine im Harnleiter und in der Niere bis etwa zwei Zentimeter werden unter Sicht mit dem Holmium- oder Thulium-Laser zerkleinert und die Fragmente mit einem Körbchen geborgen. Daneben dient die URS der Abklärung unklarer Befunde im oberen Harntrakt, etwa bei Blut aus einem Harnleiter oder einer Füllungsaussparung im CT, und der Probenentnahme bei Verdacht auf Tumoren des Nierenbeckens.

Ablauf: In Narkose, meist stationär mit ein bis zwei Übernachtungen, seit der Hybrid-DRG-Einführung zunehmend ambulant. Dauer 30 bis 90 Minuten. Oft wird am Ende eine Harnleiterschiene eingelegt, die nach einigen Tagen bis Wochen entfernt wird. Ist der Harnleiter zu eng, wird zunächst nur eine Schiene gelegt und der Eingriff nach zwei Wochen wiederholt, weil der Harnleiter sich dann geweitet hat.

Zahlen und Risiken: In Deutschland wurden 2025 rund 45.000 stationäre Ureterorenoskopien in urologischen Abteilungen durchgeführt, dazu eine wachsende Zahl ambulanter Eingriffe. Die Steinfreiheitsrate liegt bei Harnleitersteinen über 90 Prozent. Komplikationen sind Harnleiterverletzung bei unter zwei Prozent, Fieber und selten eine Harnleiterenge als Spätfolge.

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Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
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