Steinstraße nennt man eine Ansammlung vieler kleiner Steinfragmente, die sich nach einer Stoßwellenzertrümmerung im Harnleiter aneinanderreihen und den Abfluss behindern. Im Röntgenbild sieht das aus wie eine mit Kies gefüllte Straße.
Wie sie entsteht: Je größer der zertrümmerte Stein, desto mehr Fragmente entstehen auf einmal. Ab etwa zwei Zentimetern Steingröße steigt das Risiko deutlich. Meist blockiert ein etwas größeres Fragment vorn, und die kleineren stauen sich dahinter. Betroffen sind etwa 4 bis 7 Prozent der Stoßwellenbehandlungen.
Zeichen: Koliken, Flankenschmerzen oder ein stummer Harnstau, der nur im Ultraschall auffällt. Gefährlich wird es bei Fieber, weil sich hinter dem Stau ein Infekt entwickeln kann. Nach jeder Stoßwellentherapie gehört deshalb eine Ultraschallkontrolle nach ein bis zwei Wochen dazu.
Behandlung: Ohne Beschwerden und ohne Infekt kann man abwarten, viele Steinstraßen lösen sich von selbst auf, unterstützt durch Tamsulosin. Bei Schmerzen, Stau oder Fieber wird der Harnleiter gespiegelt und das führende Fragment mit dem Laser zerkleinert, oder es wird eine Harnleiterschiene gelegt. Um Steinstraßen zu vermeiden, wird bei großen Steinen heute oft direkt die Harnleiterspiegelung oder die perkutane Steinentfernung gewählt.