Lexikon

Nierenkolik

Nierenkolik bezeichnet plötzlich einsetzende, wellenartig an- und abschwellende Schmerzen in der Flanke, die in Unterbauch, Leiste oder Genitale ausstrahlen können. Ursache ist fast immer ein Stein, der den Harnleiter verlegt.

Wie sie entsteht: Der Stein staut den Urin vor sich auf. Der Druck im Nierenbecken steigt, die Harnleitermuskulatur versucht den Stein mit kräftigen Wellen weiterzuschieben. Genau diese Wellen spürt man als Kolik. Typisch sind Unruhe, Übelkeit, Erbrechen und oft Blut im Urin. Anders als bei einer Blinddarmentzündung finden Betroffene keine Schonhaltung, sie laufen umher.

Behandlung: Erste Maßnahme ist eine wirksame Schmerztherapie, meist mit einem entzündungshemmenden Schmerzmittel wie Diclofenac oder Metamizol. Steine unter 5 mm gehen in den meisten Fällen von selbst ab, oft unterstützt durch Tamsulosin. Größere Steine werden mit der Harnleiterspiegelung oder der Stoßwellentherapie behandelt. Nicht mehr empfohlen wird es, während der Kolik viel zu trinken, weil das den Druck weiter erhöht.

Wann sofort in die Klinik: Fieber oder Schüttelfrost, anhaltendes Erbrechen, Schmerzen, die sich nicht lindern lassen, eine Einzelniere oder Schwangerschaft. Ein gestauter und zugleich infizierter Harntrakt kann innerhalb von Stunden zu einer Urosepsis führen und muss sofort entlastet werden.

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Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
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