Das ist heute das zuverlässigste Verfahren bei Steinen im Harnleiter. Meist ist der Stein danach vollständig weg.
Häufig wird anschließend eine Harnleiterschiene eingelegt, damit die gereizte Schleimhaut abschwellen kann. Sie bleibt einige Tage bis Wochen.
Notieren Sie sich den Termin für die Entfernung der Schiene. Vergessene Schienen sind eine der häufigsten vermeidbaren Komplikationen in der Urologie.
Blutig gefärbter Urin und ein Ziehen in der Flanke sind mit liegender Schiene normal. Fieber ist es nicht.
Bei der Harnleiterspiegelung wird ein dünnes Instrument über die Harnröhre und die Blase in den Harnleiter eingeführt, bis der Stein im Blick ist. Über einen Arbeitskanal wird eine Laserfaser vorgeschoben, die den Stein in kleine Fragmente oder zu Staub zerlegt. Größere Bruchstücke werden mit einem Körbchen herausgeholt.
Für Steine im unteren und mittleren Harnleiter genügt ein starres Instrument. Für Steine im Nierenbecken oder in den Kelchen gibt es biegsame Geräte, mit denen sich das gesamte Hohlsystem der Niere erreichen lässt.
Der entscheidende Vorteil liegt in der Zuverlässigkeit: In einer einzigen Sitzung sind die allermeisten Betroffenen steinfrei, und das Ergebnis steht sofort fest. Bei der Stoßwellenbehandlung ist es davon abhängig, ob die Bruchstücke anschließend abgehen.
Dazu kommt, dass die Härte des Steins kaum eine Rolle spielt. Der Laser zerlegt auch Steine, an denen Stoßwellen scheitern.
Der Preis dafür: Es ist ein endoskopischer Eingriff in Narkose, und in vielen Fällen bleibt anschließend für ein bis zwei Wochen eine Harnleiterschiene liegen.

Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose oder Spinalanästhesie und dauert je nach Steinlage und Größe zwischen 30 und 90 Minuten. Ein Hautschnitt ist nicht nötig, alle Wege verlaufen durch die natürlichen Harnwege.
Ist der Harnleiter zu eng, um das Instrument aufzunehmen, wird zunächst nur eine Schiene eingelegt. Sie weitet den Harnleiter passiv, und der eigentliche Eingriff folgt ein bis zwei Wochen später. Das ist kein Rückschlag, sondern ein häufiges und geplantes Vorgehen.
Der Aufenthalt beträgt meist ein bis zwei Tage, bei einfachen Situationen ist auch ein ambulantes Vorgehen möglich.
Drei Punkte entscheiden darüber, ob der Eingriff wie geplant stattfinden kann.
Der Urin muss keimfrei sein. Ein bestehender Harnwegsinfekt wird vorher behandelt, sonst steigt das Risiko einer Urosepsis erheblich. Bei einem positiven Befund wird der Termin verschoben, das ist keine Schikane, sondern die wichtigste Sicherheitsmaßnahme.
Blutverdünner werden abgestimmt. Anders als bei der Stoßwellenbehandlung ist die Spiegelung mit Laser auch unter fortgeführter Gerinnungshemmung möglich, wenn ein Absetzen zu riskant wäre. Die Entscheidung trifft der verordnende Arzt gemeinsam mit dem Urologen.
Die Erwartung wird besprochen. Bei großen oder mehreren Steinen ist nicht immer eine Sitzung ausreichend. Das vorher zu wissen nimmt der zweiten Sitzung den Charakter des Misserfolgs.
Am Ende des Eingriffs schaut der Operateur nach, ob noch Fragmente sichtbar sind. Das ist der beste, aber nicht der endgültige Maßstab, denn sehr kleine Reste entziehen sich dem Blick.
Deshalb erfolgt einige Wochen später eine Kontrolle, meist per Ultraschall, bei größeren Ausgangsbefunden per Computertomografie. Beurteilt wird nicht nur, ob Steinreste vorhanden sind, sondern auch, ob der Urin frei abfließt.
Kleine verbliebene Fragmente unter etwa vier Millimetern werden häufig nur beobachtet. Sie gehen oft von selbst ab, können aber auch Ausgangspunkt für einen neuen Stein sein, weshalb sie in die Vorbeugung einbezogen werden.
Blut im Urin und Brennen beim Wasserlassen für einige Tage sind normal. Liegt eine Schiene, kommen häufig ein Ziehen in der Flanke beim Wasserlassen und ein verstärkter Harndrang hinzu. Beides verschwindet mit dem Entfernen der Schiene, das ambulant und ohne Narkose erfolgt.
Trinken Sie reichlich, und lassen Sie die Steinfragmente analysieren, falls welche gewonnen wurden. Ohne Steinanalyse bleibt die Vorbeugung unspezifisch.
Der Eingriff gilt als sicher, die relevanten Risiken sind bekannt und selten. Am häufigsten ist ein fieberhafter Harnwegsinfekt nach dem Eingriff, weshalb ein bestehender Infekt vorher behandelt werden muss.
Verletzungen der Harnleiterwand reichen von harmlosen Schleimhautabschürfungen bis zu seltenen Durchtrennungen, die dann sofort versorgt werden. Als Spätfolge kann sich an einer verletzten Stelle über Monate eine Verengung bilden, was der Grund für die Nachkontrolle einige Wochen nach dem Eingriff ist.
Nein, aber häufig. Sie ist sinnvoll nach längeren Eingriffen, bei Schwellung der Harnleiterwand, bei verbliebenen Fragmenten oder wenn nur eine Niere vorhanden ist. Bei kurzen, unkomplizierten Eingriffen kann darauf verzichtet werden.
Bei sitzender Tätigkeit oft schon nach wenigen Tagen. Liegt eine Schiene, richtet sich die Belastbarkeit danach, wie sehr sie stört, das ist sehr unterschiedlich. Schweres Heben sollte bis zum Entfernen der Schiene warten.
Leitlinien
• European Association of Urology. EAU Guidelines on Urolithiasis. Ausgabe 2024.
Reviews
• De Coninck, V. et al. Complications of ureteroscopy: a complete overview. World Journal of Urology, 2020;38(9):2147-2166. PMID 31748953