Sinnvoll ist das bei Steinen zwischen etwa fünf und zehn Millimetern im unteren Drittel. Kleinere gehen ohnehin ab, größere selten.
Verwendet wird ein Mittel, das eigentlich für die Prostata gedacht ist. Diese Anwendung ist gut untersucht, aber offiziell nicht dafür zugelassen. Ihre Ärztin wird Sie darauf hinweisen.
Die Behandlung läuft über zwei bis vier Wochen. Geht der Stein bis dahin nicht ab, wird er entfernt. Länger zu warten schadet der Niere.
Länger als vier Wochen zu warten schadet der Niere. Dann wird der Stein entfernt, auch wenn die Beschwerden erträglich sind.
Nicht jeder Harnleiterstein muss behandelt werden. Viele gehen von allein ab, und mit einem Medikament lässt sich dieser Vorgang unterstützen. Eingesetzt werden Alpha-Blocker, dieselbe Wirkstoffgruppe wie bei der vergrößerten Prostata.
Das Prinzip ist einfach: Der untere Harnleiter enthält viele Rezeptoren, über die seine Muskulatur angespannt wird. Der Wirkstoff entspannt sie, die Engstelle vor der Blase gibt nach, und der Stein hat mehr Platz.
Der Nutzen ist nicht bei jedem Stein gleich. Die Untersuchungen zeigen ein klares Muster:
Wichtig zu wissen: Die Behandlung wird in Deutschland außerhalb der Zulassung eingesetzt, was den Einsatz nicht falsch macht, aber ein Aufklärungsgespräch erfordert.
Das Medikament allein macht die Behandlung nicht aus. Ebenso wichtig sind drei Dinge:
Ein Schmerzmittel für den Bedarfsfall. Wandert der Stein, kann es erneut kolikartig wehtun. Wer nichts zu Hause hat, landet nachts in der Notaufnahme.
Ein Steinsieb. Der Urin wird hindurchgelassen, damit der Stein aufgefangen und analysiert werden kann. Diese Analyse bestimmt die spätere Vorbeugung.
Ein Kontrolltermin. Vereinbart wird er von vornherein, üblicherweise nach zwei bis drei Wochen. Beurteilt werden Ultraschall und Nierenwerte, denn ein Stein kann auch schmerzlos weiter aufstauen.

Die häufigsten sind Schwindel beim Aufstehen und eine verstopfte Nase, beides Folge der gefäßerweiternden Wirkung. Nehmen Sie die Tablette deshalb abends ein. Bei Männern kommt häufig eine trockene Ejakulation vor, bei der beim Orgasmus keine oder kaum Flüssigkeit austritt. Sie ist harmlos und verschwindet nach dem Absetzen.
Die Wochen bis zum Steinabgang sind für viele die eigentliche Belastung, weil nicht absehbar ist, wann es soweit ist. Ein paar Dinge lassen sich planen.
Arbeiten. Bei sitzender Tätigkeit spricht nichts dagegen, sofern die Schmerzen beherrscht sind. Wer beruflich fährt, Maschinen bedient oder Verantwortung für andere trägt, sollte bedenken, dass eine Kolik ohne Vorwarnung einsetzt und Schmerzmittel die Reaktionsfähigkeit beeinflussen. Sprechen Sie das an, bevor es passiert.
Bewegung. Normale Aktivität ist erwünscht, sie unterstützt den Abgang. Erschütternde Sportarten sind nicht verboten, aber unangenehm. Schweres Heben sollte warten.
Reisen. Von Fernreisen ist abzuraten, solange der Stein liegt. Eine Kolik mit Fieber im Ausland ist eine Situation, in die man nicht geraten will. Bei kürzeren Reisen innerhalb Europas: Schmerzmittel mitnehmen und vorher klären, wo die nächste urologische Notaufnahme ist.
Trinken. Zwischen den Koliken reichlich, während eines Anfalls normal. Diese Unterscheidung ist der häufigste Fehler in dieser Phase.
Der Moment des Abgangs ist die einzige Gelegenheit, den Stein in die Hand zu bekommen. Wer ihn verpasst, weiß hinterher nicht, um welche Steinart es sich handelte, und damit bleibt jede Vorbeugung Raterei.
Praktisch heißt das: Sieben Sie ab dem ersten Tag jeden Urin, auch nachts, auch wenn es lästig ist. Der Stein ist oft kleiner als erwartet und sieht aus wie ein Sandkorn. Bewahren Sie ihn trocken in einem beschrifteten Gefäß auf, nicht in Flüssigkeit.
Die Analyse kostet wenig und beantwortet die Frage, die über die nächsten Jahre entscheidet: Handelt es sich um Calciumoxalat, das über Trinkmenge und Salz beeinflusst wird, um Harnsäure, die sich sogar medikamentös auflösen lässt, oder um eine der selteneren Formen mit eigenem Vorgehen. Mehr dazu unter Steinvorbeugung.
Nach etwa vier Wochen ohne Abgang wird auf ein aktives Verfahren gewechselt. Früher abgebrochen wird bei Fieber, bei Schmerzen, die sich nicht beherrschen lassen, bei anhaltendem Erbrechen und bei Zeichen einer Nierenbelastung. In diesen Fällen ist Abwarten nicht mehr die sicherere Option.
In der Regel bis zum Abgang des Steins, längstens etwa vier Wochen. Danach ist ein weiterer Nutzen nicht zu erwarten, und es wird über eine Behandlung des Steins entschieden.
Zwischen den Koliken ja, eine normale bis reichliche Trinkmenge ist sinnvoll. Während eines akuten Anfalls nicht: Zusätzliche Flüssigkeit erhöht den Druck vor dem Hindernis und verstärkt den Schmerz. Die Vorstellung, man könne den Stein herausspülen, trifft nicht zu.
Leitlinien
• European Association of Urology. EAU Guidelines on Urolithiasis. Ausgabe 2024.
• Deutsche Gesellschaft für Urologie. S2k-Leitlinie Urolithiasis, Diagnostik, Therapie und Metaphylaxe. AWMF-Registernummer 043-025.
Reviews
• Hollingsworth, J. M. et al. Alpha blockers for treatment of ureteric stones: systematic review and meta-analysis. BMJ, 2016;355:i6112. PMID 27908918