Ob es gelingt, hängt von Größe, Lage und Härte des Steins ab. Gut geeignet sind Steine bis etwa zwei Zentimeter im Nierenbecken oder im oberen Harnleiter.
Die Behandlung dauert etwa 45 bis 60 Minuten und tut mäßig weh. Danach können Koliken auftreten, wenn die Bruchstücke wandern. Das ist normal und geht vorbei.
Manchmal sind mehrere Sitzungen nötig. Stationär wird die Methode immer seltener eingesetzt, weil endoskopische Verfahren zuverlässiger sind.
Bei der Stoßwellenbehandlung werden außerhalb des Körpers erzeugte Druckwellen so gebündelt, dass sie sich genau im Stein treffen. Gewebe lassen sie weitgehend unbeschädigt passieren, weil sie erst an Grenzflächen mit starkem Dichteunterschied ihre Energie abgeben. Der Stein zerbricht in Bruchstücke, die anschließend mit dem Urin abgehen sollen.

Das Verfahren ist seit den frühen achtziger Jahren im Einsatz und war seinerzeit eine kleine Revolution, weil es die offene Steinoperation weitgehend überflüssig machte. Entwickelt wurde es in Deutschland.
Sie liegen auf einem Behandlungstisch, der Stein wird per Röntgen oder Ultraschall eingestellt und der Kopf des Geräts an die Haut angekoppelt. Die Behandlung dauert etwa 45 bis 60 Minuten und umfasst mehrere tausend Stoßwellen, deren Energie langsam gesteigert wird.
Angenehm ist das nicht, aber gut auszuhalten: Üblich sind ein Schmerzmittel und ein leichtes Beruhigungsmittel, eine Vollnarkose ist selten nötig. Die meisten beschreiben ein Klopfen oder Pochen unter der Haut. Anschließend bleiben Sie kurz zur Beobachtung, danach können Sie nach Hause, sollten aber nicht selbst fahren.

Der Erfolg hängt an drei Faktoren, die vorher bekannt sind. Deshalb lässt sich die Aussicht ziemlich zuverlässig einschätzen.
Nicht durchgeführt wird die Behandlung bei Schwangerschaft, bei nicht behandelter Gerinnungsstörung, bei unbehandeltem Harnwegsinfekt und bei einer Abflussbehinderung unterhalb des Steins, denn dann können die Bruchstücke nicht abgehen.
Vor dem Termin werden drei Dinge geklärt, die über die Durchführbarkeit entscheiden.
Der Urin muss keimfrei sein. Bei einem bestehenden Infekt wird nicht behandelt, weil die Stoßwellen Bakterien in die Blutbahn schleudern können. Deshalb wird kurz vorher noch einmal untersucht.
Blutverdünner müssen pausiert werden. Anders als bei der Spiegelung ist das hier zwingend, weil die Stoßwellen Blutungen im Nierengewebe verursachen können. Die Pause wird mit dem verordnenden Arzt abgestimmt, keinesfalls eigenmächtig.
Der Abfluss unterhalb des Steins muss frei sein. Sonst können die Bruchstücke nicht abgehen, und der Eingriff bringt nichts. Bei Zweifeln wird vorher eine Harnleiterschiene eingelegt.
Am Behandlungstag kommen Sie in der Regel nüchtern, bringen eine Begleitperson für den Rückweg mit und planen den Tag ohne weitere Verpflichtungen.
Für einige Tage ist Blut im Urin normal, ebenso ein Ziehen in der Flanke. Wenn Bruchstücke wandern, kann es erneut zu einer Kolik kommen, worauf Sie mit einem Schmerzmittel vorbereitet sein sollten.
Trinken Sie in dieser Phase reichlich und bewegen Sie sich, beides unterstützt den Abgang. Sammeln Sie die Bruchstücke mit einem Sieb, damit sie analysiert werden können.
Die häufigste ist die sogenannte Steinstraße: Mehrere Bruchstücke stellen sich hintereinander im Harnleiter auf und blockieren ihn. Sie zeigt sich durch anhaltende Schmerzen und wird je nach Ausmaß beobachtet, geschient oder endoskopisch geräumt.
Blutergüsse in oder um die Niere entstehen selten und bilden sich meist von selbst zurück. Sehr selten sind Verletzungen benachbarter Organe.
Die Stoßwellenbehandlung braucht keinen Zugang in den Körper, keine Narkose und keine Schiene. Dafür ist die Steinfreiheit nach einer Sitzung geringer, oft sind zwei bis drei Sitzungen nötig, und die Bruchstücke müssen selbst den Weg finden.
Die Harnleiterspiegelung mit Laser erreicht in einer Sitzung deutlich häufiger vollständige Steinfreiheit, ist dafür ein Eingriff in Narkose, meist mit anschließender Schiene. Welches Verfahren besser passt, entscheidet sich an Steingröße, Dichte, Lage und daran, wie schnell das Ergebnis feststehen soll.
Sie ist unangenehm, aber mit Schmerzmittel und leichter Sedierung gut auszuhalten. Beschrieben wird meist ein Klopfen, das mit steigender Energie stärker wird. Sagen Sie Bescheid, wenn es zu viel wird, die Energie lässt sich anpassen.
In der Regel sind zwei bis drei Sitzungen im Abstand von ein bis zwei Wochen möglich. Bringt auch die dritte keinen Erfolg, wird auf ein anderes Verfahren gewechselt, statt weiter zu zertrümmern.
Nein. Die Behandlung zerkleinert den Stein, den Abtransport übernimmt der Körper. Das dauert Tage bis Wochen. Die Kontrolle erfolgt deshalb erst nach einigen Wochen mit Ultraschall oder Röntgen.
Leitlinien
• S2k-Leitlinie Urolithiasis. DGU, AWMF, 2023.
• European Association of Urology. EAU Guidelines on Urolithiasis / Renal Cell Carcinoma. Ausgabe 2024.
Reviews
• Rassweiler, J. J. et al. Shock wave technology and application: an update. European Urology, 2011;59(5):784-796. PMID 21354696