Urostoma ist ein künstlicher Ausgang für den Urin an der Bauchdecke. Er wird angelegt, wenn die Blase entfernt werden muss und keine Ersatzblase gebaut wird. Der Urin läuft dauerhaft in einen Beutel, der auf der Haut klebt und mehrmals täglich geleert wird.
Wie es gebaut wird: Der Operateur trennt ein kurzes Stück Dünndarm heraus, näht die beiden Harnleiter daran und führt das andere Ende durch die Bauchdecke nach außen. Dieses Darmstück leitet nur, es speichert nicht. Deshalb fließt der Urin ununterbrochen. Die Fachbezeichnung dafür lautet Ileum-Conduit.
Versorgung: Die Platte wird alle zwei bis vier Tage gewechselt, der Beutel häufiger. Nachts wird ein größerer Bettbeutel angeschlossen, damit die Nacht durchgeschlafen werden kann. Stomatherapeuten üben das im Krankenhaus ein, die Krankenkasse übernimmt das Material.
Was im Alltag geht: Duschen, Baden, Schwimmen und Sport sind möglich. Die Kleidung verdeckt die Versorgung. Berufstätigkeit bleibt in aller Regel erhalten. Am meisten belastet nicht die Technik, sondern die Gewöhnung an das veränderte Körperbild, und dafür gibt es Selbsthilfegruppen.
Im Vergleich zur Ersatzblase: Das Urostoma ist technisch einfacher, hat weniger Folgeeingriffe und funktioniert unabhängig von der Beckenbodenmuskulatur. Die Ersatzblase erhält das Wasserlassen über die Harnröhre, verlangt aber Training und führt bei einem Teil der Betroffenen zu nächtlichem Urinverlust. Welche Form passt, hängt von Tumorlage, Nierenwerten, Alter und Lebensumständen ab.
Worauf zu achten ist: Ärztlich abklären lassen sollte man Fieber mit Flankenschmerz, plötzlich nachlassende Urinmenge, wiederkehrende Hautentzündungen um das Stoma sowie eine Vorwölbung neben dem Stoma, die auf einen Bruch hindeutet.