Es gibt zwei Bauarten: biegsame Stäbe, die einfacher sind, und eine hydraulische Lösung mit Pumpe im Hodensack, die sich natürlicher anfühlt und häufiger gewählt wird.
Der Eingriff ist der letzte Schritt, nicht der erste. Er wird erst erwogen, wenn Tabletten, Spritzen und Vakuumpumpe nicht helfen oder nicht vertragen werden.
Die Zufriedenheit ist hoch, bei über achtzig von hundert Männern und ihren Partnerinnen. Wichtig ist zu wissen: Die eigenen Schwellkörper werden dabei zerstört, ein Zurück gibt es nicht.
Die Penisprothese kommt infrage, wenn eine Erektionsstörung auf Tabletten, Injektionen und Vakuumpumpe nicht mehr anspricht. Sie steht am Ende der Behandlungskette, ist aber keine Verlegenheitslösung: Die Zufriedenheit gehört zu den höchsten in der gesamten Urologie und liegt in Erhebungen deutlich über neunzig Prozent.
Der Grund für diese hohe Zufriedenheit ist zugleich die Voraussetzung dafür: Die Prothese funktioniert verlässlich, auf Wunsch, ohne Wartezeit und ohne Medikament.
Die häufigste Ausgangslage ist eine Erektionsstörung nach einer radikalen Prostataentfernung, bei der die Nerven nicht erhalten werden konnten. Ebenfalls häufig sind langjähriger Diabetes mit ausgeprägter Gefäßschädigung, Zustand nach Beckenbestrahlung und schwere Formen der Penisverkrümmung.
Voraussetzung ist in allen Fällen, dass die weniger eingreifenden Verfahren ausgeschöpft sind. In der Praxis bedeutet das meist einen Weg über mehrere Jahre, und viele Männer kommen erst dann, wenn sie das Thema längst aufgegeben hatten.
Es gibt keine Altersgrenze nach oben. Entscheidend sind Narkosefähigkeit, Wunsch und die Fähigkeit, die Prothese zu bedienen.
Unverändert bleiben: Empfindung an Penis und Eichel, Orgasmusfähigkeit, Samenerguss sofern vorher vorhanden, Wasserlassen und der Hormonhaushalt. Die Prothese ersetzt allein die Versteifung, nicht die Sexualität.
Verändert sind: die Länge, die dem entspricht, was die Prothese vorgibt, und die Härte, die von vielen als etwas anders beschrieben wird. Die Eichel schwillt nicht mit an, weil sie nicht Teil der Prothese ist, was manche zunächst irritiert.
Für die Erwartung ist der wichtigste Satz: Der Vergleichsmaßstab ist nicht die Erektion von früher, sondern die Situation ohne Prothese. Vor diesem Hintergrund sind die hohen Zufriedenheitswerte gut nachvollziehbar.
Die hydraulische Variante ist heute der Standard. Von außen ist bei beiden nichts zu sehen, alle Teile liegen unter der Haut.
Zwei weitere Punkte gehören in jedes Aufklärungsgespräch. Erstens: Die Prothese macht den Penis nicht länger. Viele Männer empfinden ihn danach sogar als kürzer, weil die Erektion in der Länge dem entspricht, was die Prothese vorgibt. Zweitens: Empfinden und Orgasmusfähigkeit bleiben erhalten, ebenso der Samenerguss, sofern er vorher vorhanden war.

Der Eingriff dauert etwa ein bis zwei Stunden und erfolgt in Vollnarkose, meist über einen kleinen Schnitt am Übergang zwischen Penis und Hodensack. Der Klinikaufenthalt beträgt ein bis drei Tage.
Für vier bis sechs Wochen gilt Schonung, danach wird die Prothese in einem Termin gemeinsam in Betrieb genommen und die Bedienung geübt. Geschlechtsverkehr ist in aller Regel nach etwa sechs Wochen möglich.
Weil der Eingriff nicht umkehrbar ist, lohnt sich Sorgfalt vorher. Vier Fragen helfen dabei.
Sind wirklich alle anderen Verfahren ausgeschöpft? Tabletten in ausreichender Dosis und mehrfach versucht, Schwellkörperinjektionen mit korrekter Dosisfindung, Vakuumpumpe mit Einweisung. Häufig scheitert eines dieser Verfahren nicht an der Wirkung, sondern an der Anwendung.
Ist die Partnerin oder der Partner einbezogen? Die Zufriedenheit nach dem Eingriff hängt in Befragungen deutlich davon ab, ob beide dieselbe Erwartung hatten. Ein gemeinsames Gespräch vorher ist mehr wert als jede Nachbesprechung.
Ist der Blutzucker gut eingestellt? Bei Diabetes steigt das Infektionsrisiko messbar. Eine Verschiebung des Termins um einige Monate zugunsten einer besseren Einstellung ist eine sinnvolle Investition.
Wie viele Implantationen führt das Zentrum pro Jahr durch? Bei diesem Eingriff hängt die Komplikationsrate erkennbar von der Erfahrung ab. Die Frage ist angemessen und wird an erfahrenen Zentren gern beantwortet.
Das wichtigste Risiko ist die Infektion des Implantats. Sie ist selten, bei erhöhtem Risiko wie schlecht eingestelltem Diabetes aber häufiger, und sie bedeutet in aller Regel, dass die Prothese vorübergehend entfernt werden muss. Deshalb wird vor dem Eingriff auf einen gut eingestellten Blutzucker und eine infektfreie Ausgangslage geachtet.
Daneben kann es nach Jahren zu einem mechanischen Defekt kommen, der einen Austausch nötig macht. Moderne Modelle halten in der Mehrzahl der Fälle zehn Jahre und länger.
Von außen ist nichts sichtbar. Die Pumpe der hydraulischen Variante liegt im Hodensack und ist tastbar, wenn man gezielt danach sucht. Die Partnerin bemerkt beim Verkehr in der Regel keinen Unterschied, sofern sie nicht eingeweiht ist.
Die Kostenübernahme ist möglich, wird aber nicht immer ohne Weiteres bewilligt. Hilfreich ist eine gut dokumentierte Vorgeschichte, die zeigt, dass alle anderen Verfahren erfolglos waren oder nicht vertragen wurden. Klären Sie das vor dem Eingriff und nicht danach.
Leitlinien
• European Association of Urology. EAU Guidelines on Sexual and Reproductive Health. Ausgabe 2024.
• Montague, D. K. AUA Guideline on Erectile Dysfunction. American Urological Association, 2018.
Reviews
• Bettocchi, C. et al. Penile prosthesis: what should we do about complications? Advances in Urology, 2008;573560. Ergänzend: EAU Guidelines on Sexual and Reproductive Health, 2025.