Zystoskopie ist die Blasenspiegelung: Über die Harnröhre wird ein dünnes Endoskop mit Kamera in die Blase eingeführt, sodass Harnröhre und Blaseninnenwand direkt betrachtet werden können. Sie ist die wichtigste Untersuchung bei Blut im Urin und die Grundlage der Nachsorge beim Blasenkrebs.
Ablauf: In der Praxis wird meist ein flexibles Gerät von etwa fünf Millimetern Durchmesser verwendet, nach Einbringen eines betäubenden Gleitgels. Die Untersuchung dauert drei bis fünf Minuten und ist für die meisten Männer unangenehm, aber nicht schmerzhaft; bei Frauen ist die Harnröhre kürzer und die Spiegelung kaum spürbar. Starre Geräte mit besserer Optik und Arbeitskanal werden in Narkose verwendet, wenn Proben entnommen oder Tumoren abgetragen werden sollen.
Wann sie nötig ist: Sichtbares Blut im Urin immer, nicht sichtbares Blut je nach Risiko, wiederkehrende Harnwegsinfekte beim Mann oder bei der Frau nach den Wechseljahren, Verdacht auf Harnröhrenenge, Blasensteine oder Fremdkörper, unklare Drangbeschwerden und die Nachsorge nach Blasentumor in festen Abständen über mindestens fünf Jahre. Vor einer Prostataoperation dient sie der Planung.
Danach: Leichtes Brennen und ein bis zwei rötliche Miktionen sind normal. Viel trinken. Fieber oder zunehmende Schmerzen sind selten und sollten abgeklärt werden; eine vorbeugende Antibiotikagabe ist bei einfacher Spiegelung nicht nötig. Die Fluoreszenzzystoskopie mit Blaulicht macht flache Tumoren sichtbar, die im Weißlicht übersehen werden, und wird bei der Tumorabtragung eingesetzt.